KITZINGEN

Sinnlose Sachbeschädigungen

Die Fälle von Graffity-Besprühungen in Kitzingen häufen sich. Vandalen suchen immer wieder ehemaliges Gartenschaugelände auf
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Am Mittwochnachmittag der letzten Woche wurden diese beiden Tische auf dem Gelände des neuen „Kreisackers“ aufgestellt .... Foto: Uwe Friebel
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Zwei Fälle innerhalb kurzer Zeit. Ein Zufall? Die Polizei sagt Nein. „Sachbeschädigungen müssen wir fast täglich behandeln“, erklärt Polizeihauptkommissar Gerhard Klebrig auf Nachfrage. Er wünscht sich Hinweise aus der Bevölkerung.

Anfang Mai hat Uwe Friebel dieser Redaktion ein Foto über Facebook geschickt. Zu sehen: Beschädigungen am Scooter-Platz in Etwashausen. Müll ist am Boden verteilt, schwarze Flecken auf dem Beton, ein Grill steht an den Tischen unter der Überdachung. Die ist schon länger mit Schriftzeichen verunziert. „Schade um den Scooterplatz“, schreibt Friedel.

Schade ist es auch um die zwei Tische, die das Landratsamt am Mittwoch letzter Woche am „Kreisacker“ aufgestellt hatte. „Donnerstagfrüh waren sie schon kaputt“, ärgert sich Markus Schmitt vom Landschaftspflegeverband. Die Reste der Tischbeine und der Tischplatte lagen am Boden verteilt, als er an den Platz kam. „Sinnlose Gewalt“, urteilt er. Das Landratsamt hat Ersatz besorgt und hofft, dass sich der Vandalismus nicht wiederholt.

„Auf dem ehemaligen Gartenschaugelände passieren immer wieder solche Sachen.“
Gerhard Klebrig, Polizeisprecher

„Auf dem ehemaligen Gartenschaugelände passieren immer wieder solche Sachen“, sagt Polizeipressesprecher Klebrig. Überrascht sind er und seine Kollegen davon keinesfalls. „Das Gelände lädt ein Stück weit dazu sein“, meint er. Wenig Anlieger, kein Verkehr. Vor allem nachts werden die mutwilligen Zerstörer kaum gestört. Klebrig und seine Kollegen sind deshalb auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. „Einfach anrufen, wenn einem etwas seltsam erscheint“, sagt er. „Gerne auch anonym.“ Innerhalb kurzer Zeit wären die Kollegen dann vor Ort und könnten nach dem Rechten sehen. „Ansonsten haben wir ja kaum eine Chance, die Täter zu ermitteln.“

„Von 100 Leuten sind 98 doch völlig okay.“
Georg Günther, Leiter Bauhof

Das gilt auch für die Graffity-Sprüher, die im gesamten Stadtgebiet unterwegs sind und seit ein paar Wochen besonders aktiv sind. Erst am Mittwoch und Donnerstag letzter Wochen gab es zwei neue Fälle in der Tal- beziehungsweise Jahnstraße. Einmal wurde die Hausfassade eines Einfamilienhauses mit brauner Farbe besprüht, ein anderes Mal die linke Fahrzeugseite eines geparkten VW-Touran besprüht. Der Schaden beläuft sich allein in diesen Fällen auf jeweils 500 Euro.

Angemalte Bänke und versiffte Grills kennen auch die Bauhofmitarbeiter zur Genüge. Die weißen Bänke auf dem ehemaligen Gartenschaugelände sind in den letzten Wochen vermehrt Ziel von Verunreinigungen gewesen. Die zumeist rechtsradikalen Schriftzüge werden von den Bauhofmitarbeitern unverzüglich entfernt. An Stellen im Stadtgebiet, die besonders häufig von Sprühern aufgesucht werden, haben Georg Günther und seine Kollegen vorsorglich eine besondere Beschichtung angebracht. „Damit die Farbe vom Graffity gleich verläuft“, erklärt der Bauhofleiter und hofft: „So vergeht den Sprühern die Lust.“

Trotz der Vorfälle befinde man sich nach seiner Einschätzung in Kitzingen nach wie vor auf einer Insel der Glückseligen. „Von 100 Leuten sind 98 doch völlig okay“, meint der Bauhofleiter. Eine Einschätzung, die von der Polizei geteilt wird. „Die allermeisten Leute sind friedlich unterwegs“, bestätigt Gerhard Klebrig. Dennoch schade es nie, die Augen offenzuhalten.

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