KITZINGEN

Squash boomt nach wie vor – man muss nur wissen wo

Würzburger Squashclub hat in Kitzingen ein Zuhause gefunden und will gerne mehr Menschen für die temporeiche Sportart begeistern.
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Die Squashspieler Marcus Pfister, Christan Lentes und Jonas Rutrecht freuen sich auf interessierte Zuschauer bei ihrem nächsten Bayernliga-Heimspiel am 26.Januar. Foto: Foto: 1. SC Würzburg
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Kitzingen Ein Raum, zwei Spieler, zwei Schläger, ein Ball und schon kann?s losgehen – und zwar mit ordentlich Tempo. Squash ist eine Sportart, die Christine Wohlleben vor vielen Jahren gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Inzwischen ist sie die 2. Vorsitzende des 1. SC Würzburg und hat die Freude an Squash mittlerweile schon vielen anderen Menschen nahe gebracht. Es ist die Mischung aus Spannung, Spiel und hohem Trainingseffekt, die ihr an Squash so gefällt. Die Tatsache, dass es ein Sport zum Austoben ist, aber auch um Stress oder Aggressionen abzubauen. Ihr Verein ist im Fitnessstudio Bodypower in Kitzingen beheimatet, richtet dort auch seine Heimspiele aus. Heimspiele, zu denen gerne Besucher willkommen sind, um die Leidenschaft von Christine Wohlleben verstehen zu können.

Frage: Squash ist nicht jedem gleich ein Begriff. Woran liegt es, dass die Sportart nicht so bekannt ist?

Christine Wohlleben: Squash war in den 80er Jahren ein Trendsport und hatte damals seine Hoch-Zeiten. Leider war die Zahl der begeisterten Squasher rückläufig und der Boom ist Mitte der 90er Jahre wieder abgeflaut. In dieser Zeit wurden viele Squash-Anlagen geschlossen oder umfunktioniert – beispielsweise zu Fitnessflächen für Fitnessstudios. Jedoch gibt es nach wie vor einen festen Kern von begeisterten Squashern – und die Begeisterung in Deutschland steigt wieder. Früher war Squash auch schwierig im Fernsehen oder online zu übertragen. Aber diese technischen Probleme sind gelöst und es gibt heutzutage unglaubliche Weltranglistenspiele gratis im Internet zu bestaunen.

Gerne wird Squash mit Tennis verglichen. Was sind tatsächlich die Gemeinsamkeiten? Was die Unterschiede?

Christine Wohlleben: Beides sind Rückschlagsportarten. Beim Squash ist das Besondere, dass man sich das Spielfeld mit seinem Gegenspieler teilt und es nicht durch ein Netz getrennt ist. Der Court ist ein geschlossener Raum mit Aus-Bereichen nach oben und an der Vorderwand auch nach unten. Anders als beim Tennis gibt es Wände, die ins Spiel mit einbezogen werden können, dadurch wird das Spiel viel variabler und flexibler als beim Tennis. Es fühlt sich schneller und dynamischer an. Und vor allem kann man beim Squash auch als Anfänger viel schneller Fortschritte beim Erlernen machen als beim Tennis. Beide Sportarten kann man als Einzel sowie als Doppel spielen.

Ist Squash schwierig zu lernen? Worauf kommt es bei dem Sport an?

Christine Wohlleben: Squash ist nicht einfacher oder schwieriger zu lernen als andere Sportarten. Die Routine kommt durch das Training. Squash ist ein temporeiches Spiel mit dem Ball und trainiert nicht nur Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit, sondern schult auch psychische Fähigkeiten wie Konzentration und das schnelle Umsetzen von Denken und Handeln – was auch die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Squashspieler sind. Ein Einstieg in den Squashsport ist relativ einfach und man kann sich durch häufigeres Spielen und mit Unterstützung eines Trainers schnell verbessern. Das verstärkt den Spielfluss und damit einhergehend steigert es den Spaßfaktor gleich mit.

Wann und wie sind Sie mit Squash in Berührung gekommen?

