Ein fachkundiger Blick auf das Kennzeichen des Wohnmobils - NOM, Landkreis Northeim in Südniedersachsen, - reicht Walter Vierrether und er beginnt mit Peter Haase einen Small-Talk über das Einbecker Bier. Er habe dieses starke Getränk aus der Stadt im Kreis Northeim und seine Wirkung schon einmal genießen dürfen, erzählt der Chef der Kitzinger Touristinfo, verantwortlich für den Wohnmobilpark. Und dann wird tüchtig gelacht.
Ute und Peter Haase aus Kalfeld sind am Montag am beliebten Treffpunkt für Wohnmobilisten aus Deutschland und ganz Europa angekommen. Sie sind dabei nicht ihrem Instinkt gefolgt, sondern haben im Internet auf "TopPlatz" nachgeschaut. Es ist das Portal für ausgezeichnete Wohnmobil-Stellplätze. Kitzingen wird dort seit 2005 aufgeführt.
In den vergangenen Jahren konnten Walter Vierrether, sein Team und Tourismusreferentin Jutta Wallrapp immer wieder in der Kategorie A (bis 30 Plätze) Bronze-Medaillen als Prämierung in Empfang nehmen. "Auch heuer rechne ich wieder fest mit einer Medaille. Welche, das wird jetzt noch nicht verraten", sagt Walter Vierrether mit funkelnden Augen.
Es läuft gut auf dem Kitzinger Platz. Durch die Gartenschau im vergangenen Jahr konnte sich die Tourismus-Einrichtung am Main einen Namen machen und hat einen richtigen Schubs bekommen.
Die Stadt investiert ja auch in dieses Vorzeigestück. Mittlerweile können der Bau des Toilettencontainers und der Versorgungsstation in der Nähe der Nordbrücke weiter gehen und an den Kanal angeschlossen werden, nachdem es wegen Grundstücksverhandlungen einen Baustopp gegeben hatte. Und die Genehmigungen haben sich laut Vierrether seit Ostern hingezogen. Die Stadt will hier auch eine oder zwei Stromsäulen an der neuen hochwassersicheren Station sowie einen Ticket-Automaten errichten.

Zahlreiche Hilfsdienste


Sieben Euro pro Nacht und Mobil inklusive Entsorgung zahlen die Wohnmobilisten in Kitzingen. Die ehrenamtlichen Platzwarte Dieter Franz, Günter Östheimer, Hans Fleischmann und Claus Lux achten darauf, dass die Gebühr bezahlt wird. Das machen sie auf freundliche Art und stehen jederzeit zur Verfügung, wenn jemand Fragen hat oder etwas Bestimmtes sucht. Sie haben schon Hilfsdienste bis hin zu Fahrten ins Krankenhaus geleistet. "Wir achten auch darauf, dass der Platz in Ordnung bleibt", sagt Dieter Franz. Für konstruktive Kritik seien sie immer offen. Solche Anregungen und Verbesserungsvorschläge geben sie an ihren Chef Walter Vierrether weiter.
30 Parzellen hat der größere Teil des Platzes, weitere Stellmöglichkeiten gibt es auf dem Gelände in der Nähe der Nordbrücke. Auf Anregung von "TopPlatz" lasse man Flächen frei, sagt Vierrether. Auch der Kitzinger Bauhofleiter Georg Günther, selbst leidenschaftlicher Wohnmobil-Reisender, habe dringend dazu geraten, nicht den ganzen Uferbereich in Parzellen einzuteilen. Walter Vierrether erzählt, die Freifläche werde ja auch gebraucht, zum Beispiel, wenn im September wieder ein Treffen von Wohnmobilisten stattfindet. Das Ganze wird von Celle aus organisiert. 60 Freunde mit Wohnmobil wollen sich am Mainufer ein fröhliches Stelldichein geben.
Um Trends mitzubekommen und für den Platz zu werben, besucht Walter Vierrether große Fachmessen in Düsseldorf und Stuttgart, wo sich die 70 Top-Plätze, zu denen Kitzingen gehört, entsprechend aufwändig präsentieren. Das bedeutet: Er hat so viel um die Ohren, dass er froh ist, seine ehrenamtlichen Mitarbeiter zu haben. "Ohne die Helfer ginge das gar nicht", lobt er Franz, Östheimer, Fleischmann und Lux.
Ute Haase hat, nachdem das Wohnmobil geparkt war, einen Milchreis aufgesetzt. "Das geht schnell", sagt sie. Ihr Mann Peter hat sich erst einmal mit Hündchen "Spikey" in einem Liegestuhl neben dem Wohnmobil niedergelassen. Er schaut auf den Main, das glitzernde Wasser, die übers Wasser hängenden Äste der Bäume und freut sich, dass endlich Urlaub ist. Nachdem sich seine Frau als Leiterin eines Ferienlagers um 100 Kinder hatte kümmern müssen, genießen sie die Ruhe am Mainufer.
Das Ehepaar hat zehn Tage freie Zeit. Wenn sie Kitzingen und den Main wieder verlassen, wollen sie zu ihrer Tochter nach Coburg fahren. Bis dahin werden sie den Top-Platz Nr. 47 lieb gewonnen haben - wetten?