Iphofen

Motorradkurs: 82-Jähriger fährt nicht mehr wie der Henker

Unter dem Motto "Fahren mit Hirn" stand das Jubiläums-Fahrsicherheitstraining für Motorradfahrer. Ein Beitrag zu mehr Sicherheit mit ungewohnten Übungen.
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Kopf stand dieser Motorradfahrer nach dem Einstieg in den Überschlagsimulator der Verkehrswacht Hilpoltstein. Foto: Hartmut Hess
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Kürzlich gab es die Schlagzeile, dass zwei junge Menschen ums Leben kamen, weil ein Motorradfahrer bei Wertheim die Herrschaft über seiner Maschine verlor, von der Straße abkam, gegen einen Baum prallte und wie seine Sozia tödlich verunglückte. "Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass solche Unfälle möglichst nicht passieren", sagt Norbert Müller von der Kitzinger Verkehrswacht beim Fahrsicherheitstraining in Iphofen.

Bernhard Bätz, Vorsitzender der Verkehrswacht, belegte bei der Veranstaltung mit Zahlen, dass Prävention wichtig ist. Denn im vergangenen Jahr hatte es in Unterfranken 691 Unfälle mit Motorrädern gegeben, davon waren mit 381 Unfällen mehr als die Hälfte von den Motorradfahrern selbst verursacht. Sieben von ihnen starben. Da Biker keine Knautschzone haben und zu schnelles Fahren die häufigste Ursache bei Motorradunfällen ist, stand das Fahrsicherheitstraining dieses Jahr unter dem Motto "Fahren mit Hirn".

Zehnte Veranstaltung der Verkehrswacht

Die Verkehrswacht führte die Veranstaltung, unterstützt von den Fahrschulen im Landkreis, der Würzburger Verkehrswacht und der Präventionsgruppe der Polizeiinspektion Kitzingen heuer zum zehnten Mal auf dem Betriebsgelände des Unternehmens Knauf durch. Werksleiter Armin Ramming versicherte, dass Knauf sein Areal weiterhin gerne zur Verfügung stellen werde und auch die Warnwesten, die alle Teilnehmer der Jubiläumsveranstaltung von der Verkehrswacht geschenkt bekamen, mitfinanziert habe. 

Die Organisatoren raten vor der Motorradsaison, die Maschine einem Technik-Check zu unterziehen und sich als Fahrer zu wappnen. "Das richtige Gefühl für die Bremsen und das Gleichgewicht sind Grundvoraussetzungen für sicheres Fahren", sagte der Fahrlehrer und Verkehrswachts-Geschäftsführer Stephan Friedlein. Die Veranstalter hatten einen Parcours mit zehn Stationen aufgebaut. Dabei galt es für die rund 100 Teilnehmer, Achter-Schleifen zu drehen, Hindernissen auszuweichen oder sie in Form einer Wippe sicher zu überfahren sowie Gleichgewichtsübungen zu absolvieren. Interessant war für die Teilnehmer das Erlebnis in einem Überschlagsimulator, in dem für sie kurze Zeit die Welt auf dem Kopf stand.

Friedlein fiel auf, dass der Anteil an jungen Bikern und an Frauen höher war als sonst. Derweil ist der Hüttenheimer Otto Brückner eine Konstante, denn der 82-Jährige hat alle zehn Veranstaltungen in Iphofen besucht, auch wenn er keine großen Touren mehr fährt. "Einst bin ich gefahren wie ein Henker; heute will ich nicht mehr das Letzte aus meiner Maschine herausholen", verriet der Rentner. Er sei mit seiner 800er-BMW bewusster unterwegs.

Weiteres Fahrtraining am 27. April

"Wir bekommen von den Teilnehmern nur positive Feedbacks", resümierte Norbert Müller. Für Motorradfahrer aus der Region gibt es noch eine weitere Gelegenheit, ein Fahrsicherheitstraining zu bestreiten. Es findet am Samstag, 27.April, auf dem Gelände der Würzburger Bereitschaftspolizei statt. 

 

 

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