Kitzingen
Wirtschaft

Neues Image für Kitzingen

Der Wirtschaftsstandort Kitzingen verändert sich. Bestehende Firmen erweitern, neue kommen dazu.
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Wandel: Standortleiter Michael Brych steht auf dem Gelände von Leoni in Kitzingen. Im Hintergrund drei Gebäude, deren Fassaden den Wandel des Unternehmens symbolisieren.
Wandel: Standortleiter Michael Brych steht auf dem Gelände von Leoni in Kitzingen. Im Hintergrund drei Gebäude, deren Fassaden den Wandel des Unternehmens symbolisieren.
Vom Garnisons- zum Innovationsstandort. So lautet der Slogan, mit dem die Stadt Kitzingen die Zeit nach dem Abzug der US-Soldaten eingeläutet hat. Aus dem Slogan wird langsam Realität.

"Zahlreiche Kitzinger Unternehmer wollen ihren Standort erweitern beziehungsweise sichern", sagt Thorsten Fischer. Der Stadtplaner schaut optimistisch in die Zukunft. Und er ist nicht der einzige. Markus Blum hat Anfang Mai die ehemalige US-Kaserne Harvey-Baracks gekauft. Fast sechs Monate und viele Verhandlungen später, ist auch er guter Dinge. "In fünf Jahren soll die Hälfte der Fläche in Nutzung sein." So lautet sein Minimalziel. "Nach heutigem Stand werden wir das sogar übertreffen."

Etwa 70 Hektar Gewerbefläche in conneKT, wie die ehemalige Harvey-Kaserne jetzt heißt. Dazu etwa 50 Hektar im Innopark, der ehemaligen Larson-Kaserne. Kitzingen verfügt über jede Menge Gewerbefläche.
Dazu kommen kleinere Parzellen in den Gewerbegebieten Schwarzacher Straße und Großlangheimer Straße. Kein Wunder, dass Stadtplaner Thorsten Fischer von einem sehr guten Angebot spricht.

Davon sollen natürlich auch die bestehenden Betriebe profitieren. Beispielsweise die Firmen Höhn und Leoni in der Panzerstraße. Sie hatten keine vernünftigen Erweiterungsmöglichkeiten, so lange die angrenzende Kaserne noch im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben war. Jetzt ist der Personalleiter für den gesamten Bordnetzbereich von Leoni, Michael Brych, sehr zufrieden, wenn er über die Baustelle geht. Bereits im November soll die erste von zwei umgebauten Hallen bezugsfertig sein. Die Mitarbeiter werden dann über ganz moderne Arbeitsstätten verfügen. Nach und nach sollen auch die anderen vier Hallen umgebaut werden. Zusätzlich hat das Unternehmen 2,5 Hektar der angrenzenden ehemaligen Kaserne gekauft. "Die eine Hälfte wird Parkplatz", erklärt Brych. Die andere Hälfte ist für weitere mögliche Erweiterungen gedacht. "Wir können damit auch den Wachstum auf mehr als fünf Jahre hinaus abbilden", erklärt der Standortleiter.

Der Blick geht klar in Richtung Wachstum. Etwa 2,2 Milliarden Umsatz macht machte Leoni Bordnetze in 2012. Die Prognose für 2017 geht von fünf Milliarden Euro aus. 35 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen die Umbauarbeiten in Kitzingen kosten. 828 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. In fünf Jahren könnten es etwa 100 mehr sein. Administration, Entwicklung, Vertrieb: Wer bei Leoni Bordnetze in Kitzingen arbeitet, hat einen hochwertigen Job.

Die gute Konjunktur macht auch Markus Blum Laune. Etliche Anfragen hat der Unternehmer aus Iphofen für conneKT. Kleinere Firmen aus der Region sind genau so dabei, wie große Betriebe aus dem gesamten Bundesgebiet. Derzeit läuft eine Anfrage eines Unternehmens, das seine mitteleuropäische Zentrale in Kitzingen verwirklichen will. 30 Hektar wären mit einem Schlag weg. "Es läuft besser, als vor zwei Jahren gedacht", sagt Blum. "Und dabei fangen wir erst so richtig mit der Vermarktung an."

Bereits jetzt sind die Firmen Fritsch und Terex auf dem Gelände zugange. Fritsch fertigt die Endmontage für seine Backmaschinen in einer Halle, Terex testet seine Spezialfahrzeuge auf einer großen Betonfläche. Blum ist außerdem mit Software- und Planungsfirmen im Gespräch, hat Anfragen aus dem Verpackungs- und Versandbereich und führt Vorgespräche mit der Uni in Würzburg, die sich vorstellen kann, das Fluggelände für ihre Mini-Satelliten zu nutzen. "Das wird ein toller Branchenmix", sagt Blum. Auch er spricht von hochwertigen Arbeitsplätzen. 2400 sind laut Bebauungsplan insgesamt vorgesehen.

Neue Technologien, hochwertige Arbeitsplätze. Diese Entwicklung wird auch auf der anderen Seite der Stadt, im Innopark, verfolgt. Im Juni 2011 startete die Vermarktung, heute sind 42 Firmen auf dem Gelände ansässig. "Da ist alles dabei", berichtet Projektleiter Michael Klos. "Vom kleinen Start-up-Unternehmen über den Dienstleister bis hin zur Stahlproduktion." Fast alle Unternehmen sind aus dem Umland in den Innopark gezogen. "Viele aus Würzburg", sagt Klos. Der Vorteil an Kitzingen: Parkplätze vor der Tür und günstigere Mieten.

42 bis 49 Euro kostet der Quadratmeter bei Markus Blum im conneKT - erschlossen. Die Stadt Kitzingen bietet ihre Flächen zu einem ähnlichen Preis an - allerdings unerschlossen. Ein Grund, warum Markus Blum guter Dinge ist, dass seine Flächen schnell Interessenten finden."Das hängt allerdings auch vom Baurecht ab", gibt er zu bedenken. Mitte Januar soll die Planreife erreicht sein. Dann kann die Vermarktung richtig durchstarten. Das wäre auch wichtig. Für den Unternehmer genau so wie für den Standort Kitzingen. "Noch haben wir einen Vorlauf vor Städten wie Schweinfurt und Bamberg." Aber auch dort gibt es Slogans - und ehrgeizige Pläne.
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