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KITZINGEN/WIESENTHEID

Mit der Schnapszahl ins Glück

Ist der 20.2.20 ein guter Tag zum Heiraten? Zwei Experten sagen „Ja“
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Tom Weinig macht den schönsten Tag im Leben mit einfachen Hilfsmitteln noch schöner. Foto: Foto: Julia Volkamer

Er soll der schönste Tag im Leben werden: der Hochzeitstag. Da ist es wichtig, dass alles stimmt, vom Wetter und dem Schauplatz über die Deko und den Blumenschmuck bis hin zum Essen und der Musik. Der Anzug des Bräutigams muss sitzen, und das Brautkleid macht jede Frau für mindestens einen Tag zur Prinzessin. Und welche Rolle spielen die Zahlen? Macht das richtige Datum den Hochzeitstag erst perfekt?

„Nicht unbedingt“, sagt Uwe Plomitzer, einer von drei Standesbeamten in Kitzingen. „Es kommt darauf an, wie wichtig es dem jeweiligen Brautpaar ist, an einem prägnanten Datum zu heiraten.“ Eine runde Jahreszahl wie 2020 lade schon dazu ein, schließlich bietet es viele einprägsame Kombinationen, zum Beispiel, wie am heutigen Tag, den 20.02.20. Mehr Anfragen als sonst habe es für diesen Tag aber auch nicht gegeben, weiß Uwe Plomitzer. Zuletzt standen drei Trauungen in seinem Plan.

Zusammen mit seinen Kollegen habe er dieses und ähnliche Daten, zum Beispiel den 20.6.20 oder den 10.10.2020, ins Terminangebot aufgenommen. „Bisher gab es aber noch keinen echten Ansturm auf diese Tage.“ In der jüngeren Vergangenheit waren Schnapszahlen schwer angesagt, der 9.9.99 zum Beispiel. Mit dem 12.12.12 hatte sich diese Möglichkeit aus nachvollziehbaren Gründen erst einmal erledigt. Die runden Kombinationen für das Jahr 2020 blieben da in der Nachfrage weit zurück.

Über fehlende Nachfrage kann sich Tom Weinig nicht beschweren. Seit elf Jahren stattet der Wahl-Wiesentheider Hochzeiten und andere Veranstaltungen aus, mit allem, was sich die Brautleute wünschen. Da könne die Alkoholauswahl an der Bar durchaus wichtiger sein als die Schnapszahl als Hochzeitsdatum. „Die meisten haben ganz genaue Vorstellungen von ihrem großen Tag“, weiß der Hochzeitsplaner inzwischen. „Vor allem die Bräute.“ Und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Vorstellungen zu erfüllen.

Das Datum spielt da in den wenigsten Fällen eine Rolle. „Wir hatten letztes Jahr etwa 120 Hochzeiten“, rechnet Tom Weinig zusammen, obwohl 2019 keine wirklichen Traumdaten hergab. Wir, das ist seine Firma „2event“, die er zusammen mit Markus Schermer gegründet hat. Inzwischen sind „Die Zwei“ zu viert und versorgen Hochzeitsgesellschaften mit allem, was für ein rauschendes Fest gebraucht wird. Sie vermitteln Trauredner, Caterer und Floristen, bieten Beleuchtung, Musikanlage und die komplette Innenausstattung an – und inzwischen auch die eigene Hochzeitslocation am Wiesentheider Waldrand. Zusammen mit seinem Team hat er sich einen Namen gemacht, bei der Ausstattung von Scheunen, Sälen und Turnhallen seine eigene Handschrift entwickelt. Etwa 700.000 LED-Lichter lagert er in der neuen Niederlassung in Wiesentheid. „Die Paare legen viel Wert auf eine schöne Atmosphäre und ein individuelles Ambiente.“ Ein echter Trend sei in den letzten Jahren „Vintage“ gewesen, also Dekoration, die Altes und Neues, Natürliches und Handgemachtes vereint. Inzwischen werde dieser gerne mit Edlem kombiniert, zum Beispiel mit ausgesuchtem Blumenschmuck, exklusiven Stoffen oder sogar goldenen Stühlen. „Erst letztens habe ich das ganze Internet danach durchsucht“, erinnert er sich an diesen Sonderwunsch. Er wäre in Erfüllung gegangen – wenn das Budget der Braut nicht einen Strich durch die Hochzeitsrechnung gemacht hätte.

Erschwinglicher war da die Buchung einer Softeis-Maschine, die Tom Weinig gut im Gedächtnis geblieben ist – weil sie ihm nicht nur eine schlaflose Nacht bereitet hatte. Er konnte nicht leihen, also kaufte er. Der Hersteller konnte nicht rechtzeitig liefern, also musste eine andere her. Die Dritte hing noch Freitagnachmittag in einer Würzburger Spedition fest, Kompagnon Markus holte sie schließlich mit dem Privatauto ab – rechtzeitig zur Hochzeit am Samstagvormittag. „Die Softeis-Maschine war der Hit und das Brautpaar rundum glücklich.“ Solche und ähnliche Sonderwünsche wurden in den letzten Jahren zum Standard. „Inzwischen mieten die Brautpaare so gut wie immer unsere Fotobox“, sagt Tom Weinig. „Das gehört heutzutage irgendwie zu einer Hochzeit dazu.“

Und für manche Paare gehört eben auch das richtige Datum dazu. „Manche wählen den Termin ja auch deswegen aus, weil man ihn sich besser merken kann“, schmunzelt Uwe Plomitzer. Im Jahr 2021 gibt es weniger dieser speziellen Tage, bevor 2022 wieder die Schnapszahlen ins Spiel kommen. „Wenn das besondere Datum dafür sorgt, dass der Hochzeitstag einmal weniger vergessen und vielleicht ein Streit vermieden wird, dann hat es auf jeden Fall seine Berechtigung“, findet der Standesbeamte und will den heiratswilligen Kitzingern auch in den nächsten Jahren besondere Daten zur Trauung anbieten.

Trauen im Landkreis

Anmelden Zur Trauung anmelden muss man sich im Standesamt der Gemeinde, in der ein Haupt- oder Nebenwohnsitz angemeldet ist. Für die Stadt Kitzingen ist der Ansprechpartner Uwe Plomitzer, E-Mail uwe.plomitzer@stadt-kitzingen.de oder unter Tel. 09321/203201, das Standesamt der Verwaltungsgemeinschaft ist unter Tel. 09321/9166110 erreichbar.

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