KITZINGEN

Zwei Künstlerinnen - ein magischer Ort

Harfenistin Julia Rosenberger und Papiertheater-Künstlerin Gabriele Brunsch sorgen gemeinsam für märchenhafte Szenen
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Harfenistin Julia Rosenberger (links) hat die Musik geschrieben und eingespielt, Gabriele Brunsch hat die Kulissen und Papierfiguren erschaffen und den Text für „Jorinde und Joringel“ frei nach den Gebrüdern Grimm fürs Papiertheater umgeschrieben. Foto: Foto: Diana fuchs
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Es ist kein Kinofilm. Es ist echtes, handgemachtes Theater. Allerdings nicht mit lebenden Schauspielern, sondern mit filigranen Papierfiguren, furiosen Stimmen und märchenhafter Musik – eine Kombination, die unter die Haut geht. Im Kitzinger Papiertheater, dessen Bühne kaum größer ist als ein DIN-A3-Blatt, kann man sich in eine fantastische Welt entführen lassen.

Die versierte Künstlerin Gabriele Brunsch hat ein schauriges Märchen der Gebrüder Grimm als Grundlage für ihr Papiertheaterstück „Die heimlich-unheimliche Geschichte von Jorinde und Joringel“ verwendet. Sie hat verschiedene Kulissen gebaut, Figuren ge- und bemalt, ausgeschnitten und auf bewegliche Schienen gesetzt. So können sie im Papiertheater zum Leben erwachen. „Ich habe die schaurige Handlung kurzerhand in eine fränkische Fantasielandschaft hineingestellt“, sagt Gabriele Brunsch schmunzelnd und deutet auf ein Bühnenbild mit Fluss und waldigen Anhöhen im Hintergrund.

Doch was wäre ein Märchen ohne die entsprechende Musik – mal sanft und selig, mal donnernd und bedrohlich, mal mild, mal wild?

„Ich hatte schon einige Zeit damit geliebäugelt, die bekannte Harfenistin Julia Rosenberger zu kontaktieren“, berichtet Gabriele Brunsch. „Als ich letztes Jahr die Hadeloga-Geschichte spielen wollte, habe ich sie dann einfach gefragt, ob sie nicht ein paar mittelalterliche Klänge beisteuern könnte.“ Julia Rosenberger war sofort einverstanden – und bald darauf richtig fasziniert. So kam es, dass sie auch „Jorinde und Joringel“ musikalisch umrahmte – und zwar erstmals komplett mit eigenen Kompositionen. „Ich habe mir das Skript von Gabriele Brunsch genau angeschaut und es, der Stimmung der einzelnen Szenen entsprechend, vertont“, berichtet die Musikerin. Ob das nicht schwierig war? „Nein, gar nicht. Die Melodien sind richtig aus mir herausgeflossen. Das hat viel Spaß gemacht!“

Spaß und Freude hatten auch die Sprecher. Friederike-Theres Brunsch, Frank Baker, Adda Anderson, Lüder Lenz, Julius Schmucker und Gabriele Brunsch haben dafür gesorgt, dass Jorinde, Joringel, der Hexe, Jorindes Eltern und einem Bauern nie die Worte fehlen. Gabriele Brunsch hat aus den Harfenklängen, den Klangeffekten und den Stimmen der Protagonisten ein Hörspiel erstellt, das während der Vorführung eingespielt wird, denn viel Zeit zum Reden bleibt Gabriele Brunsch bei ihrer Arbeit im Hintergrund nicht. Immerhin müssen mehr als 50 Figuren in zwölf Akten bewegt werden.

Ein Ort voller Magie

„Es war eine wunderbare Erfahrung, ein Papiertheater zu vertonen“, schwärmt Julia Rosenberger von der ganz besonderen Kunstform. Gabriele Brunsch ist ihrerseits glücklich, mit der renommierten Harfenistin eine Kooperationspartnerin gefunden zu haben, für die das kleine Papiertheater ebenfalls ein „Ort der Magie“ ist. Die Marktstefterin und die Obernbreiterin wollen ihre Zusammenarbeit als Künstlerinnen im Kreis Kitzingen gerne fortsetzen. Zunächst aber laden sie erst einmal Jung und Alt, Groß und Klein ein, sich eine dreiviertel Stunde Abenteuer mit „Jorinde und Joringel“ zu gönnen – die Geschichte hat alle Zutaten für einen spannenden Nachmittag: Es war einmal eine alte Zauberin. Die lebte in einem Schloss, das von einem großen, dichten Wald umgeben war. Die Hexe hatte das ganze Schlossgelände verzaubert: Jeder, der auf 100 Meter heran kam, konnte sich nicht mehr rühren, bis sie ihn erlöste. Und wenn es eine Jungfrau war, so wurde sie in einen Vogel verwandelt und die Zauberin sperrte diesen in einen Käfig. Tausende Käfige standen bereits im Schlosssaal. In der Nähe des Schlosses lebten Jorinde und ihr Verlobter Joringel. Eines Tages trafen sie sich zu einem Waldspaziergang. Was dann passiert? Im Papiertheater gibt es schon bald die Antwort.

Infos und Karten

Jorinde und Joringel: Papiertheater-Premiere ist am Samstag, 6. August, um 17 Uhr. Weitere Aufführungen: Sonntag, 7. August, sowie Samstag und Sonntag, 13. und 14. August, Beginn jeweils um 17 Uhr. Empfohlen ab acht Jahren.

Ort der Magie: Die Miniatur-Kunst-Bühne des Kitzinger Papiertheaters befindet sich in der Grabkirchgasse 4, 97318 Kitzingen. Infos und Kartenreservierung: Tel. (0 93 32) 86 92 oder über die Homepage www.papiertheater-kitzingen.de

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