GEISELWIND

Lernen, wie es wächst und schmeckt

Geiselwinder Schüler werden zu Gemüsepaten: Die Zweit- und Drittklässler pflanzen, gießen, pflegen und ernten Salat, Kresse, Schnittlauch und Radieschen. In ein paar Wochen werden sie aus dem Angebauten ein leckeres Gericht zaubern.
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Radieschen, Schnittlauch, Salat – das braucht man für einen leckeren Wrap. Noch zeigen die Kinder die Zutaten nur auf Bildern, doch schon bald können sie ernten, was sie mit Gärtner Frank Schunke gepflanzt haben. Foto: Daniela Röllinger
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Es ist so klein, dass es die Finger kaum schaffen, nur ein einziges kleines Samenkorn aus der Schüssel zu holen. Winzig liegt es auf der Handfläche, neben dem großen, grünen Salatkopf ist es kaum zu erkennen. Doch genau solch ein Salat wird einmal daraus wachsen, haben die Zweit- und Drittklässler der Drei-Franken-Schule Geiselwind in dieser Woche gelernt.

„Wissen wie's wächst und schmeckt“ heißt ein Pflanzprojekt, das vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ins Leben gerufen wurde. „Kinder sollen wieder stärker in Kontakt mit der Herkunft von Lebensmitteln kommen und sich durch praktisches Tun Ernährungswissen aneignen“, erklärt Gabriele Schenk vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen. Nachdem im vergangenen Jahr die Grundschule Kitzingen Siedlung teilgenommen hatte, kam die Projektleiterin in dieser Woche gemeinsam mit Gärtner Frank Schunke in die Drei-Franken-Schule Geiselwind, um mit den Zweit- und Drittklässlern Salat, Gemüse und Kräuter anzupflanzen.

Fast alle Kinder haben zuhause einen Garten, und so war es kein Wunder, dass sie genau wussten, was eine Pflanze so alles zum Wachsen braucht. Licht, Sonne, Wasser, Wind, Bienen und Erde zählten die Drittklässler bunt durcheinander auf. Natürlich wussten sie auch, dass es nicht die Kartoffelpuffer und der Kartoffelsalat sind, die im Boden wachsen, sondern diese Gerichte erst aus den Kartoffeln gemacht werden.

Mit Daniel Brohm vom AELF, der Gabriele Schenk bei dem Projekt unterstützt, säten die Kinder Radieschen an. Jeder hatte dazu einen aufgeschnittenen Tetrapack mitgebracht – teils wunderschön verziert – und füllte Pflanzerde hinein, um darin vorsichtig vier winzige Samenkörner zu plazieren. An der zweiten Station bepflanzte jede Klasse gemeinsam mit dem Hüttenheimer Gärtner Frank Schunke im Schulgarten vier große Kisten. Verschiedene Salatpflanzen kamen dort hinein, Schnittlauch, Kapuzinerkresse und ebenfalls die winzigen Radieschensamen. All die Pflanzen werden die Kinder in den nächsten Wochen gut gießen und pflegen. Sorgfalt und Zuverlässigkeit sind dafür nötig. Wie Schulleiterin Susanne Stark sagte, halten die Schüler außerdem in einem Pflanzenbegleitbuch das Wachstum und die Veränderung ganz genau schriftlich fest. „Wenn sie das erleben und auch selbst machen, bleibt viel mehr hängen“, erklärte Stark, die von dem etwas andern Unterricht begeistert ist: „Das ist ein tolles Projekt.“

In den nächsten Wochen erfahren die Zweit- und Drittklässler, dass es Zeit und Aufwand erfordert, damit die Pflanzen wachsen und gedeihen. „Damit ist die Absicht verbunden, dass Kinder eine größere Wertschätzung für Lebensmittel entwickeln“, erklärt Gabriele Schenk. Geerntet werden die Pflanzen kurz vor den Pfingstferien und auch dann wird es nochmal richtig spannend: Gemeinsam bereiten alle ein leckeres Kindergericht daraus zu, so dass der Kreis vom Anpflanzen und Wachsen über die Ernte bis hin zur Zubereitung eines leckeren Gemüsegerichts geschlossen wird. Ein bisschen was probieren durften die Kinder allerdings schon: Als dritte Station hatten Gabriele Schenk und Daniel Brohm im Schulhaus ein Quiz aufgebaut, bei dem die Schüler den Salat und das Gemüse mit allen Sinnen kennenlernen konnten. Farbe und Formen von Karotten, Schnittlauch und Kopfsalat und den dazugehörigen Samen erkundeten sie zunächst mit den Augen: Ähnelt die Form des Samens der Frucht? Wie sieht es mit der Farbe aus? Zum Schmecken hatte Gabriele Schenk Kostproben mitgebracht. In kleinen Säckchen ertasteten und erfühlten die Mädchen und Jungen die Produkte mit ihren Händen. Wie sich die Samen anhören, erfuhren die Kinder durch Schütteldosen und natürlich wurde auch kräftig geschnuppert – wobei es gar nicht so einfach war, den Schnittlauch alleine am Geruch zu erkennen.

Wissen wie's wächst und schmeckt: Ansprechpartnerin für das Projekt ist Gabriele Schenk am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Tel. 09321/3009-131, Email:

gabriele.schenk@aelf-kt.bayern.de

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