NORDHEIM

Nordheim: Bis zu 150 000 Euro für magischen Ort

Eine umgekippte Kläranlage und ein teurer magischer Ort beschäftigten den Nordheimer Gemeinderat. Beides warf eine Reihe offener Fragen auf.
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Nordheim: Bis zu 150 000 Euro für magischen Ort
Eigentlich sollte es laut Bürgermeister Guido Braun am vergangenen Montagabend eine schnelle Ratssitzung werden. Doch daraus wurde nichts. Punkte wie das geplante Terroir-f-Projekt in Nordheim sowie eine illegale Einleitung in die Kläranlage sorgten für reichlich Gesprächsstoff. Zum Projekt Terroir-f: Wie berichtet zeigt die Gemeinde Nordheim Interesse an der Schaffung eines sogenannten magischen Orts an einem markanten Aussichtspunkt in der Nordheimer Weinbergsflur. Bürgermeister Guido Braun informierte über eine Ortsbesichtigung mit Hermann Kolesch von der LWG (Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau). Als herausragenden Ort für diese Baumaßnahme befanden die Vertreter der Gemeinde und des Touristikrates laut Braun die Stelle unterhalb des Holzkreuzes in der Nähe des Friedhofes. Um das Vorhaben auf dem Weg zu bringen, ist zunächst die Erstellung eines Entwurfes und Überprüfung der Machbarkeit durch das Kitzinger Architektenbüro arc.grün notwendig. Hierbei entstehen Kosten in Höhe von 6000 Euro. Bei der Diskussion ging es in erster Linie nicht um die 6000 Euro für den Planungsvorentwurf, sondern vielmehr um den Eigenanteil in Höhe zwischen 100 000 und 150 000 Euro, den die Gemeinde bei Realisierung des Projektes tragen muss. „Können wir uns das überhaupt leisten?“, fragte Bernd Sauer und verwies auf weitere Projekte in der Gemeinde. Seiner Meinung nach ist auch die grundsätzliche Bereitschaft der Winzer Voraussetzung für die Umsetzung des Vorhabens. Dietmar Rohmfeld vermisste die Skizze und die Kostenschätzung für das Vorhaben und Norbert Glaser sprach von einem „Haufen Geld“, das bei Umsetzung des Projektes fällig werde. Markus Schneider hingegen plädierte für das Terroir- f-Projekt. Es gehe um die Zukunft. „Nordheim steht und lebt mit dem Weinbau“, sagte Schneider. Unterstützung erhielt er von Bürgermeister Braun, der „einen magischen Ort schaffen möchte, der nicht der Kleinste in Deutschland ist“. Trotz Bedenken erteilten die Räte einstimmig dem Kitzinger Unternehmen arc.grün den Auftrag für den Vorentwurf des Terroir-f-Projektes in Höhe von 6000 Euro. In der nächsten Sitzung soll eine Skizze mit Kostenvoranschlag zu dem Bauprojekt präsentiert werden. Schließlich ging es um den extremen Gestank, der vergangene Woche an zwei Tagen in verschiedenen Teilen der Gemeinde registriert wurde. Grund: In die Kläranlage wurden Sulfite – die untere anderem bei der Weingärung entstehen – in höchster Konzentration eingeleitet. Dadurch sank der pH-Wert (die Flüssigkeiten wurden saurer), was zum Umkippen der Kläranlage führte. Im Teich eins und zwei befand sich kein Sauerstoff mehr, berichtete Dietmar Rohmfeld in seiner Eigenschaft als Beauftragter eines Würzburger Ingenieur-Büros. Vermutet wird die Einleitung einer Menge von rund 10 000 Litern. Trotz Maßnahmen wie Überprüfung mehrerer Betriebe und Kontrolle von Schächten tappt man laut Rohmfeld bei der Suche nach dem Verursacher im Dunkeln. Braun vermutet, dass nicht einer sondern mehrere Einleiter den Schaden verursachten. Mittlerweile haben sich die pH-Werte in der Kläranlage wieder stabilisiert. Und dennoch ist laut Braun äußerste Vorsicht geboten. „Wir haben nach wie vor Einleitergrenzwerte, die eingehalten werden müssen.“ Foto: Foto: TOURIST INFORMATION
„Können wir uns das überhaupt leisten?“

Bernd Sauer

Gemeinderatsmitglied

Eigentlich sollte es laut Bürgermeister Guido Braun am vergangenen Montagabend eine schnelle Ratssitzung werden. Doch daraus wurde nichts. Punkte wie das geplante Terroir-f-Projekt in Nordheim sowie eine illegale Einleitung in die Kläranlage sorgten für reichlich Gesprächsstoff.

