Iphofen

Nicht allein gelassen

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sagt Fränkischem Weintourismus auch weiterhin Unterstützung zu.
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Sie stoßen auf die künftige Zusammenarbeit und weitere Erfolge im fränkischen Weintourismus an: Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und der Präsident der LWG, Dr. Hermann Kolesch.
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Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hatte gute Nachrichten im Gepäck. „Wir lassen Sie, wie immer, nicht alleine“, kündigte sie beim Fränkischen Weintourismus Symposium vor einer voll besetzten Karl-Knauf-Halle in Iphofen an. Ihr Ministerium werde auch weiterhin zukunftsfähige Projekte für den weinfränkischen Tourismus fördern. „Diese Gelder sind bestens angelegt.“

Als Beispiel dafür dient das Weintourismuskonzept „Wein.Schöner.Land“, das vor zwölf Jahren aus der Taufe gehoben worden ist. „Darin positionieren Sie Franken als zeitgemäße, authentische und attraktive Region für den Weintouristen“, lobte Kaniber, die sich selbst als „Weinbauministerin“ bezeichnete.

„Ihre Kampagne hat das Potenzial zum Leuchtturmprojekt für Bayerns Tourismusdestinationen“
Michaela Kaniber, über „Wein.Schöner.Land“

Aus dem Strategiekonzept sei längst eine erfolgreiche Dachmarke geworden. Weinfranken habe sich zum Vorreiter für andere Regionen entwickelt. Die umfangreichen und abwechslungsreichen Freizeit- und Genussangebote kämen auch den Menschen vor Ort zugute.

Kaniber zitierte aus einer aktuellen Studie der Hochschule Geisenheim. Demnach beträgt der weintouristische Gesamtbruttoumsatz im Weinland Franken mehr als 2,3 Milliarden Euro jährlich. Auch Bäcker, Metzger, Banken, Versicherungen und das Baugewerbe würden davon profitieren. „Die Arbeit wird zu den Menschen gebracht und nicht umgekehrt“, meinte Kaniber. Laut der Geisenheimer Studie sind das in Franken über 32000 Arbeitsplätze. „Ihre Kampagne hat das Potenzial zum Leuchtturmprojekt für Bayerns Tourismusdestinationen“, lobte Kaniber und warnte zugleich vor Stillstand: „Noch schwerer als der Weg an die Spitze ist es, an der Spitze zu bleiben.“

Schnell ändern sich die Erwartungen an Freizeit und touristische Angebote. Gerade die neuen Technologien seien eine Herausforderung. Deshalb gelte es zunächst, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und diese neu in Szene zu setzen. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stünden bei den Gästen Wellness, Regionalität und Bio. „Diese Trends müssen wir noch stärker bedienen“, forderte die Ministerin.

Um die Zukunft im weinfränkischen Tourismus zu gestalten, müsse auch Geld investiert werden. Es gelte, kontinuierlich in geeignete Infrastruktur und in abwechslungsreiche Freizeit- und Genussangebote zu investieren. Kaniber zählte Vinotheken, Gästezimmer und neue Dienstleistungsangebote auf, erwähnte auch neue Anstrengungen in Sachen Kommunikation und Marketing und versprach: „Wir lassen Sie, liebe Winzer, hier nicht allein.“ Beratungsangebote und attraktive Förderprogramme würden auch in Zukunft von ihrem Ministerium in die Wege geleitet.

Ganz oben auf der Agenda der Staatsregierung stehe allerdings die Förderung der Bewässerung im Weinberg. „Die Zeit drängt“, warnte Kaniber. „Auch hier benötigen wir umfassende Konzepte.“ Der vergangene Sommer habe eindrucksvoll vor Augen geführt, wie wichtig die Wasserversorgung für den Erhalt der Weinlandschaft und die Sicherung der Weinqualität sei. Der Aufbau einer nachhaltigen und intelligenten Wasserversorgung der fränkischen Weinberge sei deshalb eine große Herausforderung.

Als Gastherr hatte Iphofens Bürgermeister Josef Mend das Symposium in der Karl-Knauf-Halle eröffnet. „Wir müssen uns ständig anpassen, immer dazu lernen und unsere Chancen erkennen“, forderte er. Das Ziel müsse lauten, eine offene und ehrliche Gastfreundschaft anzubieten. „Letztendlich bleibt bei den Gästen ein Gefühl haften“, bestätigte Frankens Weinkönigin Klara Zehnder in ihrem Grußwort. Je authentischer und individueller ein Aufenthalt wahrgenommen werde, desto besser. Die Gästeführer „Weinerlebnis Franken“ hätte diesbezüglich etwas Großes geschaffen.

Neue Wege zu beschreiten, sei für die Protagonisten im fränkischen Weintourismus kein Problem, versicherte Josef Mend und wünsche sich von der Ministerin nichts anderes, als eine gute Startchance. Ein Wunsch, dem Kaniber mit Fördermöglichkeiten nachkommen will.



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