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SCHWEINFURT

„Ich will unbedingt Model sein“

Die Schweinfurter Topmodel-Kandidatin Julia F. hat es bei der Castingshow unter die Top 20 geschafft. Jetzt will sie mehr...
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Julia in Blond. Foto: Foto: Pro Sieben/Sven Doornkaat
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Sie ist besonders. Das hat Heidi Klum schon in der ersten Folge der neuen Staffel ihrer Casting-Show „Germany‘s Next Topmodel (GNTM) erkannt. Julia verlässt sich aber nicht auf ihr Alleinstellungsmerkmal, ihre Glatze. Mit großem Selbstbewusstsein und einer guten Portion Kampfgeist macht sie auch vielen anderen Mädchen Mut. Im Interview erzählt

die 20-Jährige, wie sie mit Heimweh umgeht, warum Heidi ihr dabei helfen kann und wovor sie am meisten Angst hat.

Wie geht es Dir? Hast Du Dich gut eingelebt in der GNTM-Familie?

Ich habe mich sehr gut eingelebt, alle sind sehr hilfsbereit und wir verstehen uns gut.

Ist es wirklich wie Familie?

Ich würde es mal eher mit einer Schulklasse vergleichen. In unserem Loft ist es ja ein bisschen wie auf einem Schulausflug, zwei Bäder für 20 Mädchen, das ist nicht so einfach. Es oft laut, aber wir lachen auch viel. Man versteht sich mit manchen besser, mit anderen weniger.

Gibt es Mädchen, die echte Freundinnen geworden sind?

Ich verstehe mich eigentlich mit vielen Mädchen ganz gut, da könnten sich noch Freundschaften entwickeln. Dazu müsste ich sie aber noch ein bisschen besser kennenlernen. Und es gibt eigentlich keine, mit der ich überhaupt nichts anfangen kann.

Und wenn es doch Konflikte gibt: Welche Rolle spielt Heidi dabei? Ist sie wirklich wie eine Model-Mama oder erlebst Du sie eher als Vollprofi, wenn die Kameras an sind?

Man kann schon gut mit ihr reden und hat das Gefühl, dass sie für einen da ist und sich die Sorgen anhört. Sie versucht zu vermitteln. Jedenfalls ist es nicht so, dass sie nur so tut, als ob es sie interessiert, sobald die Kameras an sind.

Inwiefern lässt Heidi euch an ihrem Privatleben teilhaben?

Sie redet eigentlich nicht viel über ihr Privatleben.

Wie ist es mit Deinem Privatleben: Wie fühlt es sich an, so weit entfernt zu sein von der Familie und auch von Deinem Freund?

Das ist schon schwer für mich. Ich bin ja sehr eng mit meiner Familie, und natürlich vermisse ich meinen Freund. Es ist nicht einfach, gleich am Anfang der Beziehung so lange getrennt zu sein. Bei uns ist es aber kein Problem, es ist alles gut.

Ist das für Dich die größte Herausforderung? Bisher hatte man nicht den Eindruck, dass Dich bei Shootings oder auf dem Catwalk etwas aus der Ruhe bringen könnte.

Ja, das ist schon eine große Herausforderung für mich, so lange ohne meine Familie zu sein. Klar versteht man sich mit den Mädels, aber es ist einfach etwas anderes, wenn man sich mal einen Rat von seiner Mama holen kann oder eine Umarmung.

Ansonsten fand ich die bisherigen Herausforderungen spannend, aber noch entspannt. Ernst wurde es, als das „Krabbelshooting“ anstand. Ich habe große Angst vor Spinnen.

Aber wärst Du deswegen ausgestiegen?

Ich wollte nicht aufgrund meiner Ängste Nachteile im Wettbewerb haben. Die Devise war „Augen zu und durch“. Letztlich bekam ich dann andere Krabbeltiere.

Was ist Dir grundsätzlich lieber: Shooting oder Catwalk?

Mir macht beides Spaß. Beim Shooting ist es ja so, dass man von dem Bild viel länger etwas hat. Der Walk ist nur für den Moment.

In beiden Bereichen wurde den Kandidatinnen schon einiges abverlangt. Was oder wer hat Dich dabei am meisten beeindruckt, positiv wie negativ?

