MAINBERNHEIM

Neues Konzept gegen Leerstand

Das Zentrum Mainbernheims verwaist zunehmend. Mit dem neuen Tourismusprojekt „Albergo Diffuso“ will man nun etwas dagegen tun.
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Markus Schäfer und Yvonne Slanz vom Planungsbüro Transform stellten in der Stadtratssitzung Mainbernheim am Donnerstag das Konzept „Albergo diffuso“ vor. Vorne Bürgermeister Peter Kraus. Foto: Foto: Susanne Himsel

Bei der Suche nach Fördermitteln hat Mainbernheim einen Coup gelandet: Das eingereichte Projekt „Albergo Diffuso“ wurde bei einem vom Bundesbauministerium ausgelobten Wettbewerb „Baukultur und Tourismus“ als eines von deutschlandweit acht Entwürfen aus einer Vielzahl von Vorschlägen ausgewählt.

Bürgermeister Peter Kraus berichtet in der Stadtratssitzung am Donnerstag, dass sich die Stadt dadurch weitere Fördermittel in Höhe von maximal 40 000 Euro für Planungskosten gesichert hat, um das für den Tourismus und die Altstadtsanierung wichtige Projekt weiter zu verfolgen. Die Stadt selbst muss – verteilt auf die Projektdauer von zwei Jahren – lediglich 20 Prozent der Kosten selbst tragen. Auf die kann aber der Personaleinsatz angerechnet werden.

  • Standpunkt: Das Herzstück der Stadt erhalten

Das Projekt „Albergo Diffuso“ ist ursprünglich ein italienisches Tourismuskonzept, bei dem Gäste in vormals leer stehenden Häusern untergebracht werden. Die Vergabe der Zimmer übernimmt zentral eine Koordinations- und Anlaufstelle. Das Planungsbüro Transform aus Bamberg hat nach einer Ratssitzung am 15. September mit heißer Nadel die Bewerbung bis 20. September erarbeitet. Im Visier der Stadtplaner sind 24 leer stehende, aber ortsbildprägende Gebäude in der Altstadt, die für das Modell „Albergo Diffuso“ in Frage kommen könnten.

Die Radlerherberge wird als Beispiel und „Keimzelle“ für das Projekt benannt. Erste Gespräche mit Eigentümern habe das Planungsbüro geführt, informiert Stadtplaner Markus Schäfer. Das besondere Merkmal des italienischen Konzeptes ist, dass für den Kauf und späteren Betrieb der Häuser eigene Gesellschaften gegründet werden. Diese gebe Anteile aus, die teils von der Stadt, von Bürgern und anderen Investoren erworben werden können. Für Mainbernheim gebe es weitere mögliche Szenarien, bei denen die Stadt oder Bürger Eigentümer der Albergos wären.

Derzeit erstellt das Stadtplanungs-Team einen detaillierten Antrag mit Ablauf-, Zeit- und Finanzierungsplan, der bis 28. Oktober bei der zuständigen Forschungsassistenz eingereicht werden muss. Bis zum Projektbeginn im Januar 2017 und in der folgenden Zeit sind noch viele offene Fragen zu klären, zum Beispiel welche Hausbesitzer bei dem Projekt mitmachen wollen, welche Zuschüsse für die Sanierung der Häuser zur Verfügung stehen oder wer die Kosten trägt.

Obwohl das Planungsbüro die Gebäude für erhaltenswert hält, macht Markus Schäfer schon jetzt eines deutlich: Dass es selbst mit Zuschüssen für den Einzelnen schwierig sein wird, die Sanierungskosten wieder hereinzubekommen. Aus den Reihen der Stadträte kam daraufhin der Einwand, dass es sich bislang nur um sehr grobe Kostenschätzungen handele. Für eine genaue Kalkulation der Kosten müsse man erst noch mit einem Steuerberater sprechen und die genaue Höhe der Fördermittel kennen.

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