SEGNITZ

Segnitz: Zur Krippe her kommet

Die Familie Frank hat in Segnitz eine ganz besondere Krippe aufgebaut. Die Eröffnung ist am 25. Dezember.
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Viel zu sehen: Die Krippe der Familie Frank in Segnitz ist nicht nur für kleine Besucher ein Hingucker. Foto: Foto: Ralf dieter
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Die Vorbereitungen sind geschafft: die Scheune ist ausgeräumt, die Krippe aufgebaut. Alles steht an Ort und Stelle. Jetzt müssen nur noch die Gäste kommen. Aber das war bislang nie ein Problem.

In Segnitz steht ein ganz besonderes Exemplar einer Weihnachtskrippe. Die Krippenlandschaft ist rund fünf auf drei Meter groß. Walter Franks Großvater hat die beeindruckende Landschaft vor mehr als 100 Jahren in Oberfranken gebaut. Mehr als 200 Figuren sind zu sehen. Die handbemalten Figuren stammen aus einer Töpferei in Marktredwitz. Das Zubehör – von den typischen Frankenwaldhäuschen über Windmühlen bis hin zu Weidezäunen – hatte der Großvater an den langen Winterabenden selbst gefertigt. Sein Sohn Erich hat das Kunstwerk vor mehr als 80 Jahren mit nach Segnitz gebracht. Die Familie siedelte damals nach Mainfranken um. Die Krippenlandschaft ist seither immer wieder in der alten Scheune in der Hans-Kesenbrod-Straße zu sehen.

„Im letzten Jahr haben wir mal eine Pause eingelegt“, erzählt Heike Frank. Heuer wollte es ihr Vater aber wieder wissen. Mit seinen Enkeln Patricia, Bruno und Gabriel hat sich Walter Frank im November auf den Weg in den Wald gemacht und Moos gesammelt. „Das muss ein paar Wochen trocknen“, erklärt er. „Sonst leiden die Figuren.“ Die werden innen mit einem Drahtgeflecht zusammengehalten. „Bei Feuchte könnten sie aufplatzen“, erklärt der 73-Jährige. Etwa zwei Wochen braucht er für den Aufbau. Eine anstrengende, aber erfüllende Aufgabe. Ganz akribisch geht er dabei vor, erzählt die Tochter. Und das Ergebnis ist jedes Mal ein wenig anders. Mal steht die kleine Mühle im Osten, mal im Westen. Mal ist die Krippe mit dem Jesuskind im Vordergrund aufgebaut, mal an der Scheunenwand. Zu entdecken gibt es in der Krippenlandschaft auch in diesem Jahr mehr als genug. Die Kindergartenkinder aus Segnitz konnten sich davon als erstes überzeugen. Mit offenen Mündern betrachteten sie die Landschaft und entdeckten allerlei Details: Einen jungen Hirten, der Milch trinkt, eine Höhle mit Fledermäusen, ein Mühlrad, das sich dreht, und allerlei Tiere – von Enten und Gänsen bis hin zu Schafen und Rehen. Wer sich Zeit lässt, der wird in der Segnitzer Scheune noch viel mehr entdecken: Ein Holzfuhrwerk, das mit schweren Baumstämmen beladen ist, Jäger bei der Treibjagd, eine Frau, die vom Förster beim Holzdiebstahl erwischt wird, ein frommer Einsiedler und natürlich auch das kleine Jesuskind in der Krippe. Warum sich Walter Frank immer wieder so viel Arbeit macht? Ein Blick in die Kinderaugen gibt die Antwort. Und weitere Gäste sind bis zum 6. Januar herzlich willkommen.

Segnitzer Krippe: Wo? Hans-Kesenbrodstraße 17. Wann: Vom 25. Dezember bis 6. Januar. Eröffnung am 25. im Anschluss an den Gottesdienst, von 10.30 Uhr bis 12 Uhr. 26. und 27. Dezember, von 14 bis 17 Uhr bei weihnachtlicher Musik. 1. und 2. Januar: Von 17 bis 19 Uhr. 3. und 6. Januar: Von 14 bis 17 Uhr. Nach Absprache ist die Besichtigung auch an anderen Tagen möglich. Kontakt: Tel. 09332/9506.

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