VOLKACH

Mainschleifenbahn: Fahrgaststudie hat Verspätung

Die Wiedererweckung der Strecke Astheim-Seligenstadt-Würzburg ist ein Traum der Mainschleifenbahn-Freunde. Der hängt an einer Fahrgaststudie – und die hängt fest.
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Die Mainschleifenbahn mit Lokführer Bernd Obergruber kurz vor dem Halt in Seligenstadt. Was die Freunde und Förderer der Strecke gerne hätten, das wäre eine Verbindung ins allgemeine Bahnnetz und den Würzburger Hauptbahnhof als Endhaltestelle. Foto: Foto: Chris Weiß

In 26 Minuten mit der Mainschleifenbahn von Volkach nach Würzburg. Der Optimismus, dieses Ziel in naher Zukunft erreichen zu können, war vor knapp einem Jahr noch groß. Inzwischen ist bei den Förderern der Strecke zwischen Astheim und Seligenstadt starke Ernüchterung eingetreten. Die Bedarfsstudie, die den Weg ins Netz der Deutschen Bahn und Richtung Würzburg öffnen sollte, hängt seit Monaten fest – bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG).

Die direkte Verbindung nach Würzburg schien mal nahe zu sein. Im November 2016 erklärte der CSU-Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf bei einem Pressegespräch, dass das Innenministerium den Auftrag für die Bedarfsprognose (Potenzialanalyse) vergeben habe. Deren Ergebnis könne im Frühjahr 2017 vorliegen. Erhofftes Ergebnis der Prognose wären 1000 Fahrgäste pro Tag. Dies wäre die Minimalanforderung für eine Wiederbelebung der Strecke.

Das fürs Frühjahr angekündigte Papier liegt immer noch bei der BEG. Und ist wohl in Arbeit: „Derzeit werden noch die für die Prognoseabschätzung relevanten Informationen mit den Landratsämtern abgestimmt“, so die BEG auf Anfrage. Sobald sämtliche Informationen vorlägen, könne die Prognose der Fahrgastzahlen abgeschlossen werden. Einen möglichen Zeitpunkt gibt das Staatsunternehmen nicht an.

„Wir wissen offiziell nichts, obwohl wir Strukturbetreiber wären“, sagt ein hörbar frustrierter Wolfgang Schramm, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Mainschleifenbahn. Der wundert sich nur über die Verzögerung bei der Bedarfsstudie. Der Landkreis Würzburg halte die Reaktivierung der Bahnverbindung für eine „sinnvolle Geschichte“.

Erstaunen auch im Kreis Kitzingen. Das Landratsamt habe seine „Hausaufgaben“ erledigt und die für die Bedarfsprognose nötigen Informationen an die BEG geschickt, erklärte Pressesprecherin Corinna Petzold. Seit Mai lägen die Unterlagen bei der BEG, ergebnislos: „Wir warten auf die Bedarfsprognose.“

Ein Grund fürs zähe Vorankommen findet sich im Landratsamt Würzburg. Das hat zwar der BEG – laut Pressesprecherin Eva-Maria Schorno – „bereits im Juli per E-Mail mitgeteilt“, dass der Kreis die Pläne der Mainschleifenbahn unterstützt, ist aber bei der Beschaffung der für die Studie nötigen Daten etwas im Hintertreffen. Wegen der „erheblichen Einschnitte in den Busverkehr“ und der finanziellen Auswirkungen für den Landkreis seien die angeforderten Unterlagen „noch nicht vollständig erstellt“, schreibt Schorno. Diese würden aber in Kürze bei der BEG eingereicht.

Das Problem für die Bahnstrecke Volkach-Seligenstadt-Würzburg ist nicht die nötige Weiche ins Bahnnetz. Knackpunkt sind die erwarteten Fahrgastzahlen. Da ging die BEG bislang von 400 möglichen Nutzern pro Monat aus, der Würzburger Verkehrsforscher Konrad Schliephake von 1400 bis 1600 Fahrgästen. Minimum wäre 1000 Nutzer der Bahn.

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