Schwarzenau

Nächster Schritt in Richtung Dorferneuerung

Ein weiterer Schritt in Richtung Dorferneuerung ist getan. Drei Arbeitskreise beschäftigen sich in Schwarzenau seit Herbst intensiv mit den Themen "Lebensqualität, Naherholung und Kultur", "Straßen und Verkehr" sowie "Treffpunkte". Weitere Ideen wurden auf einem Seminar in Klosterlangheim erarbeitet. Evi Mohr vom Schweinfurter Planungsbüro Schlicht-Lamprecht hatte die Ergebnisse der Sitzungsprotokolle auf einem Ortsplan zusammengefasst und wies auf Leerstände, Baulücken und Potenzial an einzelnen Objekten im Ortskern hin.
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Mitbestimmung gefragt. Zur Priorisierung der Maßnahmen klebten die Schwarzenauer Punkte auf Stellwände im Haus der Gemeinschaft. Foto: Andreas Ruhsert

Ein weiterer Schritt in Richtung Dorferneuerung ist getan. Drei Arbeitskreise beschäftigen sich in Schwarzenau seit Herbst intensiv mit den Themen "Lebensqualität, Naherholung und Kultur", "Straßen und Verkehr" sowie "Treffpunkte". Weitere Ideen wurden auf einem Seminar in Klosterlangheim erarbeitet. Evi Mohr vom Schweinfurter Planungsbüro Schlicht-Lamprecht hatte die Ergebnisse der Sitzungsprotokolle auf einem Ortsplan zusammengefasst und wies auf Leerstände, Baulücken und Potenzial an einzelnen Objekten im Ortskern hin.

In einem kurzweiligen Vortrag mit anschaulichem Karten- und Fotomaterial hatte zuvor Christiane Reichert von der Stadt- und Denkmalpflege Bamberg die Geschichte und Struktur des Schwarzacher Orteils erläutert. Dabei ging sie besonders auf ortsprägende Gebäude ein. Wo sich heute der Campingplatz befindet, lagen einst drei Inseln im viel breiteren Flussbett des Mains, eine Furt ermöglichte die Überquerung. Nach dem Einsatz einer Gierseilfähre ab 1840 wurde 1889 die erste Mainbrücke gebaut, deren Damm und Brückenzollhaus heute noch das Ortsbild am Mainufer prägen. Gebäude zweier intensiver Bauphasen beeinflussen Schwarzenaus Altort bis heute. Um 1592 wurde unter Amtmann Valentin Echter, dem jüngeren Bruder des Fürstbischofs Julius Echter, unter anderem die Pfarrkirche gebaut. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand unter der Verwaltung des Geschlechts von Ingelheim das neue Schloss.

Viel Potential

Gut 40 Schwarzenauer hatten sich im Haus der Gemeinschaft eingefunden, um den Ausführungen der beiden Referentinnen zu folgen, einzelne Punkte regten auch zu Diskussionen an. "In Schwarzenau steckt viel Potenzial", ist Peter Doneis, Baudirektor beim Amt für ländliche Entwicklung, überzeugt. Wichtig sei aber auch die Berücksichtigung der Interessen von Privatleuten bei der  Dorferneuerung, um hohe Akzeptanz zu schaffen.

Die 46 aufgeführten Stichpunkte tangieren oft mehrere Themenbereiche der drei Arbeitskreise. Um die weiteren Planungen in den Arbeitskreisen konkretisieren zu können, waren die Schwarzenauer aufgefordert, die Bedeutung der Maßnahmen mit Klebepunkten auf Stellwänden zu priorisieren. Dabei kristallisieren sich einige Anliegen deutlich heraus. Viele Schwarzenauer wünschen sich eine Umgestaltung der Mainauen, aktuell als Pferdekoppeln genutzt, zu einer Naherholungsfläche. Der Brückendamm könnte bald ein noch attraktiverer Aufenthalts- und Veranstaltungsort werden. Außerdem fehlt ein zentraler Treffpunkt im Ort. Möglich wäre die Neugestaltung des Umfelds des Hauses der Gemeinschaft oder des alten Feuerwehrhauses mit Vorplatz neben der Kirche. Zudem wurde die Errichtung einer Badestelle am neuen Baggersee angebracht. Weiter besteht der Wunsch nach Neugestaltung und Verkehrsberuhigung der häufig frequentierten Durchfahrtsstraßen und deren Ortseingänge. Den Schwarzenauern fehlt auch ein durchgängiger Fußweg entlang des Mainufers, dieser wird aktuell durch das Gelände des Campingplatzes unterbrochen.

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