Terroir-f in Friedhofsnähe?

Zum Projekt Terroir-f: Wie berichtet zeigt die Gemeinde Nordheim Interesse an der Schaffung eines sogenannten magischen Orts an einem markanten Aussichtspunkt in der Nordheimer Weinbergsflur. Bürgermeister Guido Braun informierte über eine Ortsbesichtigung mit Hermann Kolesch von der LWG (Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau). Als herausragenden Ort für diese Baumaßnahme befanden die Vertreter der Gemeinde und des Touristikrates laut Braun die Stelle unterhalb des Holzkreuzes in der Nähe des Friedhofes.

Um das Vorhaben auf dem Weg zu bringen, ist zunächst die Erstellung eines Entwurfes und Überprüfung der Machbarkeit durch das Kitzinger Architektenbüro arc.grün notwendig. Hierbei entstehen Kosten in Höhe von 6000 Euro.

Ein „HaufenGeld“ für ein Werbeprojekt

Bei der Diskussion ging es in erster Linie nicht um die 6000 Euro für den Planungsvorentwurf, sondern vielmehr um den Eigenanteil in Höhe zwischen 100 000 und 150 000 Euro, den die Gemeinde bei Realisierung des Projektes tragen muss. „Können wir uns das überhaupt leisten?“, fragte Bernd Sauer und verwies auf weitere Projekte in der Gemeinde. Seiner Meinung nach ist auch die grundsätzliche Bereitschaft der Winzer Voraussetzung für die Umsetzung des Vorhabens.

Dietmar Rohmfeld vermisste die Skizze und die Kostenschätzung für das Vorhaben und Norbert Glaser sprach von einem „Haufen Geld“, das bei Umsetzung des Projektes fällig werde. Markus Schneider hingegen plädierte für das Terroir- f-Projekt. Es gehe um die Zukunft. „Nordheim steht und lebt mit dem Weinbau“, sagte Schneider.

Unterstützung erhielt er von Bürgermeister Braun, der „einen magischen Ort schaffen möchte, der nicht der Kleinste in Deutschland ist“. Trotz Bedenken erteilten die Räte einstimmig dem Kitzinger Unternehmen arc.grün den Auftrag für den Vorentwurf des Terroir-f-Projektes in Höhe von 6000 Euro. In der nächsten Sitzung soll eine Skizze mit Kostenvoranschlag zu dem Bauprojekt präsentiert werden.

Extremer Gestank aus der Kläranlage

Schließlich ging es um den extremen Gestank, der vergangene Woche an zwei Tagen in verschiedenen Teilen der Gemeinde registriert wurde. Grund: In die Kläranlage wurden Sulfite – die untere anderem bei der Weingärung entstehen – in höchster Konzentration eingeleitet. Dadurch sank der pH-Wert (die Flüssigkeiten wurden saurer), was zum Umkippen der Kläranlage führte. Im Teich eins und zwei befand sich kein Sauerstoff mehr, berichtete Dietmar Rohmfeld in seiner Eigenschaft als Beauftragter eines Würzburger Ingenieur-Büros.

Verursacher werden gesucht

Vermutet wird die Einleitung einer Menge von rund 10 000 Litern. Trotz Maßnahmen wie Überprüfung mehrerer Betriebe und Kontrolle von Schächten tappt man laut Rohmfeld bei der Suche nach dem Verursacher im Dunkeln. Braun vermutet, dass nicht einer sondern mehrere Einleiter den Schaden verursachten.

Mittlerweile haben sich die pH-Werte in der Kläranlage wieder stabilisiert. Und dennoch ist laut Braun äußerste Vorsicht geboten. „Wir haben nach wie vor Einleitergrenzwerte, die eingehalten werden müssen.“

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