WÜRZBURG

Müllheizkraftwerk spart auf eine neue Ofenlinie

Ein Jahresergebnis von 2,3 Millionen Euro hat das Würzburger Müllheizkraftwerk (MHKW) 2015 erwirtschaftet. Das Geld ist fest eingeplant für die Generalsanierung.
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Der Kamin des Müllheizkraftwerks in Würzburg, dessen beiden älteste Ofenlinien in den nächsten Jahren erneuert werden müssen. Foto: Foto: Gerhard Meissner

Ein Jahresergebnis von 2,3 Millionen Euro hat das Würzburger Müllheizkraftwerk (MHKW) im vergangenen Jahr erwirtschaftet. Das Geld ist fest eingeplant für die bevorstehende Generalsanierung der Verbrennungsanlage am Faulenberg. 20 bis 30 Millionen Euro will der Zweckverband Abfallwirtschaft bis 2019 in die Erneuerung der ersten von drei Ofenlinien investieren.

Die Anlage war in den 80er Jahren gebaut worden, um den Hausmüll aus der Stadt Würzburg und den Landkreisen Würzburg und Kitzingen zu beseitigen. Doch längst sind es nicht nur die Abfälle der drei Verbandsmitglieder, die in Würzburg verfeuert werden. Der Löwenanteil des verbrannten Mülls, nämlich knapp 80 000 Tonnen jährlich, stammt aus den mittelfränkischen Landkreisen Ansbach, Neustadt/Aisch und Weißenburg-Gunzenhausen, sowie aus dem schwäbischen Ostalbkreis. Bis Ende nächsten Jahrzehnts laufen die Verträge, die der Zweckverband mit den kommunalen Partnern geschlossen hat.

Die Verbrennung fremden Mülls hat wesentlich zur wirtschaftlichen Konsolidierung des MHKW beigetragen. Rund 80 Euro pro Tonne zahlen die Verbandsmitglieder pro Tonne. Die Gebühren gehören damit bundesweit zu den niedrigsten. Die Erfüllung der Verträge setzt aber zuverlässige Technik voraus, und daran hat es in den vergangenen Jahren zusehends gehapert.

Die Stillstandszeiten häufen sich gerade an den beiden ältesten Ofenlinien. Als Konsequenz daraus steigen die Reparaturkosten und Müll muss teuer in andere Verbrennungsanlagen ausgelagert werden.

Im vergangenen Jahr hat der Zweckverband deshalb entschieden, Ofenlinie 1 zu erneuern. Kostenpunkt: zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Der Zeitpunkt dafür ist günstig, erläuterte Heike Guckenberger, Finanzchefin des Verbands, in der jüngsten Verbandsversammlung. Die alten Anlagen sind weitgehend abgeschrieben, eine Erhöhung der Verbrennungsgebühren sei deshalb nicht zu erwarten. Außerdem hat der Verband inzwischen genügend Reserven angespart, um nicht auf Kredite angewiesen zu sein.

5,12 Millionen Euro haben die drei Verbandsmitglieder im letzten Jahr ans MHKW überwiesen. 9,0 Millionen Euro stammen von den Vertragskommunen, 5,0 Millionen Euro hat der Verband für die energetische Verwertung von Gewerbeabfällen erhalten und 3,8 Millionen Euro für Fernwärme und Strom, die das MHKW aus dem Müll gewinnt und ins öffentliche Netz abgibt.

Verbrannt wurden 2015 insgesamt 227 000 Tonnen. 66 400 Tonnen stammen aus dem Verbandsgebiet, 79 600 Tonnen von den Vertragskommunen und 76 200 Tonnen aus der energetischen Verwertung.

2019 soll die erneuerte erste Ofenlinie in Betrieb gehen. Bis dahin wird der Zweckverband vermutlich noch mit Ausfällen und hohen Stillstandszeiten leben müssen, so Geschäftsleiter Alexander Kutscher. Derweil beschäftigen Kutscher aktuelle Gesetzesvorhaben, die erheblichen Einfluss auf das Müllaufkommen haben könnten.

Die neue Abfallrahmenrichtlinie der EU setzt auf die Rückgewinnung von Rohstoffen aus dem Müll. Ähnlich wollen es auch das Wertstoffgesetz und die Gewerbeabfallverordnung, die seit längerem schon auf nationaler Ebene diskutiert werden. Vor allem zum Wertstoffgesetz liegen die Positionen von Bund und Ländern, sowie zwischen privater Entsorgungswirtschaft und kommunalen Spitzenverbänden noch weit auseinander, so Kutscher.

Für die Erneuerung der beiden weiteren Ofenlinien hat sich der Verband deshalb einen großzügigen Zeitrahmen gesetzt. Erst nach Fertigstellung der ersten Ofenlinie soll darüber entschieden werden, um noch auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können.

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