SEINSHEIM

Nur noch gut 1000 Einwohner in Seinsheim

Zwei Dinge sinken in Seinsheim stetig weiter: Zum die Schulden, zum anderen die Einwohnerzahlen – über letzteres freut sich Bürgermeister Heinz Dorsch gar nicht.
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Zwei Dinge sinken in Seinsheim stetig weiter: Zum einen sind das die Schulden der Gemeinde, die nämlich von einst siebenstellig nur noch 246 000 Euro betragen. Zum anderen sind das die Einwohnerzahlen – und darüber freut sich Bürgermeister Heinz Dorsch gar nicht.

1043 Einwohner mit erstem Wohnsitz in der Gemeinde weist die Statistik zum 23. November für die Gemeinde aus. Die Zahl beinhaltet vier Geburten, elf Sterbefälle, 31 Zuzüge und 41 Wegzüge. In den Ortsteilen Tiefenstockheim und Wässerndorf habe es keine Geburten gegeben, berichtete Bürgermeister Heinz Dorsch den rund 30 Gästen der Bürgerversammlung. Nicht zuletzt wegen solcher Entwicklungen will sich die Kommunale Allianz „Südöstlicher Landkreis Kitzingen“, der Seinsheim angehört, mit einem Flächen- und Immobilienmanagement beschäftigen.

Erfreuliches berichtete Dorsch über die Bürgerbuslinie: 1466 Fahrgäste zählte diese 2015, eine Zahl, die in diesem Jahr bereits fast im Oktober erreicht worden sei. Dorsch teilte mit, dass zusammen mit der Kirchengemeinde Gnötzheim ein zweiter Bus angeschafft werde. Dieser stehe dann in Gnötzheim, da es viele ehrenamtliche Fahrer in Martinsheim gebe. Der erste Bus war durch zinslose Darlehen von Vereinen finanziert worden.

Dorsch ist sich sicher, dass auch der zweite Bus finanziert werden könne. Er warb erneut um Mitglieder für den Bürgerbusverein, um die gute Sache für zwölf Euro im Jahr zu unterstützen.

Der Bürgermeister stellte auch eine Neuerwerbung der Gemeinde vor: das ehemalige Amtshaus. Studenten hätten das Gebäude mittlerweile untersucht. Nun sei bekannt, dass im Gebäude verbautes Holz im Winter 1601 geschlagen worden sei. Ebenfalls aus diesem Jahr stamme eine Putzschicht, eine weitere sei um 1900 aufgetragen worden, etwa 1960 seien Gipsplatten montiert worden. Zur künftigen Nutzung räumte der Bürgermeister ein: „Uns ist noch nichts eingefallen.“ Es gebe Vorschläge, die aber nicht umzusetzen seien. Also werden noch Ideen gesucht. Am Samstag, 10. Dezember, werden auf dem Amtshausgelände vor Öffnung des benachbarten Weihnachtsmarktes ab 15 Uhr Möbel aus dem Amtshaus versteigert.

Die fünf jungen Männer, die in Seinsheim den Osterbaum einbetoniert und auch in anderen Ortsteilen Unfug angerichtet hatten, müssen laut Dorsch ihren „dummen Jungenstreich“ teuer bezahlen. Neben einer Geldstrafe habe sie der Richter zu 40 Stunden Arbeitsdienst in der Gemeinde verdonnert. Auf die Spur sei man ihnen gekommen, weil sie ein altes Mofa-Schild mit einbetoniert hätten.

Dorsch stellte die Projekte für 2017 vor: Er nannte die Friedhofsmauer, die Kirchgade Fischer und den Ausbau der Bachgasse mit Brücke in Seinsheim, das Urnenfeld auf dem Iffigheimer Friedhof, den Kirchturm in Tiefenstockheim und die Fertigstellung des Backhäuschens in Wässerndorf. Für das ehemalige Rathaus in Iffigheim sei eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Dabei werde auch der Untergrund untersucht, denn das Gebäude zeige große Risse. Danach müsse entschieden werden, was weiter geschehe. Erst dann könne man sich auch über die Zukunft des alten Schulhauses in Iffigheim unterhalten. Keine gravierenden Probleme brachten die Bürger zur Sprache. Eher zögerlich kamen einige wenige Wortmeldungen, die die Hinterlassenschaften von Hunden, Beschädigungen am Asphaltwegenetz oder den Überhang von Zweigen als Thema hatten.

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