KITZINGEN/WÜRZBURG

Den Sprung auf die Bühne schaffen

Franziska Gückel aus Kitzingen macht sich bei der Stage School ein Bild davon, was den perfekten Tänzer, Sänger und Schauspieler ausmacht
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In schweißtreibenden Workshops werden junge Künstler in den Bereichen Tanz, Gesang und Schauspiel zu Vollprofis ausgebildet. Foto: Foto: Dennis Mundkowski
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Es ist wirklich harte Arbeit, das weiß Franziska jetzt. Die 21-Jährige aus Kitzingen hat für ein Wochenende in die Welt der großen Bühne hineingeschnuppert. Bei einem Intensiv-Workshop der renommierten Hamburger „Stage School“ erfuhr sie, wie steinig der Weg bis zum Musical-Star ist – und will ihn trotzdem weitergehen.

Theater und Musical hat Franziska Gückel schon in der Schule gemacht. Das Schauspielern und Singen vor einem großen Publikum machte ihr damals schon Spaß. Jetzt geht sie einem eher nüchternen Studium der Betriebswirtschaftslehre nach – und da fehlt ihr dieses Gefühl, das einem nur die Bühne geben kann. „Ich habe schon immer so gerne gesungen“, erinnert sich die Kitzingerin. Richtig Blut geleckt hatte sie, nachdem sie über eine Statistenrolle während eines Auflandsaufenthaltes im kanadischen Vancouver in das Fernsehgeschäft hineingeschnuppert hatte. „Chilling Adventures of Sabrina“ hieß die Netflix-Serie, in der Franziska ihre Fähigkeiten erstmals unter Beweis stellen durfte. „Dabei habe ich meine Neugier und Begeisterung für das Schauspiel entdeckt“, schreibt sie in ihrer Bewerbung für den Workshop der Schule, die laut eigener Aussage eine „Bühnen Allrounder-Ausbildung“ bietet.

„Inzwischen ist die Stage School in der ganzen Welt anerkannt als Talentschmiede für Bühnenprofis“, erklärt Annett Bär, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit und damit auch für die Teilnehmer an den Workshops. Die finden deutschlandweit statt – zuletzt auch in Würzburg – und bilden ein echtes Sprungbrett für ambitionierte Jungschauspieler, Nachwuchstänzer und -sänger. Auf Wunsch kann ihre Performance an diesem Wochenende eine Aufnahmeprüfung vor Ort ersetzen und die Teilnehmer können auf direktem Weg Schüler der Stage School werden. Das gelingt natürlich nicht allen, sagt Annett Bär. Manche wüssten selbst nicht, auf welchem Stand sie sind oder schätzten sich schlicht und einfach selbst nicht richtig ein.

Franziska hat derzeit keine Ambitionen, diesen direkten Weg zu gehen. „Aber es war trotzdem eine unglaubliche Erfahrung.“ So seien die Dozenten unheimlich freundlich und zuvorkommend gewesen, es habe wenig strenge oder gar böse Worte gegeben. „So richtig Kritik haben wir nicht bekommen“, erklärt die Kitzingerin. Im Gegenteil. Gerade im Gesangsunterricht habe man bei allen der insgesamt elf Teilnehmer (es war auch ein junger Mann dabei) sofort eine Verbesserung gemerkt.

Das ist ein Verdienst von Anja Launhardt. Sie ist für die Abteilungsleitung Gesang an der Stage School verantwortlich und leitet mit ihrem Team sämtliche Workshops im deutschsprachigen Raum. Sie unterrichtet die Teilnehmer immer selbst und entscheidet in Abstimmung mit den Dozenten, wer das Zeug dazu hat, eine Profiausbildung anzufangen. Zu Franziska Gückels Gesangskünsten hat sie sich Folgendes notiert: „Fein, fein! Ausbaufähig.“

Das freut die Studentin natürlich, zumal sie auch selbst ihre größte Stärke im Gesang sieht. Als besonders anstrengend hat sie die Tanzstunden empfunden. „Es war sehr schwer für mich, hat aber auch extrem viel Spaß gemacht.“ Vor allem, weil der Dozent sehr einfühlsam gewesen sei. Ganz besonders interessant sei das Schauspieltraining gewesen. „Man merkt dabei schnell, wo die Grenzen sind“, weiß auch Annett Bär. Franziska kann mit etwas Training noch mehr aus sich herauskommen und experimentierfreudiger werden.

Also doch ein bisschen Kritik. Aber konstruktive und ermunternde. „Der Workshop hat mir nicht nur einen richtig professionellen Eindruck dieses Geschäfts vermittelt, und ich finde es wirklich krass, was wir in dieser kurzen Zeit alles geschafft haben“, denkt sie an die Abschlussvorstellung zurück, bei der sich Freunde und Familie ein Bild davon machen konnten, was an diesem schweißtreibenden Wochenende so passiert ist. „Er hat mich auch als Person weitergebracht. Er hat mir gezeigt, dass es wichtig ist, das zu machen, woran man Spaß hat.“ Für Franziska hat sich die harte Arbeit ganz offensichtlich schon jetzt gelohnt...

Stage School Hamburg

Seit 35 Jahren werden in der größten privaten Schule für Performing Arts junge Talente in einer dreijährigen Ausbildung zu Vollprofis des Showbusiness gemacht. Das 70-köpfige Dozententeam hat Künstler wie Anna Loos, Lucy von den No Angels, Ralf Bauer und Susan Sideropoulos ausgebildet. Ganzjährig sind Abordnungen der Stage School in ganz Deutschland unterwegs, um über Workshops Talente zu finden und jungen Künstlern einen Einblick in die Branche zu ermöglichen. Mehr Info gibt es unter www.stageschool.de. (ljr)

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