Christine Wohlleben: Ich habe den Sport in der „Squash-Boomzeit“ mit Freundinnen für mich entdeckt – und mich immer mehr dafür interessiert. Das Squash-Gen habe ich an meinen Sohn vererbt, der seit seinem 9. Lebensjahr selbst begeisterter und erfolgreicher Squasher in der Bayernliga ist und sein Wissen inzwischen an den Squash-Nachwuchs als Trainer weitergibt.

Ihr habt auch Jugendmannschaften. Ab welchem Alter startet das Training? Und wie läuft es anfangs ab?

Christine Wohlleben: Ein Teil unserer Jugendlichen hat im Alter von sieben Jahren mit dem Training begonnen. Unsere Jugendtrainer beginnen dann spielerisch mit Ballübungen und Koordinationstraining für die Kinder. Die Kinder brauchen übrigens am Anfang zum Training nur Sportbekleidung und Hallenschuhe. Der Rest wird von uns gestellt.

Euer Verein heißt 1. SC Würzburg, hat seinen Sitz aber in Kitzingen. Wie kam es dazu?

Christine Wohlleben: Begonnen hat der 1. SC Würzburg vor Jahren am Tenniscenter am Stein in Würzburg, das es schon seit Jahrzehnten nicht mehr gibt. Seit dieser Zeit haben wir uns immer in den wenigen verbleibenden Centern einmieten müssen. Seit 2015 haben wir unsere Heimat im Bodypower Kitzingen gefunden. Das Betreiberpaar Oliver und Diana Schmidt unterstützt uns seit dieser Zeit immer tatkräftig.

Muss man Mitglied im Fitnessstudio „Bodypower“ sein, um dort Squash zu spielen?

Christine Wohlleben: Man muss kein Mitglied im Fitnessstudio sein, um dort Squash zu spielen. Man kann die Courts während der Öffnungszeiten des „Bodypower“ buchen und nutzen. Auch kann man dort Squashschläger und Bälle leihen.

Am Wochenende steht das nächste Heimspiel für Eure Herren-Mannschaft an. Ihr wollt die Tabellenspitze in der Bayernliga übernehmen. Wo soll?s denn hingehen?

Christine Wohlleben: Wir sind letztes Jahr von der Landesliga in die Bayernliga aufgestiegen, sind aber auch in der Landesliga – und damit in der untersten Liga im Squash – weiterhin mit einer Mannschaft vertreten. Gelingt unserer Bayernliga-Mannschaft der nochmalige Aufstieg, dann wäre das für uns der Sprung in die Bundesliga.

Wie viele aktive Mitglieder hat euer Verein aktuell?

Christine Wohlleben: Unser Verein hat im Moment zirka 70 Mitglieder. Darunter sind etwa 30 aktive Spieler, die am Ligaspielbetrieb sowie an nationalen und internationalen Turnieren teilnehmen. Es gibt aber auch viele Freizeitspieler in unserem Verein. Wir freuen uns natürlich über neue Squashfans und solche, die es noch werden möchten. Ein Schnuppern ist nach kurzer Anmeldung jederzeit möglich.

Auf einen Blick: Squash in Kitzingen

Verein: Der 1. SC Würzburg e.V. wurde 1993 durch begeisterte Squasher gegründet und hat im Bodypower Kitzingen, Otto-Hahn-Straße 17, seine Squashheimat gefunden.

Aktive Mannschaften: Herren-Landesliga, Herren-Bayernliga, Senioren-Bayernliga, Damen-Bayernliga; zudem Jugendmannschaften ab U11.

Training: für Kinder und Jugendliche zweimal in der Woche im Bodypower (Mittwoch 18 bis 19 Uhr und Sonntag 10 bis 12 Uhr). Kurze Anmeldung erbeten.

Erwachsene Einsteiger: unverbindliches Schnuppertraining mittwochs von 19 bis 20 Uhr. Kurze Anmeldung erbeten.

Spieltag: Am Sonntag, 26. Januar, von 13 bis ca. 17 Uhr hat die Herren-Bayernliga-Mannschaft Heimspiel. Zu Gast im Bodypower sind Squashinsel Taufkirchen 1, Squashinsel Taufkirchen 2 und Batavia SC Passau 1. Der Eintritt ist kostenlos.

Kontakt: Christine Wohlleben, Tel. 0175/8681470, 2.vorstand @1sc-wuerzburg.de

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