SOMMERACH

Neue Heimat für 820 Flüchtlinge

820 Asylbewerber haben laut Landratsamt im Kreis Kitzingen eine (Zwischen-)Heimat gefunden. Das ist allerdings noch längst nicht das Ende des Flüchtlingsstroms.
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Notunterkünfte dringend gesucht: 820 Flüchtlinge haben mittlerweile im Landkreis Kitzingen eine (Zwischen-)Heimat gefunden. Doch es fehlen pro Landkreis in Bayern jeweils etwa 100 Plätze. Foto: Foto: Ralf Dieter

820 Asylbewerber haben laut Landratsamt im Kreis Kitzingen eine (Zwischen-)Heimat gefunden. Weil die Flüchtlingsströme nicht abreißen und weitere Unterkünfte gesucht werden, war die Asylproblematik ein Thema bei der Kreisverbandsversammlung des Bayerischen Gemeindetags am Donnerstag im Sommeracher Rathaus. Das Problem in der nahen Zukunft: „Jeder Landkreis muss noch hundert Plätze bringen“, so stellvertretender Landrat Paul Streng.

Obwohl das Problem den Gemeinden auf den Nägeln brennt, die Flüchtlinge unterbringen sollen und die oft weder wissen, wer kommt und wann, wurde die Asylfrage bei dem Treffen lediglich angerissen. Der Grund laut Streng: Landrätin Tamara Bischof wolle das Thema zum Kernpunkt bei der Bürgermeisterdienstbesprechung am 24. September machen. Bis dahin dürften die aktuellen Asylbewerberzahlen längst Geschichte sein.

Derzeit leben von den insgesamt 820 Asylbewerbern im Kreis 249 in Gemeinschaftsunterkünften wie beispielsweise dem Corlette Circle. 207 seien in der Notunterkunft im Kitzinger Innopark untergebracht und 364 Menschen in dezentralen Unterkünften.

Mit Blick auf geforderte Bereitstellung von Unterkünften hat der Landkreis Streng zufolge seine Aufgabe erfüllt. Man liege sogar um 60 Asylbewerber über der geforderten Quote. Angesichts neuer Flüchtlingsströme, die in den Kreisen verteilt werden müssten, kämen aber neue Herausforderungen auf die Region zu. Dies könnte dann eventuell auch die zwölf Gemeinden (31 Kommunen gibt's im Kreis) betreffen, die bislang noch keinen Beitrag zur Lösung der Frage leisten mussten.

Die Flüchtlingsproblematik hat nach Meinung des Kreisverbandsvorsitzenden Josef Mend zwei ungelöste Aspekte. Zum einen müssten Arbeitsplätze für Asylbewerber gefunden werden und Wohnraum für die, die hier bleiben dürfen.

Wobei Mend beim Thema Wohnen nicht nur die Asylbewerber im Auge hat. Es fehle im Landkreis vielerorts an bezahlbarem Wohnraum auch für Einheimische. Der soziale Wohnungsbau, der in früheren Jahren auch Menschen mit geringeren Einkommen eine passende Mietwohnung bescherte, sei stark zurückgegangen.

„Dieses Problem muss besser gelöst werden von der großen Politik“, so Mend.

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