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KITZINGEN

Eine süße Versuchung

AKG und Conditoreimuseum wollen miteinander kooperieren. P-Seminar lädt zu abwechslungsreichem Abend ein.
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So macht Schule Spaß: Im P-Seminar von Martin Schwab stellen die Schüler Schokolade, Bonbons und Eis her. Mit Stickstoff funktioniert die Eisherstellung wunderbar – und sieht auch noch spektakulär aus. Foto: Foto: Ralf Dieter
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Es raucht und es dampft. Den Schülern macht das gar nichts. Die bleiben ganz locker. Speiseeis haben sie schließlich schon ein paar mal mit Hilfe von Stickstoff produziert. Nicht die einzige Leckerei, die im „Süßen Labor“ des Armin-Knab-Gymnasiums entstanden ist.

Das Kitzinger Gymnasium und das Kitzinger Conditoreimuseum sind eine Partnerschaft eingegangen. Verantwortlich dafür zeichnet vor allem Chemielehrer Martin Schwab. „Kaum einer kennt das Museum am Marktplatz“, sagt er bedauernd. Das soll sich auch dank der Initiative ändern.

Neue Homepage entwickelt

14 Schüler haben dafür in den letzten eineinhalb Jahren einiges auf die Beine gestellt. Lars und Tim haben beispielsweise eine neue Homepage für das Museum erstellt. „Wir haben zuhause viel ausprobiert“, erzählt Tim. „Und uns immer wieder auf Fehlersuche begeben.“ Zwei Filme hat Leon für die Homepage gedreht, unter anderem ein Interview mit Museumsgründer Walter Poganietz geführt. Bei einem Rundgang zeigt der seine schönsten Stücke in den Glasvitrinen – und erzählt von der Geschichte des Museums.

Spannende Geschichte

1831 wurde in dem Gebäude die erste Kitzinger Konditorei durch Philip Grohs eröffnet. Bis 1937 waren Konditoren in ununterbrochener Folge Eigentümer von Haus und Geschäftsbetrieb. Seit 1893 gehört das Haus der Familie Schmitt–Poganietz.

Walter Poganietz zeigte sich ge-genüber der Anfrage aus dem AKG von Anfang an offen, wie Martin Schwab berichtet. Poganietz stellte historische Gerätschaften, Formen, Literatur und sein Wissen zur Verfügung. Als „Gegenzug“ hat er eine neue Homepage bekommen, die sich sehen lassen kann – allerdings erst Ende Februar. „Vorher wollen wir noch ein paar Dinge testen“, sagt Lars. Einen ersten Einblick in die Arbeit erhalten alle Neugierigen schon am morgigen Donnerstagabend, wenn die Schüler zur Abschlusspräsentation ihrer Arbeiten in die Rathaushalle einladen.

Zwei Stunden werden alle Gäste informiert und unterhalten. Außerdem können sie einige selbst produzierte Leckereien testen. Bonbons, Schokolade und Eis werden während der Veranstaltung hergestellt. „Gerade die Schokoladenherstellung ist gar nicht so einfach“, sagt Alexander, der am Donnerstag durch die Veranstaltung führen wird. Die Temperatur muss passen, die Masse mindestens drei Mal in die Formen geschüttet werden. Die Schüler haben sich bei „Art of Chocolate“ in Schwarzach Rat geholt. Besondere Formen, beispielsweise Hunde oder Löwen, hat Walter Poganietz aus seinem umfangreichen Depot zur Verfügung gestellt.

Die „Bonbongruppe“ um Lena, Annalena und Rauf hat sich nach dem Prinzip „Learning by doing“ weitergebildet. Einen ganzen Tag lang sind sie in eine Bonbonmanufaktur nach Augsburg gefahren, um sich Ratschläge einzuholen. Wie dickflüssig muss die Masse sein? Wie schnell muss sie verarbeitet werden? Und welche Rolle spielt der Sauerstoff? Dann haben sie mit verschiedenen Geschmackssorten im Schullabor experimentiert. Die Aromen und die natürlichen Farbstoffe haben sie von der Südzucker AG in Ochsenfurt gesponsort bekommen.

Mit der Geschichte des Zuckers – von der Entdeckung des Zuckerrohrs in Südamerika über die so genannte Kontinentalsperre, ausgesprochen von Napoleon im Jahr 1806, bis hin zur Industrialisierung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts – hat sich Rauf intensiv befasst. Sein Vortrag wird den Gästen einen theoretischen Rahmen vermitteln. Wer dann noch Lust auf ein Eis hat, wird quasi als Nachtisch eine spektakuläre Vorführung erleben, bei der Teile der altehrwürdigen Rathaushalle für kurze Zeit in mysteriösen Rauch gehüllt werden.

Weitere Zusammenarbeit?

Chemielehrer Martin Schwab ist das P-Seminar sichtlich eine Herzensangelegenheit. Er kann sich eine weitere Zusammenarbeit zwischen dem Conditoreimuseum und der Schule gut vorstellen. Vieles könne noch erforscht und im Rahmen von neuen P-Seminaren der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Themen gibt es sicher genug“, sagt Schwab, der sich wünscht, dass die Stadt auf kurz oder lang die Trägerschaft für das Museum übernehmen wird.

Ein Veranstaltungsraum, vielleicht sogar eine Laborküche, würden nach seiner Überzeugung Leben in das Museum bringen. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie, die die weitere Zukunft des Museums intensiv unter die Lupe nimmt. Die Studie soll im Sommer abgeschlossen sein.

Einladung zum „süßen Labor“: Am Donnerstag, 25. Januar, von 19 bis 21 Uhr in der Rathaushalle Kitzingen. Der Eintritt ist frei. Der Abend zeigt unter anderem, wie eine Zusammenarbeit zwischen Museum und Schule aussehen kann.

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