MÜNSTERSCHWARZACH

Mönche und Flüchtlinge als Darsteller

Wie schon seit 15 Jahren inszenierten die Benediktiner-Mönche in Münsterschwarzach das „Fest der Erscheinung des Herrn“, wie der 6. Januar kirchlich heißt, während des Gottesdienstes.
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(huGO-ID: 30772186) BU: Buntes Fest der Kulturen: Die ?Mönchskönige? und junge Flüchtlinge in exotischen Kleidern erweisen dem Neugeborenen in der Krippe die Ehre. Die Figuren stammen aus Peru. FOTO Elmar Hochholzer Foto: Elmar Hochholzer
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Wie schon seit 15 Jahren inszenierten die Benediktiner-Mönche in Münsterschwarzach das „Fest der Erscheinung des Herrn“, wie der 6. Januar kirchlich heißt, während des Gottesdienstes.

Sie nennen es „Mysterienspiel“, das in seiner Art in Deutschland einmalig sein dürfte. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Kulturen auf der Suche nach dem hellen Stern, um die Krippe zu finden.

Aus dem Ostteil der weiträumigen Kirche erscheint nach der Predigt, untermalt von geheimnisvoller Orgelmusik, ein Mönch mit einem großen, strahlenförmigen Stern. Er macht sich auf den Weg zur Krippe. Ihm folgen suchend die drei „Mönchskönige“ mit ihren Assistenten. Dieses Mal gibt es eine Premiere: fünf junge Menschen aus Eritrea und dem Irak, die im Kloster wohnen, nehmen als Darsteller daran teil.

Sie tragen farbenfrohe, exotische Gewänder. Missionare haben sie aus allen Kontinenten mitgebracht. Im Spiel repräsentieren sie die unterschiedlichen Menschen und ihre Kulturen.

Am linken Aufgang zum Chorraum steht die heuer in dunklem Grün und Blau gehaltene Krippe aus Peru. Davor knien die Akteure demütig nieder. Aber sie lassen ihre Geschenke nicht in der Krippe, sondern bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe wie auch die dort stehenden Kelche zum Altar.

Zeremonie ohne Worte

Der Abt nimmt sie in Empfang und der Gottesdienst setzt sich fort. Die Absicht der kurzen, aber eindrucksvollen Zeremonie ohne Worte hatte der „Erfinder“ des Spiels, Abt Michael Reepen, zu Beginn des Gottesdienstes erklärt: In einer Zeit, die den Eindruck erwecke, dass sie dunkler werde, feierten sie in Münsterschwarzach ein Fest des Lichtes. „Die jungen Flüchtlinge folgen heute gemeinsam mit uns Mönchen dem Stern. Ein ermutigendes Zeichen, dass das Licht stärker ist als Hass, Terror und Gewalt“, sagte der Abt.

Dreikönigsspiele mit Mönchen gab es in Münsterschwarzach schon vor 1000 Jahren. Sie sind aber mit dem modernen, realitätsnahen Zugang zum Fest nicht zu vergleichen. Heute wird in der Abtei der Dreikönigstag als buntes Fest der verschiedensten Kulturen und Menschen begriffen. Weil sich das Kloster als ein Mehrgenerationenhaus versteht, holt man sich auch mal Kinder aus dem Dorf zur Verstärkung von außen.

Mit Rauchfass und Kreide

Nach Ende des Gottesdienstes gehen die Darsteller des Dreikönigsspiels segnend durch alle Gänge und Betriebe des weitläufigen Klosters. Dann werden aus den „Mönchskönigen“ ganz normale Sternsinger, die wie üblich mit Rauchfass und Kreide ihr C + M + B an den Türrahmen anbringen.

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