IPHOFEN

Neue Ausstellung im Knauf-Museum

Unter dem Titel „Frauen des Alten Amerika – in Kult und Alltag“ präsentiert das Knauf-Museum eine neue Ausstellung. Dabei werden Frauen in merkwürdigen Positionen gezeigt.
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Marianne Greif und Markus Mergenthaler bereiten derzeit die Ausstellung „Frauen des Alten Amerika – in Kult und Alltag“ vor. Hier präsentieren sie eine sitzende Schamanin mit Trommel der Manteno-Kultur aus Ecuador. Foto: Foto: G. Krämer

Unter dem Titel „Frauen des Alten Amerika – in Kult und Alltag“ präsentiert das Knauf-Museum ab 22. September in einer kleinen Kabinettausstellung 32 figürliche Keramiken aus Süd- und Mittelamerika. Alle Objekte sind Originale und stammen aus der Sammlung Ulrich Hoffmann in Stuttgart.

Die Ausstellung zeigt nach den Worten von Museumsleiter Markus Mergenthaler Frauenfiguren aus der präkolumbischen Zeit. Es sind Exponate der Kulturen der Valdivia (Ecuador), Moche (Peru), Nazca (Südliche Küstenregion), Jalisco, Colima, Nayarit (West-Mexiko) und Chancay (Peru) zu sehen.

Mergenthaler und seine Mitarbeiterin Marianne Greif platzieren die Figuren im Ausstellungskabinett, das es seit 2010 im Obergeschoss des Seitenflügels im Knauf-Museum gibt. Diesmal ist es mit roten, von der Decke hängenden Bändern ausgeschmückt – sinnbildlich für die Fruchtbarkeit und den Lebenssaft, erläutert Greif. „Die Ausstellung baut auf die Südamerikaausstellung auf, die wir im Haus haben“, sagt Mergenthaler.

Alle Keramiken stellen Frauen dar. Viele der tönernen Figuren waren Fruchtbarkeitssymbole als Grabbeigabe für die Ahnen oder als Erinnerung an die Ahnen. Manche nehmen merkwürdige Stellungen ein. Zum Teil sind sie schwanger. Durch ihre Position auffallend erdverbunden dargestellt, ist eine Reihe von Frauen aus Mexiko, Peru und Ecuador. Bei allen sind entweder primäre oder sekundäre Geschlechtsmerkmale besonders hervorgehoben – an der eindeutigen Weiblichkeit dieser Figuren soll kulturübergreifend kein Zweifel gelassen werden.

Betrachtet man jede der Dargestellten genau, entsteht bald der Eindruck, dass keine „nur so“ sitzt oder steht. Alle scheinen ihre Körperhaltung mit Bedacht eingenommen zu haben. Auch gibt es Figuren, die vermutlich im Acker vergraben wurden, damit der Mais gut gedeiht.

Die Kabinettausstellung „Frauen des Alten Amerika – in Kult und Alltag“ ist bis 5. November im Knauf-Museum in Iphofen zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr.

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