SEINSHEIM

Monika Hohlmeier: Ernste Themen statt Biertischparolen

Monika Hohlmeier wurde beim Tag des Bieres für ihre Rede gefeiert. Welchen Heiligenschein die CSU-Europaabgeordnete schon für begrenzt hält:
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Viel Applaus für Monika Hohlmeier zum Tag des Bieres
Asyl, Europa und die Stärke Bayerns und Deutschlands waren die Themen, die Monika Hohlmeier (CSU) beim „Tag des Bieres“ in Seinsheim aufgriff. Die linken Parteien bedachte die Europaabgeordnete mit Kritik nach Art ihres Vaters Franz-Josef Strauß. Im mit knapp 200 Gästen nicht ganz voll besetzten Jugendheim blitzen Seitenhiebe auf die SPD auf – der Heiligenschein von Martin Schulz etwas sieht Hohlmeier längst verblasst. Für die europäisch geprägte Rede mit vielen Sachaussagen bekam Hohlmeier viel Applaus und trug sich ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Bei Seinsheimer Kellerbier, Bratwürsten und zur Musik der Seinsheimer Musikanten war es ein zünftiger, fränkischer Abend. Foto: Gerhard Krämer Foto: Foto: Gerhard Krämer
Seinsheimer Kellerbier, Bratwurst mit Kraut und Kipf, die Seinsheimer Musikanten spielen auf: Es war angerichtet für den dritten Tag des Bieres im Jugendheim. Nach den Staatsministern Markus Söder und Marcel Huber hatte die CSU diesmal von Bayern weg nach Brüssel gegriffen und die Europaabgeordnete Monika Hohlmeier ins Weinparadies geholt.

Um es vorweg zu nehmen: Es gab noch Plätze, knapp 200 Interessierte waren in den Saal gekommen. Die erlebten eine gut aufgelegte Monika Hohlmeier, die keine Biertischparolen von sich gab, sondern eineinhalb Stunden lang ernste Themen anpackte – Themen, die Europa bewegen und sie selbst.

Verein der klaren Aussprache

Während Politiker links der CSU mit Klapsen davon kamen, gab es für den „Autokraten, totalitären Herrscher mit islamistischer Einstellung“, Erdogan, gleich richtige Watschen, denn „als Tochter von Franz-Josef Strauß gehöre ich dem Verein der klaren Aussprache an“, sagte Hohlmeier, was sie mit dem Satz „Die Türkei gehört nicht zu Europa“ bewies. Unumwunden gab die oberfränkische Europaabgeordnete zu, dass die EU mit dem Baltikum und dem Balkan schon fast überfordert sei. Hohlmeier sprach von schwierigen Zeiten, denn „um uns herum ist kein Frieden“.

Viele Flüchtlinge hätte Deutschland aufgenommen, aber alle könne man nicht aufnehmen. Wobei man davon die Wirtschaftsemigranten unterscheiden müsse, doch die seien für Schleuser lohnender. Und weiter ging's mit Klartext: „Ich bin nicht gewillt, Schwerverbrecher hier zu behalten, weil ihnen im Heimatland die Todesstrafe droht, während brave Leute nicht hier bleiben dürfen.“

Ein Abgleich der Sozialdaten

Sie forderte, ein Stück weit umzudenken. Dazu gehörten Garantien der Ursprungsländer ebenso, wie Änderungen bei der Abschiebepraxis, womit sie den lang vorher angekündigten Abschiebetag meinte, damit die Person auch ja Zeit habe unterzutauchen.Die Strauß-Tochter forderte einen deutschlandweiten Abgleich aller Sozialdaten. „Wir müssen anders handeln und uns da nicht von den Linken aufhalten lassen.“ Wer lüge, betrüge, deale, vergewaltige oder andere Verbrechen begehe, „der hat in Deutschland nichts mehr verloren.“

„Mit humanitären Gerede löst man keine Probleme“, deshalb müsse auf dem afrikanischen Kontinent die Aktivität ausgeweitet werden, damit die Schleuser mit Flüchtlingen nicht einmal in die Nähe der Sahara-Zone kämen. So sei der Türkei-Deal von Angela Merkel richtig, weil das Geld den Flüchtlingen direkt helfe.

Präziser Datenaustausch

Die Polizei müsse Zugriff auf alle Daten bekommen, ein präzisester Datenaustausch sei notwendig. „Dort, wo es notwendig ist, muss kontrolliert werden dürfen“, sagte sie und die EU verbiete das auch nicht. Letztere sei zudem auch nicht für Cremetorten zuständig, sondern für die großen Fragen der Außenpolitik und der Inneren Sicherheit.

Und ganz zum Schluss fand sie noch den Weg zum SPD-Kanzlerkandidaten Schulz, dessen Heiligenschein schon begrenzt sei. Wie er wolle sie auch Gerechtigkeit – aber sie will keine Gleichheit. Sie ist überzeugt, dass in der Unterschiedlichkeit Schönheit und Kraft lägen.

Ein Mittel der Abschreckung

Deshalb wolle sie Rot-Rot-Grün verhindern. Genau wie die Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber, die bei ihrer deftigen Rede austeilte: Claudia Roth als Verteidigungsministerin wäre „ein klares Mittel zur Abschreckung“; Toni Hofreiters größte Errungenschaft als Verkehrsminister würde wohl ein „zweiröhriger Krötentunnel“ werden.

Dagegen war der CSU-Kreisvorsitzende Otto Hünnerkopf freundlich-zurückhaltend, als er an Gnodstadt und Sebastian Rank erinnerte, der nach Ministern zuletzt den Ministerpräsidenten als Redner gefordert hatte. Mit dem zeitgleich wie Hohlmeier redenden SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag sei er wohl bescheidener geworden, so Hünnerkopf.
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