NORDHEIM

Nordheimer Weinfest startet neu

Erst zog sich der bisherige Ausrichter zurück: Dem Nordheimer Weinfest drohte nach 55 Jahren das Aus. Dann fassten Mutige einen Plan, jetzt wird doch gefeiert: Und wie!
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Vor der schönen Kastanienallee begutachten (von links) Bürgermeister Guido Braun, Weinprinzessin Eva-Marie Sauer und der Volkacher Tourismuschef Marco Maiberger den Aufbauplan fürs neue Weinfest. Foto: Foto: Norbert Hohler

Eine Woche vor dem Start des 56. Nordheimer Weinfestes (5. bis 8. Mai) herrscht Aufbruchstimmung: Der Aufbau hat begonnen, die Planer sind optimistisch. „Alle sind froh, dass es weitergeht. Es war überhaupt kein Problem, Leute für Dienste zu finden“, freut sich Bürgermeister Guido Braun.

Rückblende: Im November 2015 hat der bisherige Ausrichter Divino Nordheim zurückgezogen. Das Weinfest stand vor dem Aus, auch eine Pause von einem Jahr wurde diskutiert. Und das vor der 1100-Jahr-Feier 2018 – ein herber Schlag.

Doch dann ging alles ziemlich fix: Der Gemeinderat beschloss, dass die Gemeinde für drei Jahre als Ausrich-

„Die Gäste kommen mit hohen Erwartungen, die wir zu erfüllen haben“.
Organisator Marco Maiberger zum neuen Weinfestkonzept

ter einspringt. Der Volkacher Tourismuschef Marco Maiberger wurde beauftragt, ein tragfähiges Konzept auszuarbeiten. „Und dann hatten wir das Glück, dass Dietmar Rohmfeld vom Touristik-Rat beruflich Pläne zeichnet. Er hat das Gelände überplant: die Pagoden für die Winzer, die Essensbereiche, dazu die Fluchtwege und die Toilettenanschlüsse, das war Gold wert“, lobt Braun.

Eine logistische Herausforderung ist das Ganze trotzdem: Wo bekommt man auf die Schnelle fünf mal fünf Meter großen Pagoden her, die illuminiert werden können? Wer klopft die Straße auf, damit ein dickeres Rohr für den Toilettenabfluss gelegt werden kann? Wer liefert 12 000 einheitliche Gläser mit Nordheimer Logo? Nur drei von 1000 Fragen, die Maiberger und Braun zu klären hatten, „Zeit für Diskussionen war nicht“, so der Bürgermeister.

Was aus dem Boden gestampft wurde, kann sich sehen lassen: Zehn Winzerbetreibe beteiligen sich, womit sich das Weinangebot wesentlich erweitert. „Besonders freut uns, dass Jungwinzer wie Johannes Nickel und Manuel Sauer mitmachen, sich positionieren wollen, mit ins Risiko gehen“, frohlockt Guido Braun.

Ähnliches gilt für die neun „Schlemmertreffpunkte“: Das Angebot ist größer als früher, es gibt Fischgerichte, Bio-Flammkuchen, Pizza, typische Heckenwirtschaft-Gerichte – und mehr. „Die Besucher sollen sich nicht mit der üblichen Bratwurst oder dem Steak begnügen müssen“, erklärt Maiberger.

Neu ist ein Weingenießer-Verkostungspass: Es gibt ihn für drei, sechs oder zehn Proben, und damit geht der Weinfest-Besucher von Winzer zu Winzer, kann durchprobieren. Zudem gibt es Weinproben mit Sommelier Peter Angele (Divino Nordheim), der in der „Lounge“ zehn Weine präsentiert und erläutert.

Auch musikalisch wurde die Bandbreite erweitert: Es gibt Blasmusik, teilweise jedoch ohne Verstärker, zudem Stimmungsmusik sowie Schlager und Oldies. „Es sollen alle auf ihre Kosten kommen“, so Organisator Maiberger. Vor allem seien bewusst die Elemente ohne Verstärker und Zeiten ganz ohne Kapellen eingeplant worden. „Die Leute sollen Gelegenheit haben, sich zu unterhalten, nicht immer gegen Lautstärke ankämpfen zu müssen.“

Das gilt vor allem am Sonntag, dem Familientag. Dann gibt es ermäßigte Preise im Vergnügungspark mit Kinderkarussell, Autoscooter und mehr. Am Nachmittag führt Zauberer Enrico verblüffende Tricks vor und lädt die Kleinen nachher zu Mitmach-Aktionen ein.

Marco Maiberger ist klar, dass es beim Neuanfang keine Schonfrist gibt. „Die Gäste kommen mit hohen Erwartungen, die wir zu erfüllen haben. Alles muss auf den Punkt passen, wir haben einen Namen zu verlieren. Bei dem Elan der Beteiligten kann man nur optimistisch sein.“

„Voll schön“ findet Nordheims Weinprinzessin Eva-Marie Sauer, dass es das Weinfest weiter gibt. „Ich hatte Angst, dass es nicht klappt, ich keine Rede halten darf. Umso mehr gespannt bin ich jetzt.“ Am Donnerstag (5. Mai/14.30 Uhr) ist Einzug mit Weinkönigin Christina Schneider und Ehrengästen: Ab dann zeigt sich, wie das neue Fest ankommt.

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