MARKT EINERSHEIM/ KREIS KT

Wo das Alter kaum eine Rolle spielt

Ping macht es. Eine Sekunde später pong. Auf dem Hallenboden quietscht ein Turnschuh. Dessen Träger reckt und streckt sich, erreicht mit dem Schläger in seiner Hand den kleinen, weißen Ball, spielt ihn druckvoll zurück. Ping! Otto Einbecker hat den Schlag so präzise an den Rand der Tischtennisplatte gesetzt, dass sein Gegenspieler nicht mehr herankommt. Punktgewinn!
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Den Ball immer fest im Blick: Otto Einbecker aus Markt Einersheim hält sich mit Tischtennis fit. Zweimal wöchentlich trainiert er. Foto: Diana Fuchs
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Ping macht es. Eine Sekunde später pong. Auf dem Hallenboden quietscht ein Turnschuh. Dessen Träger reckt und streckt sich, erreicht mit dem Schläger in seiner Hand den kleinen, weißen Ball, spielt ihn druckvoll zurück. Ping! Otto Einbecker hat den Schlag so präzise an den Rand der Tischtennisplatte gesetzt, dass sein Gegenspieler nicht mehr herankommt. Punktgewinn!

Über zwei Millionen Mal hat sich diese Szene schon so oder so ähnlich abgespielt. Otto Einbecker, 75 Jahre, ist seit 1980 leidenschaftlicher Tischtennisspieler. Der 1,88 Meter große Mann ist selbst die beste Werbung für seinen Sport, der ihn seit Jahrzehnten fit hält. „Das Schöne am Tischtennis ist“, sagt Einbecker mit freundlichem Grinsen, „dass das Alter kaum eine Rolle spielt“. Selbst als Rentner sei es kein Problem, an der Platte schöne Erfolge zu erzielen.

Tischtennis, so heißt es im Lexikon, ist quasi Tennis in Miniaturform. Ein Ball aus Zelluloid mit vier Zentimetern Durchmesser wird auf einer Platte hin- und hergespielt. Die Platte ist mit einem Netz in zwei Hälften geteilt. Wie beim „großen“ Tennis auch, ist es das Ziel, den Gegenspieler so auszuspielen, dass dieser den Ball nicht mehr erreicht.

„Wer glaubt, dass Tischtennis ein langweiliger oder langsamer Sport ist, der irrt sich gewaltig“, sagt Einbecker. „Man braucht schon ein bisschen Kondition.“ Zweimal pro Woche trainiert der Markt Einersheimer zusammen mit rund zehn Mitspielern in der Mehrzweckhalle des Ortes. Dazu kommen noch die Spiele der zweiten Mannschaft, für die das Team im Umkreis von rund 40 Kilometern unterwegs ist. Oft hilft Einbecker auch in der ersten Mannschaft aus, wenn Not am Mann ist.

Ursprünglich war Otto Einbecker, wie so viele Männer, ein reiner Fußballer. Doch dann hatte er längere Zeit mit einer Beinverletzung zu kämpfen und fand schließlich immer mehr Gefallen am „Mini-Tennis“. Deshalb gesellte er sich zur Unterabteilung des SV Markt Einersheim. „Tischtennis hält mich fit“, stellt der 75-Jährige fest, der lange Jahre im örtlichen Bauhof gearbeitet hat und im Sommer Bademeister-Dienst im Markt Einersheimer Schwimmbad versah. „Es macht mir total viel Spaß und die Kameradschaft ist auch viel wert.“

Mit der Zeit habe er gelernt, die Gegner einzuschätzen. „Ich kann mich heute ganz gut auch mal zurücknehmen und die beste Situation abwarten, bis ich den Punkt machen kann. Früher war ich vielleicht ein bisschen wilder.“

Auch geistig sei Tischtennis ein gutes Training, selbst wenn man das auf den ersten Blick nicht vermute. „Aber du musst schon genau hingucken und den Kerl gegenüber beobachten“, stellt der Rechtshänder klar.

Freilich merkt Otto Einbecker, dass er nicht mehr ganz so wendig ist wie noch vor Jahrzehnten. Aber Erstens macht er mit Erfahrung so einiges wett – und Zweitens ist es für ihn auch eine Art Jungbrunnen, gegen Spieler anzutreten, die seine Enkel sein könnten. „Man spielt natürlich immer, um zu gewinnen. Aber so narrisch wie früher is' man in meinem Alter nimmer. Gerade das Altersübergreifende macht den Sport so schön.“

Dieter Schäfer, Leiter der Tischtennisabteilung im Markt Einersheimer Sportverein, kann das nur bestätigen. Er lädt Alt und Jung ein: „Man braucht nur Turnschuhe und einen Schläger – und schon kann's losgehen. Wer Interesse hat, kann gerne zu einem Schnupper-Training vorbeikommen!“

INFO: Trainingszeiten sind jeden Dienstag und Freitag von 19.30 bis 22 Uhr in der Mehrzeckhalle in Markt Einersheim. „Einfach mal reinschauen“, lautet die Devise.

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