KITZINGEN

Mit Dr. Meder ist der Vater des Kitzinger Krankenhauses tot

In seinem 100. Lebensjahr ist Dr. Rudolf Meder in Kitzingen gestorben. Der Medizinalrat a. D. war Chefarzt im Krankenhaus und hat das Kreiskrankenhaus mit aufgebaut.
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Rudolf Meder hat an seinem 99. Geburtstag am 30. Dezember viele Gäste empfangen. Jetzt ist der ehemalige Chefarzt des Kitzinger Krankenhauses völlig überraschend gestorben. Foto: Foto: Siegfried Sebelka

Beim 99. Geburtstag kurz vor Silvester war es wie in den Jahren zuvor: Erweitertes Familientreffen im Wohnzimmer in der Gabelsberger Straße. Alle waren da: Generationen von Chefärzten, das alte und treue OP-Team, die Nachbarn und Wegbegleiter, der OB und mittendrin Dr. Rudolf Meder, fit wie immer. Na gut, die Hüfte hat ein bisschen gezwickt, aber sonst? Alles bestens. Am Ende der Abschied und das Versprechen, Wiedersehen spätestens beim 100. im nächsten Jahr.

Überraschend gestorben

Das hat in den vergangenen Jahren immer geklappt. Diesmal nicht. Dr. Meder ist tot. Gestorben am Montag, 13. Februar 2017 – im 100. Lebensjahr. Überraschend, trotz der Zahl mit den zwei Nullen am Schluss. Wer ihn gekannt hat und das waren viele, hat ihn als einen Mann voller Energie in Erinnerung. Fast immer gut zu Fuß oder noch lieber auf der Vespa unterwegs. Autofahren kein Problem. Beim Kreisseniorentreffen mit den Ältesten aus dem Landkreis zog er die Komplimente auf sich. Er wirkte unverwüstlich, hellwach und mit einem Gedächtnis ausgestattet, das nicht nur bei der letzten Geburtstagsfeier als „legendär“ gelobt wurde. Er konnte erzählen und – was noch wichtiger ist – er hatte was zu erzählen. Das hat er auch an seinem 99. gemacht.

Lange Jahre Chefarzt

Dr. Rudolf Meder war langjähriger Chefarzt des städtischen Krankenhauses und er war der „Vater“ des Kreiskrankenhauses, das heute Klinik Kitzinger Land heißt. Meder war nach der Fachausbildung zum Chirurgen und nach der Zeit als Oberarzt am Juliusspital in Würzburg 1956 nach Kitzingen gekommen. Hier war er zunächst stellvertretender Chefarzt und Vertreter von Dr. Guido Wunderlich. Zwei Jahre später wurde er zum leitenden Chefarzt der städtischen Klinik bestellt. Eng verbunden mit dem Namen Meder ist der Bau des neuen Kreiskrankenhauses Kitzingen in der Keltenstraße.

Geboren im Ersten Weltkrieg

Meder war 1917, also noch im Ersten Weltkrieg, geboren worden. Es wurde klar, dass der Sohn des lange inhaftierten Vorsitzenden der SPD in Weiden (1931) vor allem ab 1933 schwierige Zeiten durchmachte. Dazu gehörten Mobbing in der Schule ebenso wie Arbeitsdienst und zwei Jahre Pflichtmilitärdienst. Kurz nach Beginn des Studiums in Würzburg 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus und Meder war mit dabei. Trotz der Einsätze im Osten schloss er 1944 das Studium ab und kam als Bataillonsarzt an der Ostfront zum Einsatz.

Harte Zeiten in Sibirien

Der Kapitulation folgte die Gefangenschaft mit dem Einsatz als Holzfäller in Sibirien. Die 40 Grad unter Null hat er nie vergessen. 1949 kehrte Meder nach Würzburg zurück. Was folgte, waren die Facharztausbildung und die Karriere in Kitzingen. Das war eine Zeit, die er immer wieder als Glückssträhne bezeichnet hat. Getrübt wurde die 2011, als ihn mit dem Tod seiner Frau Irmgard ein Schicksalsschlag getroffen hat.

Silberne Bürgermedaille

Dennoch war der Träger der Silbernen Bürgermedaille der Stadt immer freundlich, gut drauf und für jeden ansprechbar, nicht nur für die Freunde von der Turngemeinde Kitzingen (TGK) und der SPD.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 22. Februar, um 13.15 Uhr im Alten Friedhof in Kitzingen statt.

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