WIESENTHEID

Männer müssen draußen bleiben: Frauenfasching ausverkauft

Off limits - Zutritt verboten, heißt es für Männer beim Frauenfasching der Wiesentheider Karnevalsgesellschaft Auch für den Präsidenten Marcus Wicher. Was er dazu sagt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Männer müssen draußen bleiben
_

Marcus Wicher ist seit 23 Jahren bei der Kolping-Karnevals Gesellschaft (KoKaGe) aktiv. Er fing im Männerballett an, wurde Elferrat und dann Gesellschaftpräsident. Fragen an den KoKaGe-Chef (Foto Otto Friederich) zur närrischen Zeit im Allgemeinen und dem Frauenfasching in der Wiesentheider Steigerwaldhalle am Samstag im Besonderen.

Frage: Seit wann ist der Frauenfasching ausverkauft?

Marcus Wicher: Der Vorverkauf begann am 11. November. In einer Stunde wurden mehr als 400 Karten verkauft. Sechs Wochen später war die Sitzung ausverkauft.

Wie viele Karten wurden verkauft?

Wicher: 750.

Seit wann gibt es den Frauenfasching in Wiesentheid – und wer hat's erfunden?

Wicher: Am Samstag findet unsere neunte Frauenfaschingssitzung statt. Solche Sitzungen gibt es in anderen Orten schon länger – also keine Neuerfindung. Ich denke, so wie wir das machen, ist es sicherlich einmalig. Ins Leben gerufen wurde es mit meiner Unterstützung von Sylvia Freund und Lilli Bourgeon-Dürr.

Was macht den Reiz aus?

Wicher: Es ist eine Prunksitzung mit Showprogramm und Tänzen der Spitzenklasse. Frauen kommen zu hundert Prozent verkleidet. Ganz getreu des Mottos. Dieses Jahr heißt es: 'Die Geister die ich rief'.

Was sagt uns das Geister-Motto?

Wicher: Ganz einfach: Alles was mit Spuk zu tun hat.

Was ist beim Frauenfasching anders?

Wicher: Alles. Die Tanzgruppen der KoKaGe treten – ausgenommen unseres Männerballettes Gentlemen – nicht auf. Das Programm unterscheidet sich komplett zu dem unserer Elferratssitzung. Mit einem Lächeln kann ich auch sagen, dass Frauen an diesem Abend ausgelassener Fasching feiern.

Wie viele Männer werden dabei sein?

Wicher: Dieses Jahr können wir mit Männerballetten der Spitzenklasse glänzen. Mehrfache Deutsche Meister sind mit am Start. Unsere Gentlemen dürfen in Wiesentheid zum ersten mal ihren neuen Tanz vorstellen. Weitere Programmpunkte sind Überraschungen. Im Helferteam sind in etwa 50 Männer engagiert. Diese sind aber nicht in der Halle. Hier sind nur Frauen zugelassen, Männer dürfen lediglich zum Auftritt auf die Bühne.

Was machen Sie am Samstagabend?

Wicher: Ich bin für die Betreuung unserer Gäste verantwortlich – darf aber auch nicht in die Halle.

Wer sorgt für die Geschlechterkontrolle?

Wicher: Sicherheitspersonal und Helfer im Eingangsbereich.

Wann wird die erste Frau im Elferrat der KoKaGe auftauchen?

Wicher: Da muss ich lachen. Wir fahren schon zweigleisig. Die Zusammenarbeit klappt hervorragend. Die Frauenquote ist sehr gut bei uns. Daher sehe ich in den nächsten Jahren noch keine Verschmelzung.

Die weiteren Termine der KoKaGe?

Wicher: Am 11. Februar Elferratssitzung mit allen Akteuren der KoKaGe und mit Oliver Tissot, Peter Kuhn und Das Eich. Am 12. Februar Familiensitzung, am 26. Februar Faschingszug durch Wiesentheid mit buntem Nachmittag in der Steigerwaldhalle und am 11. März das Männerballettturnier.

Das Männerballett-Turnier ist inzwischen auch eine Institution . . .

Wicher: Es findet zum 16. Mal statt. Teilnehmen werden wieder 16 Mannschaften aus Bayern, Hessen und dem Saarland. Wir rechnen mit vollem Haus, als bis zu 1500 Gästen. Mehr geht leider nicht und wir haben vermutlich das größte Männerballettturnier in Bayern.

Noch ein paar Fakten zur KoKaGe . . .

Wicher: Die KoKaGe geht in die 56. Session. Wir sind die größte Untergruppe der Kolpingfamilie Wiesentheid und sind Mitglied im Fastnacht-Verband Franken. Mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren bei etwa 400 Mitgliedern sieht man, dass wir einen sehr aktiven Verein haben und Jugendarbeit groß geschrieben wird. Informationen, auch über unseren Kostümverleih, findet man unter www.kokage.de

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.