MARKTBREIT

Ein bunter Ausflug aus dem tristen Grau

Die Künstlerin Ivana Rösslerova liebt Farben. Was sie mit ihnen anstellt, zeigt sie aktuell im Restaurant Schloss Marktbreit.
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Es kann gar nicht bunt genug sein. Ivana Rösslerova liebt die Malerei mit kräftigen Farben. Fotos: privat Foto: Privat
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Marktbreit Der Herbst war noch bunt, doch so langsam sind auch die letzten gelben und roten Blätter von den Bäumen gefallen. Kahle Zweige ragen in den grauen Himmel und der Winter zeigt sich von seiner tristen Seite. Wem jetzt der Sinn nach etwas Wärme und Lebensfreude steht, dem tut ein Besuch im Restaurant Schloss Marktbreit gut. Dort stellt die in der Stadt ansässige Malerin Ivana Rösslerova derzeit ihre Bilder aus – und die sind alles andere als freudlos, dunkel oder trostlos. Ein Besuch, der beflügeln soll.

Frage: Bunte Farben strahlen einem von Ihren Fotos entgegen. Eine wahre Freude in dieser tristen Jahreszeit. Ist diese Farbwahl tatsächlich eine Vorliebe von Ihnen?

Ivana Rösslerova: Bunt und bunter! Ihr Eindruck stimmt absolut. Ich mag und verwende nahezu alle Farben in sehr bunten Variationen. Allerdings ist das nicht immer so. Manchmal male ich auch in Braun- oder Grautönen. Dann gibt es vielleicht nur einen oder zwei kleine farbliche Akzente. Tatsächlich ist es aber so, dass sogar meine Ausstellungen schon mehrmals den Titel „Lieblingsfarbe BUNT“ trugen. Ich finde ganz einfach, dass das am besten mein künstlerisches Tun widerspiegelt. Hin und wieder ändere ich Techniken und Motive, aber dem Buntsein bin ich irgendwie immer treu geblieben.

Haben Sie denn eine persönliche Lieblingsfarbe?

Ivana Rösslerova: Farben sind so unterschiedlich wie die Stimmungen der Seele. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich nicht zu 100 Prozent sagen könnte, welche meine persönliche Lieblingsfarbe ist. Ich suche sie auch nicht wirklich, da es nur eine Farbe für einen gewissen Zeitraum wäre. Ich mag es eben gerne bunt.

Können Sie sich noch an die Anfänge Ihrer Malerei erinnern? Wie nahm Ihre Karriere als Malerin ihren Lauf?

Ivana Rösslerova: Ich habe schon immer sehr gerne gemalt. In der 1. Klasse sagte dann eine Lehrerin zu meiner Mutter, dass ich diese Vorliebe doch vertiefen sollte. Von da an besuchte ich in Tschechien bis in die 8. Klasse so etwas wie hier die Volkshochschule. Ich malte eigentlich immer. Vor Jahren betrieb ich dann ein Antiquitäten-Geschäft in Rothenburg o.d.T. und stellte dort auch mal das eine oder andere Gemälde aus. Im Laufe der Zeit habe ich mich immer mehr zur Malerei hingezogen gefühlt und mich letztlich ganz für sie entschieden. Und das ist bis heute so geblieben.

Seit wann leben und arbeiten Sie schon in Marktbreit?

Ivana Rösslerova: Nach Marktbreit bin ich Ende 2015 gezogen. Es ist ein sehr schönes Städtchen, ich lebe und arbeite wirklich sehr gerne hier.

Wann malen Sie am liebsten?

Ivana Rösslerova: Es gibt in der Tat Tage, an denen mich die Leinwand nahezu anzieht, und auch diese Tage, an denen ich mir sage: Heute ist kein guter Tag zum Malen. Am liebsten male ich spontan. Es fesselt mich dann genauso wie ein spannendes Buch, von dem man einfach nicht loskommt und immer weiter und weiter lesen muss. Aber natürlich gibt es Maltechniken, die unterbrochen werden müssen, damit eine sichtbare Vielschichtigkeit entsteht. Dann ist der Bann etwas anders – soll aber nicht heißen, dass er nicht da ist. Stimmungsabhängig ist meine Arbeit im Atelier selbstverständlich auch – ebenso wie zeitabhängig.

Auf Ihrer Homepage steht, Sie experimentieren gerne. Heißt das, Sie sind nicht auf eine Stilrichtung festgelegt und probieren gerne einmal etwas Neues aus?

Ivana Rösslerova: Ich experimentiere tatsächlich sehr gerne und eigentlich ständig. Aus einer Maltechnik entsteht eine neue, die ich dann weiter verfolge – oder eben nicht, weiter entwickle – oder kehrt mache und mit etwas komplett anderem anfange. Immer die selbe Stilrichtung wäre wohl eher nichts für mich. Wann der Zeitpunkt für einen Wechsel da ist, kann ich nie sagen. Das entscheide ich spontan, anstatt es zu planen.

Dann unterscheiden sich Ihre Werke im Laufe der Jahre?

Ivana Rösslerova: Meine Kunden sagen, dass sie meine Arbeiten schon von Weitem erkennen. Also gibt es wohl doch eine Gemeinsamkeit. Das mag aber jeder für sich selbst entscheiden.

Als Künstlerin hat man sicher den Wunsch, seine Werke auch zu zeigen. Wie gelingt das am besten?

Ivana Rösslerova: Ausstellungen und jegliche andere Art, die Kunstwerke irgendwo zu präsentieren, sind schön und sehr wichtig. Ich bin für unterschiedliche Möglichkeiten offen und habe zum Beispiel sehr gute Erfahrungen in der Gastronomie gemacht. Ich habe europaweit zahlreiche Kunden, die ein oder mehrere Gemälde von mir erworben haben. Diese werden natürlich auch gesehen und so kommt manchmal irgendwann noch ein weiteres Kunstwerk hinzu. Darüber freue ich mich immer besonders.

Aktuell stellen Sie im Restaurant Schloss Marktbreit aus. Was genau bekommen die Gäste dort zu sehen?

Ivana Rösslerova: Ausgestellt sind Bilder mit abstrakten figürlichen Darstellungen, Porträts und Landschaftsbilder – teils abstrakt, teils etwas realitätsgetreuer – und auch freie Malerei. Es ist ein bunter Mix aus meiner Tätigkeit. Also mal wieder typisch ich – vielfältig und bunt.

Sind die Bilder dort jederzeit zugänglich?

Ivana Rösslerova: Die Ausstellung im Restaurant Schloss Marktbreit dauert bis Frühjahr 2020, genauer gesagt bis zu dem Kunst-Event „Artbreit“. Sie ist zu den normalen Öffnungszeiten des Restaurants zu besichtigen. Nur Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage. Meine Gemälde schmücken den Flur, das Café und das Restaurant. Ich bin der Familie Schmieder sehr dankbar dafür, dass sie mir die Ausstellung in ihren Räumen ermöglicht.

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