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Jetzt schon die Nase voll

Von März bis Juli ist die Hauptsaison der Pollen.Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen Allergikern?<
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Typische Heuschnupfen-Symptome: Die Nase kribbelt und läuft, die Augen tränen. Foto: Foto: Patrick Schurtz
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Endlich Frühling. Endlich wieder grillen, im Garten sitzen und Cabriolet fahren. Für rund 14 Prozent der Deutschen hat die blühende Landschaft jedoch einen bitteren Beigeschmack. Die Nase läuft und kribbelt, die Augen tränen und jucken. Der Heuschnupfen bringt schon seit einigen Wochen viele Allergiker fast um den Verstand.

Der Begriff „Allergie“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Fremd-Reaktion“. „Früher dachte man, dass Allergiker ein schwaches Immunsystem haben. Aber das stimmt nicht, Allergiker haben ein starkes. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf verschiedene Substanzen, die gar nicht schlimm sind“ sagt Dr. Susanne Knof. Sie hilft täglich Patienten mit Allergien in ihrer Praxis für Homöopathie, Ernährungs-Medizin und Osteopathie in Obernbreit.

Die Allergie-Symptome sind von Mensch zu Mensch verschieden. Typische Anzeichen für Heuschnupfen sind geschwollene und gerötete Schleimhäute, Fließ-Schnupfen mit wässrigem Sekret, Niesreiz und eine trockene Nase. Des Weiteren werden Allergiker von juckenden und tränenden Augen, einem juckenden Gaumen und Husten geplagt. Leider sind auch schlimmere Folgen möglich. „Beim sogenannten Etagen-Wechsel entwickelt sich der Heuschnupfen zu allergischem Asthma. Die Symptome sind dann Luftnot, Lungen-Spastiken und giemende Atemgeräusche“, erklärt Dr. Knof.

Bei dieser Allergie gibt es unterschiedliche Auslöser. Der Eine reagiert nur auf bestimmte Blütenpollen, der Andere besonders auf Frühblüher. „Einer meiner Patienten hat schon Ende Januar mit Frühblühern zu kämpfen. Dazu zählen Hasel, Birke oder Erle“, informiert die Ärztin. Bei manchen tritt die Allergie erst später, bei anderen wiederum schon im Kindesalter auf. „Gerade wenn Eltern mit Allergien vorbelastet sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Kinder auch betroffen sein werden.“ Die normale Pollenallergie ist aber nicht lebensgefährlich. Sie beeinträchtigt den Alltag nur massiv. „Aber zum Glück kann man was machen“, informiert Dr. Knof.

Schwache örtliche Symptome können mit Augentropfen, Nasenspray oder Tabletten gelindert werden. „Diese Antihistaminika enthalten Wirkstoffe, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abschwächen oder aufheben. Viele Patienten kommen damit gut zurecht“, sagt Dr. Knof. Wenn das nichts bringt, weil die Symptome sehr stark sind, kann Cortison verwendet werden. Die Hyposensibilisierung ist eine Therapieform, die der Allergie entgegen wirkt. Nach einem Allergietest werden dem Körper die Allergene in minimaler Dosierung zugeführt, um ihn daran zu gewöhnen. Diese „Allergie-Impfung“ wird meist über den Winter injiziert.

Die Ärztin und Homöopathin behandelt täglich Patienten von jung bis alt. Zum Beispiel auch eine Dame mittleren Alters. Sie leidet an der Frühblüher-Problematik. „Sie arbeitet im direkten Kontakt zu den Kunden. Hier war der Fließ-Schnupfen und die tränenden Augen immer sehr störend“ informiert die Ärztin. Bei der Patientin haben die klassischen Antihistaminika geholfen. Zusätzlich habe das Verwenden von Darmbakterien-Präparaten einen guten Effekt gezeigt. Ein weiterer Fall ist ein stark allergischer Jugendlicher. Der Junge hatte aufgrund von allergischem Asthma Probleme im Schulsport und eine sehr gereizte Lunge. „In solchen Fällen verweise ich die Patienten zu einem Fachkollegen“, sagt Dr. Knof. Der Junge hat sein Problem mit einem Asthmaspray in den Griff bekommen.

Mit homöopathischen Arzneimitteln kann Gleiches mit Gleichem bekämpft werden. „Eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen Beschwerden auslöst, kann bei einem kranken Menschen diese Beschwerden lindern“, erklärt sie das homöopathische Prinzip. Dr. Knof erinnert sich an Erfolge mit Allium cepa, dem Stoff einer Küchenzwiebel, der beim Aufschneiden entfacht wird. Damit kann das Laufen der Nase und das Tränen der Augen gelindert werden. Was auch noch hilfreich sein kann: Injektionen mit Ameisensäure. Diese verbessern die Eigen-Regulation des Immunsystems.

Mindestens zwölf Millionen Menschen leiden an Heuschnupfen. Doch die Dunkelziffer ist groß. Viele verwechseln die Symptome mit einer Erkältung. „Wenn man jedes Jahr zur selben Zeit Probleme hat, kann es gut möglich sein, dass eine Allergie der Grund ist“ sagt Dr. Knof.

Pollenflug-Kalender 2019

Februar: Hasel

März: Hasel, Erle

April: Pappel, Weide, Esche, Hainbuche, Birke, Ulme, Buche, Platane

Mai: Weide, Buche, Platane, Eiche, Kiefer

Juni: Linde, Gräser, Wegerich, Roggen, Gänsefuß

Juli: Linde, Gräser, Wegerich, Brennnessel, Gänsefuß

August: Wegerich, Brennnessel, Gänsefuß, Beifuß

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