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KITZINGEN

Es fehlt an Raum und Geld

Ein halbes Jahr Zeit, um die Weichen neu zu stellen. Klingt viel. Aber ein halbes Jahr ist schnell vorbei. Wie soll es mit dem Städtischen Museum weitergehen? Kulturreferentin Dr. Brigitte Endres-Paul hat die Antworten.
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Ein halbes Jahr Zeit, um die Weichen neu zu stellen. Klingt viel. Aber ein halbes Jahr ist schnell vorbei. Wie soll es mit dem Städtischen Museum weitergehen? Kulturreferentin Dr. Brigitte Endres-Paul hat die Antworten.

Ist die vorübergehende Schließung Ihrer Meinung nach die richtige Entscheidung?

Endres-Paul: Ich habe gegen die vorübergehende Schließung gestimmt, da mir Frau Falkenstein (Museumsleiterin, Anm. d. Red.) in einem Gespräch zugesichert hat, dass sie auch bei geöffnetem Museum ein neues Konzept entwickeln kann.

Warum lockt das Städtische Museum so wenige Besucher an?

Endres-Paul: Frau Falkenstein bemüht sich außerordentlich durch immer wieder neue hochwertige Ausstellungen und Projekte Besucher anzulocken. Es ist allerdings erforderlich, die interessierte Bevölkerung zu informieren. Das Budget des Museums gerade für derartige Sonderausstellungen ist viel zu gering bemessen und für das Marketing bleibt somit nur noch wenig bis gar kein finanzieller Spielraum. Somit ist der Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung zu gering und die Besucherzahlen entsprechen nicht denen, die die Ausstellungen verdienen würden.

Was muss geschehen, damit sich das ändert? Oder sind hohe Besucherzahlen gar nicht das Ziel?

Endres-Paul: Selbstverständlich besteht das Ziel unter anderem darin, die Besucherzahl zu erhöhen. Zunächst einmal muss dem Museum mehr Raum gegeben werden. Es gab vor zirka vier Jahren eine Projektarbeit, wie man ein begehbares Museumsdepot gestalten kann, um sogar hier Besucher anzulocken. Eine Idee von meiner Seite bestand darin, das Staatsarchiv, das ja auf dem Deuster-Gelände entstehen soll, mit einem solchen Museumsdepot zu verknüpfen. Wenn in unserem Heimatmuseum wieder Platz ist, kann man die Objekte attraktiv gestalten und ausstellen. Digitalisierung, moderne Techniken, Audioguides sind unter anderem Dinge, die angegangen werden müssen. Die Räume müssen anschaulich und übersichtlich gestaltet werden, um wieder mehr Besucher anzulocken. Doch dazu brauchen wir ein fachgerechtes Depot, um die Gegenstände, die zeitweise nicht ausgestellt werden können, zu lagern.

Welchen Ansatz sollte ein Städtisches Museum Ihrer Meinung nach verfolgen?

Endres–Paul: Frau Falkenstein ist sehr bemüht, einen pädagogischen Bildungsansatz zu verfolgen. Das sieht man auch an ihren zahlreichen Projekten zusammen mit Schülern des AKG und Museologie-Studenten. Nur: Auch hierfür bedarf es entsprechender Räumlichkeiten. Meiner Meinung nach muss ein Heimatmuseum beide Ziele verfolgen: Museumspädagogik, aber auch einen gewissen Unterhaltungs- und damit verbundenen Bildungsansatz.

Sind die Arbeiten an einer Neukonzeption schon angelaufen?

Endres-Paul: Erste Gedanken gibt es bereits. In meiner nächsten Kulturbeiratssitzung am Donnerstag, 11. Oktober, wird es für alle Stadträte eine Führung durch das jetzige Museum geben. Jeder ist aufgerufen, sich Gedanken zu machen und sich einzubringen.

Welche Investitionen haben Stadt, Bezirk und Förderverein getätigt, um wertvolle Objekte für die Dauerausstellung zu sichern?

Endres-Paul: Dazu kann und werde ich keine öffentliche Aussage machen.

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