WESTHEIM

Mit Spezialisierung in die Zukunft

Der Andrang auf dem Hof der Familie Kuhstrebe in Westheim beim Tag des offenen Bauernhofes am Sonntag war schon zur Eröffnung am späten Vormittag groß.
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Großer Andrang beim Tag des offenen Hofes in Westheim – mit der entsprechenden Begrüßung. Foto: Foto: Robert Haass
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Der Andrang auf dem Hof der Familie Kuhstrebe in Westheim beim Tag des offenen Bauernhofes am Sonntag war schon zur Eröffnung am späten Vormittag groß: Der Blick hinter das Hoftor, das Angebot modernen Dorflebens mit großen Maschinen, dem Landfrauencafé mit selbst gebackenem Kuchen, erntefrischen Erdbeeren und vielem mehr lockte die Besucher in Scharen.

Die bundesweite Aktion Tag des offenen Hofes, das sagte der Kreisobmann des Bauernverbands Alois Kraus, soll Verbrauchern und Landwirten die Möglichkeit zum Informationsaustausch geben. Denn die Landwirtschaft entferne sich wegen der Betriebsgröße und aus hygienischen Gründen bei Tierhaltung vom Verbraucher weg. „Wir wollen zeigen, dass große Flächen und Masse nichts Schlimmes ist“, sagte Kraus. „Was uns der Herrgott zur Verfügung gestellt hat, wollen wir bewahren und weitergeben“, so der Kreisobmann, für den die Landwirtschaft eine Zukunftsbranche ist: „Ohne Landwirtschaft können wir die Zukunft nicht bewältigen.“

Eine besondere Stellung in Bayern nimmt dabei der Landkreis Kitzingen ein, der zwar der flächenmäßig zweitkleinste im Freistaat ist, aber bei der „grünen“ Wertschöpfung ganz vorne dabei ist und den zweiten Platz einnimmt. Die Entfremdung des Verbrauchers von der Landwirtschaft war auch Thema der Grußworte von Otto Hünnerkopf und stellvertretender Landrätin Doris Paul.

„Wir wollen zeigen, dass Masse nichts Schlimmes ist.“
Alois Kraus, Kreisobmann des Bauernverbandes

Moderne Landwirtschaft heißt auch Spezialisierung – das wurde in Westheim deutlich. Wer den Flair von Kuh- oder Schweinestall gesucht hatte, war vergeblich in den Biebelrieder Ortsteil gekommen. Ist ein landwirtschaftlicher Betrieb ohne Viehhaltung noch ein Bauernhof? „Auf jeden Fall“, sagt Alois Kraus dazu. Denn an der Spezialisierung in der Landwirtschaft führt kein Weg vorbei.

Ähnlich sieht das Rudolf Bender, Kreisgeschäftsführer des Bauernverbands. Der Hof der Kuhstrebes sei für ihn ein gutes Beispiel, wie sich auch die Landwirtschaft weiter entwickelt. Ohne Dienstleister mit ihren großen Maschinen könnten andere Betriebe kaum existieren. Alleine die Verordnungen beim Ausbringen von Gülle wären mit den alten Güllefässer nicht umsetzbar. Kaum ein Landwirt könne sich diese Spezialmaschinen leisten. Von der Aussaat bis zur Ernte ist Spezialisierung gefragt.

Doris Pauls Wunsch, mal selber so einen Schlepper zu fahren, teilten sicher auch die Kinder: Begeistert stiegen sie in die Fahrerkabinen.

Allerdings: So idyllisch, wie immer verbreitet, ist das Dorfleben nicht. Veranstalterin Liane Kuhstrebe musste außerhalb der Grenzen Westheims gehen, um ein so breites Angebot an Attraktionen zu bekommen. Weder die örtliche Feuerwehr noch der Biebelrieder Kindergarten, der seinen Sitz in Westheim hat, zeigten Interesse, sich zu beteiligen. Jedoch wurde die Feuerwehr auch nicht angefragt. Damit der Tag auch ein Erfolg wurde, dafür sorgten unter anderem rund 50 Helfer und die Landfrauen, die über 35 Kuchen und Torten gebacken hatten.

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