WÜRZBURG/ WIESENTHEID

Mordprozess: Plädoyers werden heute gehalten

Voll schuldfähig? Das müssen die Richter im Prozess um den Mordversuch im Wiesentheider Schlosspark entscheiden. Heute geht die Verhandlung in eine entscheidende Phase.
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«Wiesentheid-Prozess»
ARCHIV - Polizei-Absperrband hängt am 05.01.2016 am Eingang des Schlossparks in Wiesentheid (Bayern). Im dem Schlosspark hatte ein Spaziergänger beim Gassigehen mit seinem Hund eine schwer verletzte junge Frau gefunden. Im «Wiesentheid-Prozess» um den versuchten Mord an einer jungen Frau werden am 19.01.2017 die Plädoyers erwartet. Foto: Herse/dpa Foto: Herse/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Foto: Herse (dpa)

Voll schuldfähig oder nicht? Diese Frage müssen die Richter im Prozess um den Mordversuch im Wiesentheider (Lkr. Kitzingen) Schlosspark beantworten. Ein 20-Jähriger soll versucht haben, seine Ex-Freundin zu erstechen – weil sie mit ihm Schluss gemacht hatte (wir berichteten). Die inzwischen 23 Jahre alte Frau überlebte den Angriff schwer verletzt und sitzt seither im Rollstuhl.

Am heutigen Donnerstag werden Staatsanwalt, Verteidiger und Nebenklage ihre Wertungen des Verbrechens vortragen – wenn die Verteidiger keine weiteren Beweisanträge stellen. Sie haben angekündigt, das nicht zu tun, wenn das Gericht Jugendstrafrecht für die Angeklagten anlegt. Die Jugendgerichtshilfe hat das für den 19-Jährigen empfohlen, beim Hauptangeklagten gab sie kein Votum ab.

Ein psychiatrischer Gutachter hatte im Prozess festgestellt, dass eine „erhebliche Einschränkung der Steuerungsfähigkeig“ beim Angeklagten nicht festzustellen sei. Er sei durch die Trennung von der jungen Frau aber in eine Depression gerutscht und habe zugleich Alkohol und synthetische Drogen konsumiert. Einschränkungen der Steuerungs- und damit der Schuldfähigkeit seien deshalb auch nicht mit letzter Sicherheit auszuschließen. Die Richter müssen nun entscheiden, wie sie das in ihrem Urteil bewerten.

Angeklagter hat Tat gestanden

Der 20-Jährige hat die Tat zugegeben. Er habe der jungen Frau drei Stiche in Hals und Nacken versetzt und den Park in dem Glauben verlassen, dass sie tot sei. „Ich würde alles dafür geben, dass ich das rückgängig machen könnte“, sagte er vor Gericht.

Mit ihm ist ein 19-Jähriger angeklagt, der das Opfer per WhatsApp in den Park gelockt haben soll. Auch er hat das eingeräumt – allerdings nicht zum Auftakt, sondern erst im Laufe des Prozesses. Das verringert für gewöhnlich die mildernde Wirkung des Geständnisses.

Wie das Gericht den Fall entscheidet, wird sich in rund einer Woche zeigen. Ein Urteil ist für kommenden Donnerstag geplant.

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