GEISELWIND

Akku aufladen in Geiselwind

Der Autohof Strohofer an der A 3 bekommt besonders schnelle Ladestationen für Elektroautos.
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Ladestation für Elektrofahrzeuge
Der Elektrokonzern Eon baut sein Ladesäulen-Netz weiter aus. Ähnliche Säulen, wie hier in einer Tiefgarage in der Landeshauptstadt München, werden bald in Geiselwind stehen. Die Zahlung soll automatisch und bargeldlos funktionieren und so lästiges Anstehen an der Kasse vermeiden. Foto: Foto: Sven Hopp/dpa
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Es ist Ferienzeit in der Bundesrepublik und in einigen Nachbarländern, wie in den Niederlanden zum Beispiel. Zahlreiche Urlauber sind auf dem Weg in den Süden. Egal ob mit einem gelben oder weißen Nummernschild, egal ob mit oder ohne Wohnwagen im Schlepptau: Irgendwann ist bei jeder langen Fahrt eine Pause fällig. Und so ist der Autohof der Familie Strohofer an der A 3 bei Geiselwind derzeit besonders gut besucht. Zum Jahresende soll er für die Fahrer von Elektroautos noch attraktiver werden – dank besonders kurzer Ladestopps von nur 20 Minuten.

Der Energiekonzern Eon will in Geiselwind eine der ersten Hochgeschwindigkeits-Tankstellen für E-Autos errichten. Obwohl es eigentlich naheliegend scheint, wo doch immer mehr Städte und Gemeinden in Ladesäulen investieren, sind diese E-Tankstellen in der unmittelbaren Nähe von Autobahnen bisher noch eine absolute Seltenheit. Im September soll der Bau beginnen, doch bevor es losgehen kann, wurde dem Konzern offiziell der Förderbescheid vom Bundesverkehrsministerium überreicht.

Infrastruktur im Fokus

„Geld zu überreichen gehört zu den schönsten Aufgaben für eine Staatssekretärin“, sagt die Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU) zu Beginn ihrer Rede, während im Hintergrund immer wieder Lkw auf den Parkplatz des Autohofs rollen oder in Richtung Autobahn losziehen. Mit 170 000 Euro bezuschusst das Ministerium das Projekt. „Es ist wichtig auf Elektromobilität zu setzen. Die Ladeinfrastruktur ist dabei für die Kunden das wichtigste Kriterium, um sich ein Elektroauto anzuschaffen. Wie schnell komme ich von einer Ladesäule zur anderen? Die Bürger haben Angst, mit einer leeren Batterie liegen zu bleiben“, so Bär.

Tatsächlich wird das Netz von Möglichkeiten, sein Elektroauto unterwegs wieder aufzuladen, zwar immer dichter. Aber mit den „normalen“ Tankstellen für herkömmliche Kraftstoffe ist das noch nicht vergleichbar. Daher fordert auch die Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber (CSU): „Wir müssen die E-Mobilität in die Fläche bringen.“ Angesichts der noch vergleichsweise kurzen Reichweite von Elektroautos sei es besonders wichtig, den Fernverkehr durch Ladesäulen an den Autobahnen zu erleichtern.

Die vier neuen Eon-Ladesäulen werden nach aktuellem Stand ab dem 21. September errichtet und sollen zum Ende des Jahres in Betrieb genommen werden. Sie bringen eine Leistung von 150 Kilowatt und können so beispielsweise ein Fahrzeug mit einer Reichweite von 400 Kilometern in 20 Minuten wieder aufladen. Die meisten anderen Ladesäulen liefern lediglich 50 Kilowatt – und benötigen damit eine deutlich längere Ladezeit. Für die Zukunft kann die Leistung der neuen Säulen sogar auf 350 Kilowatt gesteigert werden – doch darauf sind die Akkus der heutigen Elektroautos noch nicht ausgelegt. Auch die Zahl der Ladepunkte ist bei Bedarf in Zukunft noch erweiterbar.

Auch erste Wasserstoff-Tankstelle

Die Wahl als Standort ist nicht ohne Grund auf den Autohof Strohofer gefallen, der zu den größten in Europa zählt. Zum einen gehört die A 3 zu den wichtigsten deutschen Autobahnen. Sie beginnt an der niederländischen Grenze und endet kurz nach Passau, wird dort zur österreichischen A 8. Für viele Menschen aus den Niederlanden, dem Ruhrgebiet oder auch aus dem Frankfurter Raum ist sie somit ein beliebter Weg in Richtung Süden.

Zum anderen hat die Familie Strohofer ihre Unterstützung für die neuen Antriebsmöglichkeiten schon vor etwas mehr als zwei Jahren unter Beweis gestellt, als der Autohof zur ersten Wasserstoff-Tankstelle an einer Autobahn wurde.

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