VOLKACH

Mainschleifenbahn startet wieder durch

Mit ihrem frisch überholten Schienenbus ist die Mainschleifenbahn am 1. Mai in die neue Saison gestartet.
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Jetzt wieder an jedem Sonn- und Feiertag unterwegs: Der Oldtimer-Schienenbus der Mainschleifenbahn. Foto: Fotos: Schramm Mainschleifenbahn

Mit ihrem frisch überholten Schienenbus ist die Mainschleifenbahn am 1. Mai in die neue Saison gestartet. Nach den gesetzlich vorgeschriebenen Revisionsarbeiten darf der rote Brummer nun wieder vier Jahre lang zwischen Seligenstadt bei Würzburg und Volkach-Astheim pendeln.

Im Gegensatz zur vergangenen Hauptuntersuchung konnten alle Arbeiten in der Prosselsheimer Halle des Vereins erledigt werden – das Meiste in Eigenregie. Darauf ist der Vereinsvorsitzende Christian Oßwald besonders stolz, immerhin mussten die Mainschleifenbahner die Kosten aus der Vereinskasse stemmen – und mit vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden, teilt die Interessengemeinschaft Mainschleifenbahn (IGM) mit.

Intensive Arbeiten an der Strecke

Auch an der Strecke ist in den vergangenen Monaten intensiv gearbeitet worden. So ist in Seligenstadt der Bahnsteig erhöht und gepflastert worden, unterhalb der Vogelsburg musste eine fast 100 Meter lange Natursteinmauer saniert werden, dazu kamen die üblichen Freischnittarbeiten entlang der Strecke. Die Mannschaft rund um den roten Schienenbus ist heuer auch personell verstärkt: fünf junge Ehrenamtliche haben im Winter ihre Prüfungen zu Zugleitern bestanden.

Die Fahrzeiten der Mainschleifenbahn bleiben 2017 unverändert, ebenso die Fahrpreise. Der Verein hofft, dass der Schienenbus auch heuer gut angenommen wird, da die Fahrgäste auch die einzigen Finanziers der Bahn sind.

  • Wie die Mainschleifenbahn gerettet wurde

„Unser Schienenbus fährt vom allerersten Betriebstag 2003 bis heute ohne einen einzigen Cent Zuschuss, also völlig eigenwirtschaftlich“, wird Christian Oßwald in der Mitteilung zitiert. Gut 14 000 Fahrgäste sind im vergangenen Jahr mit der Mainschleifenbahn gefahren – Kinder unter sechs Jahren und Sonderfahrten nicht mitgezählt.

Von der ehrenamtlichen Tourismusbahn profitiere auch die Wirtschaft an der Mainschleife, so die IGM weiter: Jeder dritte Fahrgast ist nur wegen des Schienenbusses hierher gekommen. Insgesamt bringt die Bahn Jahr für Jahr zwischen 400 000 und 600 000 Euro Mehrumsatz in die Region, so eine Studie, die an der Universität Würzburg entstanden ist.

Einen Anstieg verzeichnete der Verein auch bei der Zahl derer, die mit den Zügen von DB Regio Franken in Seligenstadt ankommen und dann in den Schienenbus umsteigen. Inzwischen sind es 20 Prozent aller Reisenden, vor zehn Jahren waren es gerade einmal fünf Prozent gewesen.

Chance für direkten Bahnverkehr

Vor diesem Hintergrund ist nicht nur der Förderverein auf die Ergebnisse einer Untersuchung zu möglichen Fahrgastzahlen gespannt, die derzeit bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft in München entsteht. Wie die IGM schreibt, würden die Chancen auf eine Wiederaufnahme des direkten Bahnverkehrs zwischen Würzburg und Volkach erheblich steigen, sollte eine Zahl von täglich 1000 oder mehr Reisenden vorhergesagt werden.

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