Zehn Jahre ist es her, dass die Schwestern der Communität Casteller Ring das Schwanbergcafé aus Altersgründen verpachteten. Zehn Jahre lang bewirtete Doris Paul - seit 2008 auch Wiesenbronner Bürgermeisterin - die Anlaufstelle für Wanderer, Gottesdienstbesucher, Kurs- und Fortbildungsteilnehmer. Nun lief ihr Pachtvertrag aus und Mitte April ging damit so etwas wie eine Ära zu Ende: Doris Paul übergab das Café einer jungen Nachfolgerin.
"Es waren gute zehn Jahre mit Frau Paul und sie sind gut zu Ende gegangen. Jetzt freue ich mich auf etwas Neues", kommentiert Stefan Sedlacek die Veränderung. Der Geschäftsführer des Geistlichen Zentrums Schwanberg hat sich nach mehreren Gesprächen für die 28-jährige Anne Stöcklein aus Großlangheim entschieden. "Sie hat mit ihrem Konzept das Rennen gemacht."
So jung Anne Stöcklein ist, so viel Erfahrung kann sie aufweisen: In Kitzingen lernte sie das Handwerk der Konditorin, bevor sie eine Fortbildung zur Hauswirtschafterin und den entsprechenden Meister draufsetzte. Ab 2003 war sie dann im Schlosshotel Steinburg in Würzburg vorwiegend für die Patisserie zuständig, arbeitete also als Küchenkonditorin. Weitere Erfahrungen sammelte sie in verschiedenen Hotels in Deutschland und Österreich. "Vor zweieinhalb Jahren habe ich dann meinen Sohn bekommen." Bis vor ein paar Tagen war Stöcklein noch in Elternzeit - "aber jetzt will ich wieder richtig starten". Dafür hat sie sich nun ihren großen Traum erfüllt: Ein eigenes Café. Als gebürtige - und inzwischen auch wieder dort wohnende - Großlangheimerin kennt sie den Schwanberg von Klein auf und hat ihre Chance ergriffen, als sie erfuhr, dass ein neuer Pächter für das Schwanbergcafé gesucht wird.

Biergarten wird eröffnet


Die junge Gastronomin hat schon ganz genaue Vorstellungen von der bewährten, aber jetzt doch irgendwie neuen Gaststätte. "Die größte Veränderung wird sein, dass ich den Biergarten bewirtschaften will." Dieser liegt dem Café direkt gegenüber und bietet einen tollen Blick über das Kitzinger Land. Wie das ganze Café soll er eine Anlaufstelle für Jung und Alt werden - und zwar schon ab dem Vormittag. "Es wird weiterhin überwiegend hausgemachte Kuchen geben. Aber ich werde die Speisekarte auf herzhafte Gerichte ausweiten." Sonntags können die Gäste dann schon ab 10 Uhr zum Frühschoppen kommen und Wanderer können sich um die Mittagszeit stärken. "In regelmäßigen Abständen soll es in Zukunft auch verschiedene Events geben wie Frühstücksbuffets, Musikveranstaltungen oder Weinproben."

Schlichte Gestaltung


Auch optisch will Stöcklein das Café neu aufziehen. Ihr schwebt eine schlichte, zeitgemäße Linie in der Gestaltung vor, die bisherige Stammgäste ebenso ansprechen soll, wie neue Besucher. "Die Leute werden auf jeden Fall erkennen, dass sich etwas geändert hat."
Geändert hat sich mit diesem Einschnitt auch das Leben für Doris Paul. Sie wollte allerdings keine Stellung zu dem Wechsel nehmen. Sie betonte auf Nachfrage aber, dass sie ihre Zukunft neben ihren anderweitigen Aufgaben weiterhin in der Gastronomie- und Tourismusbranche sieht.
Laut Stefan Sedlacek verlief die Trennung einvernehmlich: "Es war ein längerer Prozess." Über mehrere Monate hinweg seien Gespräche über die Rahmenbedingungen und die Zukunft des Cafés geführt worden. "Am Ende war uns beiden klar, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege zugehen. Aber es ist alles in Ruhe, Frieden und Freundlichkeit über die Bühne gegangen."
Bis Anne Stöcklein am 11. Mai loslegen kann, hat sie noch einiges zu tun: "Den Biergarten vollends herrichten, Personal suchen und einweisen, Details mit Partnern und Lieferanten klären. Und das Eröffnungsspecial muss noch vorbereitet werden." Die Besucher können gespannt sein.

Weitere Infos zur Geschichte und zu den neuen Öffnungszeiten des Schwanbergcafés finden Sie in der Freitagsausgabe der Kitzinger.