NORDHEIM

LZR-Infos zu Sandabbau in der Au

Der umstrittene Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au kommt trotz allen Widerstands ein kleines Stück weiter. Die Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) stellt am Montagabend (26. Oktober, 19.30 Uhr) im Gemeinderat ihre modifizierten Planungen auf dem Gelände zwischen Altmain und Radweg vor.
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Umstritten: Kritisch äußerten sich in Nordheim Eltern über den geplanten Kies- und Sandabbau in der Au (unser Bild). Die Abfuhr mit zirka 500 Tonnen am Tag soll über Jahre hinweg über die Raiffeisenstraße in der Ortsmitte erfolgen. Foto: Foto: Walter Braun

Der umstrittene Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au kommt trotz allen Widerstands ein kleines Stück weiter. Die Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) stellt am Montagabend (26. Oktober, 19.30 Uhr) im Gemeinderat ihre modifizierten Planungen auf dem Gelände zwischen Altmain und Radweg vor.

Was an Neuerungen kommt, werden die Zuhörer im Rathauskeller als erste erfahren. LZR-Sprecherin Elisabeth Ziegler sprach auf Nachfrage von einigen Änderungen im Konzept, mit denen auf Stellungnahmen aus der Bevölkerung reagiert worden sei. Besonders die Themen Verkehr und befürchtete Nachteile für den Tourismus fänden hier Beachtung.

Mit der Vorstellung der Pläne erfülle LZR das Versprechen, vor dem Abbauantrag am Landratsamt die Nordheimer zu informieren. LZR-Geschäftsführer Hermann Reifenscheid hatte Mitte August bei einem Treffen mit Bürgermeister Guido Braun und einer Vertreterin der Bürgerinitiative (BI) Nordheimer Au angekündigt, Ende des Jahres ins Genehmigungsverfahren zu gehen.

Gegner dieser Abbaupläne in der Au sind die Bürgerinitiative und zudem der Verein „Erhalt der Nordheimer Au“. Beide wollen das Gebiet in seiner Eigenart bewahren und aufwerten. Wenn LZR hier – wie geplant – auf rund neun Hektar Fläche Sand und Kies abbaggere, werde das aus Sicht beider Organisationen ökologisch wertvolle Mainvorland zerstört, so der Tenor. Die Bürgerinitiative befürchtet zudem Gefahren für Kinder und Radler durch den Lkw-Verkehr, wenn zehn Jahre lang etwa jede halbe Stunde ein Laster durch den Ort rolle.

Eine gänzlich andere Sicht der Dinge hat LZR. Das Kitzinger Unternehmen geht nach einem artenschutzrechtlichen Gutachten davon aus, dass die Au vergleichsweise artenarm sei und die jetzige „Kulturlandschaft“ nach dem Abbau in Teilabschnitten von LZR ökologisch aufgewertet werde. Dies werde auch dem Tourismus nützen, den die BI durch den Abbau gefährdet sieht.

Der Gemeinderat stellte sich im Mai mehrheitlich auf die Seite der Bürgerinitiative. Das nichtöffentliche Nein zu den Abbauplänen machte Bürgermeister Braun im Juni öffentlich. Eine Begründung der Ablehnung hatte der Verein „Erhalt der Nordheimer Au“ gefordert und dem Rat eine Frist bis 19. Oktober gesetzt.

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