KITZINGEN

Eine runde Sache zum runden Geburtstag

Die St. Hedwig-Schule in Kitzingen feierte am Freitag ihren 60. Geburtstag. Vieles hat sich im Lauf der Zeit geändert. Manches ist gleich geblieben.
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Die Erstklässler aus dem Jahr 1959 staunen nicht schlecht über die Bilder von der Einschulung. Foto: Foto: Ralf Dieter
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Die St. Hedwig-Schule in Kitzingen feierte am Freitag ihren 60. Geburtstag. Vieles hat sich im Lauf der Zeit geändert. Manches ist gleich geblieben.

Die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg war nicht einfach. Viel zu wenig Unterrichtsräume hat es in Kitzingen gegeben. Wechselunterricht war ganz normal. Manche Kinder wurden Vormittags, andere am Nachmittag beschult. Nicht nur Jungen und Mädchen wurden getrennt unterrichtet, auch die katholischen und die evangelischen Kinder waren getrennt.

Der Stadtrat entschied im Februar 1957, dass Kitzingen ein neues Schulhaus bekommen sollte. Im Deusterpark wurde daraufhin fast zwei Jahre lang gearbeitet. Am 4. April 1959 war es so weit: Die Einweihung konnte gefeiert werden. Die Kosten beliefen sich auf 1,2 Millionen Mark.

„So viel hat sich gar

nicht verändert.“

Georg Kreßmann, Einschulungsjahrgang 1959

Die ersten Erstklässler zogen im September 1959 ins neue Schulhaus. „So viel hat sich gar nicht verändert“, meinte Georg Kreßmann, einer von acht Erstklässlern aus dem Jahr 1959, die am Freitag von ihren Erfahrungen in St. Hedwig erzählten. Zusammen mit Christian Meuschel, Thomas Hauschild, Hannelore Freitag und Elisabeth Ackermann staunte er nicht schlecht über die alten Fotos von der Einschulung an der Tafel. Zu jedem Mitschüler von einst fiel den Ehemaligen der Name ein. Meuschel und Hauschild hatten sogar ihre Erstklasszeugnisse dabei. Von einem allgemeinem Absinken der Leistungen war da zu lesen oder von der Bemerkung: „Fleißig, aber nicht immer sorgfältig.“

„Jedes Kind ist ein besonderes Kind und Träger der Zukunft.“
Aus dem Leitbild der Schule

Mehr als 30 Schüler wurden damals in einer Klasse unterrichtet. Bei den Mädels waren es sogar um die 40. Lesen, Schreiben, Rechnen und Heimatkunde standen auf dem Lehrplan. „Es herrschte Zucht und Ordnung“, erinnerte sich Christian Meuschel. „Und manchmal wurde auch hingelangt“, so Thomas Hauschild. Zeiten, die zum Glück längst vorbei sind. Heute besuchen fast 400 Jungen und Mädchen in 19 Klassen die St. Hedwig-Schule mit ihrer Außenstelle in Sulzfeld. Etwa die Hälfte der Kinder hat einen Migrationshintergrund. Integration und Inklusion werden groß geschrieben und gelebt. „Jedes Kind ist ein besonderes Kind und Träger der Zukunft“, heißt es im Leitbild der Schule. Ein Gedanke, der auch vor 60 Jahren schon aktuell war und auch die nächsten 60 Jahre überdauern dürfte.

Mit Musik, Spielen, Kaffee und Kuchen feierten Schüler, Eltern und Lehrer den runden Geburtstag. Gekommen waren auch die ehemaligen Schulleiter Jürgen Bahr, Norbert Zwicker, Brigitte Ertl und Klaus Aschrich. Die aktuelle Schulleiterin Andrea Lorey dankte allen Beteiligten für die Hilfe bei der Organisation der Feierlichkeiten und der zweite Bürgermeister Klaus Heisel wünschte der Schule, dass die neue Turnhalle und der Hort zum nächsten Schuljahr fertiggestellt sein werden.

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