"Man muss die Musik einfach leben." Dieser Satz ist nur allzu oft von Dietmar Ebert, Vollblutmusiker der Blaskapelle Stadelschwarzach, zu hören. "Nur wenn man sich mit der Blasmusik identifiziert, kommt eine gute Qualität aus dem Instrument und der Funke zum Zuhören kann überspringen", sagt der 54-Jährige überzeugt. Der Posaunen- und Tenorhornspieler wurde am Wochenende zusammen mit Herbert Radina, erster Flügelhornist der Stadelschwarzacher Musikanten, für sein langjähriges aktives Wirken ausgezeichnet.

Dietmar Ebert und Herbert Radina haben das Musikinstrument seit einem halben Jahrhundert fest in der Hand und sind zudem noch Gründungsmitglieder der Blaskapelle Stadelschwarzach. Angefangen hat alles im Stadelschwarzacher Kindergarten erzählen die Geehrten, wenn man sie nach den Anfängen ihrer musikalischen Karriere fragt.
Bei beiden hat man schon frühzeitig das musikalische Talent entdeckt und so wurden sie von der damaligen Kindergartenschwester Christa an Instrumenten unterrichtet.

Im Alter von fünf Jahren spielten beide schon ihre ersten Töne: Dietmar Ebert auf der Blockflöte und Herbert Radina auf der Klarina, einer Art Melodica. Die ersten Konzerte zu Weihnachten in der Stadelschwarzacher Pfarrkirche ließen nicht lange auf sich warten.

1967 erlernte der damals neunjährige Dietmar Ebert dann sein erstes Blasinstrument, das Tenorhorn, um bei den Stadelschwarzacher Musikanten mitwirken zu können.

Sein Vater unterrichtete ihn bei den ersten Griffen und Anstoßtechniken. Professionell wurde er während seiner Realschulzeit von Musiklehrer Harald Hutzel in Gerolzhofen unterrichtet. Während dieser Zeit hat Dietmar Ebert auch oft mit dem bekannten Winfried Stark zusammengespielt. Aber mit einem Instrument wollte sich der Jubilar nicht zufrieden geben und erlernte 1985 noch zusätzlich Zugposaune, um die Vielseitigkeit der Kapelle noch zu verbessern.

Auch bei Herbert Radina wuchs das Interesse an einem Blasinstrument und so wurde er im Alter von sieben Jahren von Max Veigel am Landschulheim Wiesentheid an der Trompete ausgebildet. Durch seinen Trompeterlehrer fand Herbert Radina 1967 auch den Weg in den Musikverein Wiesentheid, der zu dieser Zeit gegründet wurde. Dort hatte der Jubilar auch lange Zeit unter dem bekannten Dirigenten Sepp Böhm musiziert. Aber auch in Stadelschwarzach war Herbert Radina schon vor der Gründung der Blaskapelle 1975 dabei. Sein erster Auftritt war im Alter von nur acht Jahren die Wallfahrt nach Dettelbach. Bei der Blaskapelle Stadelschwarzach war Herbert Radina auch fünf Jahre lang als Dirigent tätig.

Beide Jubilare können auf ein bewegtes und ereignisreiches halbes Jahrhundert Blasmusikspielen zurückblicken. Neben unzählige Festzügen, Weinfest-auftritten und kirchlichen Anlässen waren Rundfunk- und Fernsehaufnahmen, wie zum Beispiel zur Sendung "Jetzt redi i" im Bayerischen Rundfunk, echte Höhepunkte. Ein musikalisches Auswärtsspiel im französischen Mamers steht ebenfalls bei beiden im musikalischen Lebenslauf. Herbert Radina war darüberhinaus auch noch mit der Wiesentheider Kapelle musikalisch in der Partnerstadt Rouillac aktiv.

Zur Ruhe wollen sich beide aber noch keinesfalls setzen, sondern weiterhin versuchen, der Jugend die Freude an der Blasmusik zu vermitteln.

Bei der diesjährigen Serenade der Blaskapelle Stadelschwarzach an den Kirchgaden der Pfarrkirche sorgten beide wie selbstverständlich aufs Neue für die richtigen Töne und die richtige Stimmung in ihrem Register.
Das Konzertprogramm der Stadelschwarzacher Musikanten unter der Leitung von Dirigent Martin Stöckinger war wieder bunt gemischt. Von böhmischer Blasmusik wie die Löffelpolka von Ernst Mosch oder die Polka "Ein halbes Jahrhundert" bis hin zu dem Medley "Abba-Gold" zeigte die Blaskapelle ihre Vielseitigkeit, was Orchestermusik betrifft. Für besonderen Beifall sorgte das Bravourstück "Erinnerungen an Zirkus Renz", wo sich Paul Ebert am Xylophon als äußerst talentiert bewies.