KITZINGEN

Beide Seiten sollen profitieren

Die Firma Knauf und das Armin-Knab-Gymnasium unterschreiben einen Kooperationsvertrag.
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Die Kooperation ist besiegelt: Irma Amrehn und Jörg Schanow von Knauf sowie Schulleiterin Monika Rahner haben den Vertrag unterzeichnet. Beobachtet wurden sie dabei von Lehrkräften und Mitgliedern der Schülermitverantwortung. Foto: Foto: Ralf Dieter

Der Vertrag ist unterzeichnet. Das Armin-Knab-Gymnasium in Kitzingen und die Firma Knauf in Iphofen sind nun auch offiziell Kooperationspartner. Beide Seiten wollen von der Zusammenarbeit profitieren.

Der Fachkräftemangel bereitet vielen Unternehmen Sorgen. Frühzeitig wollen sie geeignete und interessierte Mitarbeiter für die Herausforderungen der Zukunft gewinnen. Ein Grund, warum die Firma Knauf in Gestalt von Jörg Schanow und Irma Amrehn den Vertrag unterzeichnet hat.

„Es gibt schon jetzt eine Menge Projekte außerhalb des regulären Unterrichts.“
Christina Bohn, Koordinatorin berufliche Orientierung am AKG

„Wir wollen ein Sparringspartner für die Schule sein“, kündigte Schanow an. Schon jetzt gibt es Verknüpfungen. Bei den Berufs-Informationstagen war die Weltfirma aus Iphofen zu Gast in Kitzingen, beim jährlichen Girls- und Boys-Day waren auch Schüler aus Kitzingen zu Besuch im Iphöfer Werk. Ab sofort soll die Zusammenarbeit intensiviert werden.

„Kontakte zwischen Unternehmen und Schulen gibt es schon sehr lange“, erinnerte Schulleiterin Monika Rahner. Den „Arbeitskreis Schule-Wirtschaft“ beispielsweise seit fast 60 Jahren. Bis vor ein paar Jahren waren das aber eher informelle Treffen zwischen Schulleitern, Lehrern und Unternehmen. „Die Schüler blieben außen vor.“ Gerade an den Gymnasien war das so, wo die Schulzeit vor allem der Vorbereitung auf ein Studium an den Universitäten dienen sollte. Spätestens mit der Einführung des G8 hat sich das verändert. Die Berufsorientierung ist seither in den Lehrplänen verankert. In den P-Seminaren werden die Schüler ans Projektmanagement herangeführt – nicht selten mit externen Partnern aus der lokalen Wirtschaft.

Vor zwei Jahren ist die Berufsorientierung an den Schulen noch einmal intensiviert worden. Seither gibt es an allen Gymnasien des Freistaates Koordinatoren für die berufliche Orientierung. Am AKG hat Christina Bohn diese Funktion übernommen. „Es gibt schon jetzt eine Menge Projekte außerhalb des regulären Unterrichtes“, informiert sie. Für die Schüler der Unter- und Mittelstufen den Girls- beziehungsweise Boys-Day. Für die Schüler der neunten Klassen ein Bewerbungstraining und ein einwöchiges Betriebspraktikum – das künftig auch bei Knauf absolviert werden kann.

In der Oberstufe kommt ein Berufsberater der Agentur für Arbeit in den Unterricht, um mögliche Berufswege aufzuzeichnen. Gemeinsam werden Berufsmessen besucht, es gibt Projekttage und Wahlkursangebote zum Themenbereich Berufsfindung. Dank der Kooperation mit Knauf wird das Portfolio noch einmal erweitert. Irma Amrehn kündigte an, dass Experten des Hauses auf Wunsch in die Schule kommen, um Vorträge zu halten, beispielsweise Geologen zum Thema Gesteinsformationen in Franken. Auch Exkursionen in renaturierte Steinbrüche sind denkbar. Das Knauf-Museum in Iphofen steht den Schülern des AKG offen, versicherte sie. Die abwechselnden Ausstellungen könnten für die Fächer Kunst und Geschichte gleichermaßen interessant sein. In Melanie Korbmann hat die Firma außerdem eine Fachfrau für das duale Studium, die den Schülern bei Fragen zur Verfügung steht. „Wir wollen helfen, den Übergang gelingend zu gestalten“, erklärte Amrehn, während Jörg Schanow den Aspekt der Verlässlichkeit betonte: „Wir streben eine langfristige Zusammenarbeit an.“ Einmal im Jahr soll eine Bilanz gezogen und besprochen werden, welche Aktivitäten in Zukunft zielführend sein könnten. Für Jörg Schanow steht fest, dass sich die Arbeitswelt dramatisch schnell verändert und weiter verändern wird.

„Wir streben eine langfristige Zusammenarbeit an.“
Jörg Schanow, Mitglied Geschäftsleitung Knauf

Die vierte industrielle Revolution mit der Digitalisierung und Technisierung fordert auch den Hersteller von Dämmstoffen und Baustoffen auf Gipsbasis, der mit seinen weltweit rund 35.000 Mitarbeitern und 250 Fabriken im kommenden Jahr einen Umsatz in Höhe von elf Milliarden Euro anstrebt. „Wir werden den Standort Iphofen nur dann sichern können, wenn wir genug Fachkräfte finden, um weiter wachsen zu können“, sagt er. Der Kontakt zu wissbegierigen und motivierten Schülern sei deshalb wichtig und im ureigenen Interesse der Firma. Mit dem AKG hat die Firma Knauf bereits die fünfte Schule im Landkreis Kitzingen als Kooperationspartner gewinnen können. Daneben bestehen Partnerschaften mit der Mittelschule Iphofen, der staatlichen Realschule in Kitzingen und der Realschule in Dettelbach sowie mit dem Egbert-Gymnasium in Münsterschwarzach.

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