WIESENTHEID

Die Nacht der Lieblingsbücher

Vorlesewettbewerb zu ungewöhnlicher Stunde für die Klasse 6c des Steigerwald-Landschulheims
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Die Schüler der Klasse 6c präsentieren begeistert ihre Lieblingsbücher. Fotos: Harald Godron Foto: Harald Godron
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Wann übernachtet man schon mal in der Turnhalle seiner Schule? 18 Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid hatten dieses Vergnügen und erlebten kürzlich die wohl aufregendsten Stunden in ihrer Sporthalle.

Diese hatte Deutschlehrer Harald Godron zusammen mit Katie Winckler, der amerikanischen Assistentin, für das Unterrichtsprojekt „Die Nacht der Lieblingsbücher“ deutlich umgestaltet.

Ein Volleyballnetz, dekoriert mit Lichterkette und Zeichnungen der Jugendlichen, trennte zwei Hallenbereiche voneinander ab. Im vorderen Teil waren festlich gedeckte Tische, an denen gemeinsam gegessen wurden. Der hintere Teil vor der großen Bühne war mit Weichbodenmatten in ein bequemes Nachtlager verwandelt worden. Gemütlich eingekuschelt in ihre Schlafsäcke und Decken konnten die Kinder hier den Buchvorstellungen lauschen.

Im Rahmen des bundesweiten Vorlesewettbewerbs der 6. Jahrgangsstufen hatten alle Schülerinnen und Schüler ihr Lieblingsbuch mitgebracht, aus dem sie, zunächst in Gruppen eingeteilt, vorlasen. Gemeinsam wurde dann darüber abgestimmt, wer sich hierbei als der oder die beste Vorleser/in erwiesen hatte. Für Abwechslung und Bewegung zwischen den Leseblöcken sorgte ein kreativer Sportwettkampf, bei dem neben Schnelligkeit und Geschick auch Teamgeist gefragt waren.

Zum Ausklang des Abends führte dann noch eine Fackelwanderung durch den nur vom Feuerschein erhellten Schlosspark in Wiesentheid. Kein Wunder also, dass die meisten Kinder schließlich bei dem Lieblingsbuch ihres Deutschlehrers, aus dem er bis Mitternacht vorlas, entspannt und zufrieden schlummerten. Nach einer kurzen Nacht und einem gemeinsamen Frühstück steuerte der Wettbewerb auf das Klassenfinale zu. Hierbei bewiesen schließlich Kathy Kaiser und Lukas Götz das größte Talent. Nicht nur flüssig, sondern auch lebendig und anschaulich lasen sie aus ihrem jeweiligen Buch vor. Sie dürfen nun im Schulfinale gegen die anderen Besten der Parallelklassen antreten.

Als die Eltern am Samstagmittag ihre müden Kinder abholten, waren sich alle Jugendlichen und die beiden verantwortlichen Lehrkräfte einig: ein solches Literaturprojekt ist ein unvergessliches Erlebnis in der Schulzeit.

„Es hat nicht nur sehr viel Spaß bereitet und die Klassengemeinschaft gestärkt, sondern auch auf lebendige und nachhaltige Weise zur Leseförderung beigetragen“, erklärt Harald Godron.

Er ist sicher: Wenn die Jugendlichen in Zukunft wieder schweißtreibenden Sportunterricht in ihrer Turnhalle haben, werden sie bestimmt mit großer Freude an diese „Nacht der Lieblingsbücher“ zurückdenken.

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