"Als nächstes wollen wir eine neue Homepage einrichten und einen schönen Ortsprospekt machen lassen." Irmgard Endres sprüht vor Tatendrang, wenn sie von den vordringlichen Zielen ihres Vereins erzählt. Vor gut einem halben Jahr gründete sich in Escherndorf/Köhler ein neuer Wein- und Tourismusverein. Irmgard Endres ist dessen Vorsitzende.
Endres und ihre engagierten Mitstreiter aus der Weinbaugemeinde wollen den regionalen Weinbau und den Tourismus fördern. "Es gibt in unserem Ort viele Baustellen, wir wollen Leben hineinbringen" sagt sie. Ideen sind genug vorhanden. Diese gilt es in den nächsten Jahren umzusetzen, um den Winzerort attraktiver und lebenswerter zu machen.
Um die angestrebten Ziele zu verwirklichen, haben die Escherndorfer die Hausaufgaben auf viele Schultern verteilt. So gibt es innerhalb des engeren Vorstands mit der Vorsitzenden, der Schriftführerin und der Schatzmeisterin auch Ansprechpartner für die verschiedenen Bereiche wie Gastronomie, Weinbau und Tourismus.
Dass die künftige Entwicklung im Ort sehr von der Neugestaltung des Dorfzentrums abhängt, weiß die Vorsitzende nur zu gut. Nach dem Abriss des alten Schul- und Rathauses ist nach wie vor die Frage offen, ob an die freie Stelle ein neues Gebäude kommt, ob Souterrain-Räume unter einem Dorfplatz geschaffen werden oder ob allein ein schmucker Platz der Begegnung für Einheimische und Gäste entsteht. "Wir brauchen auf alle Fälle einen Raum, in dem sich die Dorfgemeinschaft treffen kann", betont die Vorsitzende. Für Irmgard Endres ist es gar nicht so wichtig, wie sich der Stadtrat in dieser Frage entscheidet. Viel wichtiger ist für sie, dass er das Thema nicht lange vor sich herschiebt, sondern zeitnah einen Entschluss fasst, um die momentan positive Entwicklung mit jeder Menge zündender Ideen und frischem Wind im Dorf nicht aufzuhalten.

Rund 40 Gründungsmitglieder


Angefangen hat die Zukunft für Escherndorf vor ein paar Jahren mit der Schaffung von Arbeitskreisen in Sachen "Dorferneuerung". Viele junge und jung gebliebene Escherndorfer haben sich dort eingebracht und engagiert. Unter anderem kam man auf die Idee, den alten Weinbauverein, der sich seit über zehn Jahren in einer Art Dornröschenschlaf befand, aufzulösen und stattdessen einen Wein- und Tourismusverein ins Leben zu rufen. Rund 40 Bürger aus Escherndorf und Köhler kamen am 16. März 2012 zur Gründungsversammlung in den Saal des Gasthauses Zur Krone. Damit fiel in Escherndorf der Startschuss für eine neue Zeitrechnung, fast alle Anwesenden trugen sich als Gründungsmitglieder in die "Geburtsurkunde" ein. Viele Mitarbeiter der bisherigen Arbeitskreise erklärten sich bereit, im neu gewählten Gründungsvorstand mitzuarbeiten.
Eigentlich hat die Arbeit des Wein- und Tourismusvereins schon vor längerem begonnen. "Vor gut zwei Jahren haben wir offiziell mit Gästebegrüßungen angefangen", erzählt die gelernte Bankkauffrau Irmgard Endres von dem Novum im Ort. Seither werden immer samstags um 10.15 Uhr die Besucher des Weinorts von örtlichen Winzern oder von der örtlichen Weinprinzessin empfangen. "Mittlerweile ist das fester Bestandteil bei uns und wird von den Gästen gut angenommen." Wenn der Dorfplatz fertig ist, sollen die Gästeempfänge natürlich dort stattfinden, so die 51-jährige Mutter von zwei Kindern. Sie möchte Escherndorf so attraktiv gestalten, dass die jungen Leute möglichst im Dorf bleiben und nicht wegziehen.
Dieses Anliegen verfolgt nicht nur Endres. Auch die Escherndorfer Ratsmitglieder Katrin Blendel (CSU), Herbert Römmelt (FWG) und Ortssprecher Michael Sauer haben sich in der Vergangenheit mehrfach geäußert, dass ihnen die demografische Entwicklung in ihrer Heimatgemeinde samt Köhler sehr am Herzen liegt. Unter dem Motto "Escherndorfs Zentrum soll schöner werden" fanden bereits 2009 verschiedene Workshops unter der Regie des Architekturbüros Konrad & Burger aus Dettelbach statt, in denen Lösungsansätze erarbeitet wurden.
Wenn die vordringlichen Ziele mit Internetauftritt, Ortsprospekt und Dorfplatzgestaltung in die Tat umgesetzt sind, dann hat Irmgard Endres noch ein großes Anliegen. "Ich möchte, dass unsere Ortseingänge schöner werden. Das ist wichtig für das Ortsbild", plant sie auf lange Sicht die Neugestaltung der "Escherndofer Eingangstore".