Gleich in der ersten Woche eine Fashion Show für Julien Macdonald zu laufen war natürlich schon beeindruckend. Dabei hat er so einen sympathischen Eindruck gemacht, hat sich um jede Einzelne gekümmert, dass das Kleid passt, dass die Schuhe passen, dass die Mädchen sich auch in ihrem Outfit wohlfühlen... Das ist nicht immer so. Das allererste Shooting war gleich eine Herausforderung – mit Rankin als Fotograf! Dazu musste man sein Outfit selber herstellen, es gab ein männliches Model und das ganze Außenrum... Da dachte ich, wenn das schon so anfängt, was soll eigentlich noch kommen?

Ja, was kann denn da noch kommen, das Dich so richtig beeindruckt?

Ich würde mich sehr über ein Höhenshooting freuen. Ich glaube, wenn man das gemeistert hat, fühlt man sich danach total gut.

Wie hast Du Dich denn bei und nach dem Umstyling gefühlt?

Es war schon etwas Besonderes für mich, weil ich wissen wollte, mit welcher Frisur Heidi mich sieht. Als sie mit dem Wagen voller hochwertiger Perücken um die Ecke kam, da hätte ich fast angefangen zu weinen. Und dann bekam ich davon auch noch welche geschenkt! Ich war echt total gerührt.

Abgesehen von den Haaren: Konnten die Experten Dir Tipps und Tricks geben, wie Du Dich stylen kannst?

Naja, die Sichtweise, wie die Profis mich sehen, stimmt nicht ganz mit meiner Art, wie ich mich selbst stylen würde, überein. Man sieht sich selber oft ein bisschen anders. Aber ich weiß auch, dass diese Leute viel Erfahrung und Wissen haben, und da lasse ich mir schon was sagen.

Hast Du durch die Show noch mehr an Selbstbewusstsein gewonnen? Oder hast Du Dir mal gedacht: Gegen die mit der Löwenmähne habe ich keine Chance?

Ich habe sehr viel Selbstvertrauen dazu gewonnen. Das kommt auch daher, weil ich angenommen wurde wie ich bin. Die Leute haben aus meiner Krankheit kein großes Ding gemacht, sondern mich als Person wahrgenommen. Und vor Löwenmähnen habe ich keine Angst – die kann ich ja auch haben...

Konnten die anderen Mädchen aus Deiner Krankheit und Deiner Geschichte auch für sich Erkenntnisse gewinnen, zum Beispiel selbstbewusster werden?

Eigentlich gibt es inzwischen keine mehr, die nicht selbstbewusst wären. Wenn jemand mit mir über etwas reden will, helfe ich gerne. Aber ich muss mich nicht in den Vordergrund drängen und jeder sagen: Wenn Du Probleme hast komm zu mir.

Du bist zurückhaltend und fokussiert, Du konzentrierst Dich auf Dich.

Ich bin nicht so der laute Typ, der gleich viele Emotionen zeigt. Ich muss erst mal Vertrauen aufbauen, bevor ich alles von mir zeigen kann. Das kann ja noch kommen.

Was ist bis hierher Dein Resümee und was wünschst Du Dir für die Zukunft?

Ich finde, in dieser Staffel wird wirklich viel gefordert, es sind besondere Shootings, besondere Walks. Das ist schon anstrengend. Deshalb wünsche ich mir für die Zukunft, dass ich weiter die Kraft habe, alles gut zu machen, und natürlich will ich weit kommen.

Für die Zeit danach wünsche ich mir, dass ich als Model weiterarbeiten kann. Das ist wirklich mein Traumberuf. Ich habe zwar einen Plan B, ich könnte in meinen alten Beruf zurück. Aber eigentlich will ich unbedingt Model sein. Und bleiben.

Topmodel

Zur Kandidatin: Julia kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Schweinfurt und leidet an der Auto-Immunkrankheit Alopecia. Für die Teilnahme an der Casting-Show „Germanys's Next Topmodel hat sie ihre Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau auf Eis gelegt.

Zur Show: Germany's Next Topmodel geht 2020 in die 15. Runde. Chef-Jurorin Heidi Klum wird am 14. Mai das schönste, deutsche Nachwuchsmodel küren. Bis dahin stehen den verbliebenen 18 Kandidatinnen noch einige Herausforderungen vor der Kamera und auf dem Laufsteg bevor.