PRICHSENSTADT

Neuem Wohngebiet fehlt die zweite Zufahrt

Der Stadtrat genehmigte den Bebauungsplan für das Baugebiet „Ziegelgärten VI“. 7000 Quadratmeter stehen zur Verfügung, aber es gibt nur eine Zufahrt in die Siedlung.
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Bagger (Symbolbild)
Bagger (Symbolbild) Foto: Julien Warnand (EPA)

Das neue Baugebiet „Ziegelgärten VI“ in Prichsenstadt geht in die nächste Runde. Der Stadtrat genehmigte den Vorentwurf des Bebauungsplanes, erstellt von der Firma BaurConsult und gab gegen eine Stimme dem Aufstellungsbeschluss sein Ja. Nun werden die Pläne öffentlich ausgelegt.

Claudia Roschlau, Markus Schlichting und Christiane Clemens von BaurConsult haben in den zurückliegenden Wochen emsig gearbeitet und auch, wie Schlichting erklärte, die Entwässerung mit eingeplant. Sie geschieht über einen Kanal unterhalb der Bahntrasse und verläuft einige hundert Meter bis knapp unterhalb des TSV-Sportheims in ein noch anzulegendes Regenrückhaltebecken.

Unterhalb eines Grundstückes im Süden des Baugebietes wird ein Leitungsrecht eingeräumt, um Regenwasser abzuleiten. Weiter südlich liegt ein Bodendenkmal, das noch nicht untersucht ist und eine Ausweitung des Baugebietes verhindert.

Bauland auf 7700 Quadratmetern

Gleichzeitig wird dadurch auch eine weitere Zufahrt zum Baugebiet eingeschränkt, die an die Wiesentheider Straße anbinden könnte. Denn noch immer steht nicht fest, wann die Deutsche Bahn die direkt angrenzende Bahntrasse endgültig stilllegt. Dann könnte eine weitere Zufahrt sichergestellt werden. Der bislang einzige Weg zu den Ziegelgärten führt über die Bahnhofstraße im Norden des gesamten Gebietes.

Hinsichtlich des Baugrundes wird jedem Bauherren empfohlen, „eine weiße Wanne oder einen anderen Schutz gegen eindringendes Grundwasser einzuplanen, falls das Haus unterkellert werden soll“, so Schlichting.

Im Bezug auf die Häuser selbst sollen laut BaurConsult „viel gestalterische Möglichkeiten geboten werden, auch was die Dachform und die Farbe sowohl des Daches als auch des Hauses angeht“. Auf „grelle Farben“ soll verzichtet werden, was eine Diskussion im Rat über „grelle Farben“ auslöste. Letztlich einigte sich das Gremium auf „gedeckte Farben“.

Wegen den neuen Richtwerten für den Schallschutz (insbesondere wegen Abendveranstaltungen in der nahen TSV-Halle) legte der Rat fest, dass entsprechende Schallschutzfenster eingebaut werden sollten. „Dann wäre die Stadt bei Beschwerden auf der sicheren Seite, weil sie das ja den Bauherren aufgetragen hat“, sagte Claudia Roschlau, „solche Sachen sind mittlerweile in allen Baugebieten Vorschrift, und hier ist es noch sehr einfach.“

Größere Diskussionen entstanden wegen eines geplanten Anwandweges, damit die Landwirte Felder bewirtschaften können. Hier ist im östlichen Teil ein Abstand zwischen den Feldern und dem Grundstück von drei Metern geplant. Das war manchen Räten zu wenig, weshalb BaurConsult nun überlegt, einige Grundstücke in der Mitte des Baugebietes sozusagen zu verschieben.

Öko-Konto: Guthaben in Laub

Eine Ausgleichsfläche für das gut 7700 Quadratmeter große Baugebiet, erklärte Christiane Clemens, sei in Laub vorhanden. 2009 hatte die Stadt diese Fläche in ihr „Öko-Konto“ eingezahlt, und weil es wie bei einer Bank eine Verzinsung gibt, ist diese Fläche sozusagen „angewachsen“, obwohl sie nicht wirklich größer geworden ist.

Deshalb muss die Stadt auch „nur“ knapp 6000 Quadratmeter vom Konto „abbuchen“. Und für die auf dem künftigen Bauland lebenden Tiere werden Ausgleichsmöglichkeiten in unmittelbarer Umgebung geschaffen.

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