IPHOFEN

Neue Weinprinzessin: Happy End nach schwieriger Suche

Marie-Luise Scheckenbach ist die neue Iphöfer Weinprinzessin. Die 17 Jahre alte Schülerin war über eine Anzeige gefunden worden. Was noch neu war an ihrer Könungsfeier:
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Die neue Iphöfer Weinprinzessin Marie-Luise Scheckenbach, umringt von (von links) stellvertretendem Landrat Paul Streng, Vorgängerin Christina Lutz, Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbands, Bürgermeister Josef Mend und Hansi Ruck, Vorsitzender des Weinbauvereins Iphofen. Foto: Foto: Timo Lechner
„Weinprinzessin, das ist kein Job für Stubenhocker und Langweiler.“
Hansi Ruck, Vorsitzender Iphöfer Weinbauverein

Marie-Luise Scheckenbach ist die neue Iphöfer Weinprinzessin. Die 17 Jahre alte Schülerin am Armin-Knab-Gymnasium Kitzingen folgt auf Christina Lutz, die im Juli 2014 die Krone für die Weinstadt übernommen hatte. Am Freitag wurde Marie-Luise Scheckenbach in der Verkündhalle des Iphöfer Rathauses gekrönt. Gleichzeitig ging damit eine Geschichte glücklich zu Ende, die Iphofen und seine Suche nach einer Weinprinzessin weit über die Grenzen der Region aus beschäftigte.

Voran gegangen war eine ganzseitige Annonce im Iphöfer Amtsblatt, deren Wortlaut eher an ein Topmodel-Casting erinnerte als an eine gewöhnliche Suchanzeige. Hansi Ruck, Vorsitzender des Iphöfer Weinbauvereins zeichnete den Hergang dieser Idee und dem, was dann folgen sollte, kurz nach: „Wir mussten zu Beginn des Jahres feststellen, dass es zu wenige hübsche Winzertöchter in Iphofen gab, die sich für das Amt der Weinprinzessin begeistern. Deshalb wählten wir den ungewöhnlichen Weg einer Ausschreibung“, sagte Ruck. Gestaltet worden war die mit „Plötzlich Prinzessin?“ überschriebene Anzeige von einer befreundeten Werbeagentur.

Storys über „verzweifelte Suche“

So richtig ins Rollen kam die Sache erst, als diese Zeitung auf jene Annonce und deren Hintergrund aufmerksam machte, wie Ruck schilderte. In der Folge stürzten sich Agenturen und überregionale Funkmedien auf diese Geschichte und machten aus der „verzweifelte Prinzessinnensuche“ in Iphofen mehrere Beiträge.

Mit Erfolg: Letztlich waren es zwei Kandidatinnen, die sich beim Weinbauverein gemeldet haben. Eine davon ist Michelle Krämer aus Nenzenheim. Die ist zwar „schon“ 23 Jahre alte, verheiratet und hat zwei Kinder. Jedoch habe sie den Verein grundsätzlich überzeugt, auch wenn die Wahl letztlich auf die Iphöferin Marie-Luise Scheckenbach fiel.

Die ergriff dann auch in der Verkündhalle des Rathauses gleich beherzt das Mikrofon, nachdem sie wie eine Königin über die Treppe vom ersten Stock aus herabgeschritten war und sich der Versammlung präsentierte.

Oboe und Klarinette

Von Kindheit an sei sie im Weinberg des Großvaters mit dabei gewesen, der Traum, einmal Prinzessin zu sein, sei ein klassischer Mädchentraum, den sie nun in die Tat umsetzen könne. Marie-Luise spielt Oboe und Klarinette und musiziert nicht nur in der Iphöfer Feuerwehrkappelle, sondern auch im sinfonischen Blasorchester ihrer Schule. Dort singt sie zudem im Chor und ist in der Tanzgruppe der Iphöfer Stücht aktiv.

Vorgängerin Christina Lutz berichtete von ihren vielen interessanten Terminen in den vergangenen zwei Jahren als Iphöfer Weinprinzessin. Es sei nicht immer leicht gewesen, Beruf und Ehrenamt in Einklang zu bringen. Dennoch hätten ihr die vielen Weinfest-Eröffnungen oder auch die Reisen in deutsche Großstädte viel Freude bereitet. Nicht zuletzt absolviert sie derzeit eine Ausbildung zur Winzerin, die sie erst während der Amtszeit begonnen hatte.

Leidenschaft ist entscheidend

Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbands, bedankte sich nicht nur bei der scheidenden Hoheit, sondern freute sich darüber, dass mit Marie-Luise Scheckenbach eine junge Frau dieses Amt übernimmt, die zwar nicht direkt aus einer Winzerfamilie stammt (die Eltern betreiben eine Bäckerei mit Gaststätte), aber die Leidenschaft für den Job mitbringe. „Es nützt nichts, wenn eine Wein-Dynastie hinten dran steht, aber kein Interesse vorhanden ist“, meinte Steinmann. Und Hansi Ruck brachte es noch einmal auf den Punkt: „Weinprinzessin, das ist kein Job für Stubenhocker und Langweiler.“

Im Anschluss an den Reigen an Reden gab es noch einmal eine Premiere: Die frisch gekrönte Weinprinzessin von Iphofen trat heraus auf die Rathaustreppe, vor der unten auf dem Marktplatz rund 100 Iphöfer warteten, um ihrer neuen Hoheit zu huldigen.

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