MÜNSTERSCHWARZACH

Musikalischer Hochgenuss am Einheitstag

Symphonische Musik auf höchstem Niveau erlebten 1600 begeisterte Besucher beim Münsterschwarzacher Abteikonzertes am Tag der deutschen Einheit.
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Erhebendes Konzerterlebnis: Dirigent, Solisten, Orchester und Chor wurden beim großen Münsterschwarzacher Abteikonzert am 3. Oktober vom Publikum umjubelt. Die gespielte neunte Symphonie von Ludwig van Beethoven war ein musikalischer Hochgenuss. Foto: Foto: Georg Ruhsert

Symphonische Musik auf höchstem Niveau erlebten 1600 begeisterte Besucher beim Münsterschwarzacher Abteikonzertes am Tag der deutschen Einheit.

Geboten wurde Beethovens 9. Symphonie mit der bekannten Ode „An die Freude“ im Schlusschor sowie das berühmte Violinkonzert in e-Moll von Mendelssohn-Bartholdy.

Die Nürnberger Symphoniker unter Chefdirigent Alexander Shelley entführten die Zuhörer in die gewaltige Klangwelt symphonisch-orchestraler Musik. Das zuerst gespielte e-Moll Violinkonzert ist Mendelssohns populärstes Werk und galt schon kurz nach seiner Uraufführung im Jahre 1845 als eines der größten Violinkonzerte der Musikliteratur. Es verlangt dem Solisten, wie auch dem Orchester, einiges ab.

Der 32-jährige, international renommierte Geigenvirtuose Erik Schumann und die Nürnberger bildeten dabei eine vergnügliche Einheit. Dies war nicht zuletzt die Leistung von Chefdirigent Shelley. Er schuf eine perfekte Balance zwischen den atemberaubenden Soli der Violine und dem Orchester. Seine Symphoniker folgten dem kleinsten Wink des Taktstocks und nahmen die Stimmungen, die Schuhmann zauberte wie selbstverständlich fließend auf. Ein perfektes Team eben.

Stehende Ovationen

Von den stehenden Ovationen des Münsterschwarzacher Publikums sichtlich bewegt, gab Schumann noch eine kleine Solo Zugabe aus der D-Moll Partita von Bach. Während der Klang seiner 300 Jahre alten Stradivari den riesigen Kirchenraum füllte, hätte man eine Stecknadel fallen gehört.

Kein Werk hätte wohl so gut zum Tag der deutschen Einheit gepasst, wie Beethovens „Neunte“ im zweiten Teil des Konzerts. Der Wunsch „alle Menschen werden Brüder“ versinnbildliche Einheit in Vielfalt, meinten 1985 die europäischen Politiker und wählten den Schlusschor „Freude schöner Götterfunken“ zur Europahymne. Der rund 130 Sänger starke Konzertchor, gebildet aus dem Monteverdichor Würzburg und dem Philharmonischen Chor Nürnberg, schleuderte diese Botschaft stimmgewaltig in die Welt. Wunderschön auch das Soloquartett mit Sopranistin Mojka Erdmann, Altistin Katharina Peetz, Tenor Robert Kuenzli und Bass Jochen Kupfer.

Lang anhaltender Beifall dankte für ein herausragendes Konzerterlebnis. Organisator Pater Dominikus Trautner landete mit der Programmauswahl und den verpflichteten Musikern auch diesmal wieder einen Volltreffer. Und so darf man sich schon heute auf das Konzert am 3. Oktober 2015 freuen – dann wird es Bruckners 9. Symphonie geben.

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