KITZINGEN

In Kitzingen etwas bewegen

Erst die Stichwahl, dann 50 plus X: Jens Pauluhn formuliert sein Ziel ganz klar. Er will Kitzingens Oberbürgermeister werden. Der 49-Jährige geht für die ÖDP ins Rennen.
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Er kennt die andere Seite: Als Projektleiter war Jens Pauluhn für den Umbau des Kitzinger Hallenbades zum Aqua-Sole zuständig. Drei Jahre arbeitete er dafür bei den Kitzinger Stadtbetrieben. Foto: Foto: Ralf Dieter
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Erst die Stichwahl, dann 50 plus X: Jens Pauluhn formuliert sein Ziel ganz klar. Er will Kitzingens Oberbürgermeister werden. Der 49-Jährige geht für die ÖDP ins Rennen.

Ein Neuling ist Pauluhn weder in Sachen Kitzinger Kommunalpolitik noch im OB-Wahlkampf: Schon 2002 und 2008 kandidierte er für den Chefsessel in Kitzingen, dem Stadtrat und dem Kreistag gehört er seit sechs Jahren an. Er kennt aber auch die andere Seite: Drei Jahre lang war er als Projektleiter für die Generalsanierung des Aqua-Sole für die Stadtbetriebe Kitzingen tätig. Seit nunmehr vier Jahren leitet er das Bauamt in Gerolzhofen. Pauluhn hat für die Wirtschaft gearbeitet, hat Führungserfahrung. Aufgrund all dieser Punkte sieht er sich als den bestmöglichen Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt in Kitzingen und sagt das auch ganz klar: „Ich bringe alles mit, was man als OB braucht.“

Jens Pauluhn ist in Schleswig-Holstein geboren und im niedersächischen Celle aufgewachsen. Nach der Schule ging er als Zeitsoldat für zehneinhalb Jahre zur Bundeswehr, wo er auch studierte. Anschließend war Pauluhn bundesweit als Bauleiter tätig. Er suchte nach einem geeigneten Standort, wollte eigentlich nach Würzburg, fand ihn dann aber in Kitzingen.

„Man stößt Leute vor den Kopf, die helfen wollen.“
Jens Pauluhn

An einem regnerischen Tag schaute er sich hier um. Die historische Stadt gefiel ihm, die Nähe zum Biebelrieder Kreuz war Gold wert. 1994 folgte der Umzug, 2002 hat die Familie, zu der neben Ehefrau Brigitte vier Kinder im Alter von 18, 19, 22 und 23 Jahren gehören, ein Haus gebaut. Die Entscheidung für Kitzingen hat Pauluhn nie bereut. Er sieht Kitzingen als seine Heimat an, fühlt sich wohl und würde sich deshalb gerne noch mehr für die Stadt einsetzen.

Schon in seiner Jugend war Jens Pauluhn kommunalpolitisch tätig, zunächst Mitglied, dann Schatzmeister in einer anderen Partei. Dann folgte der Wechsel zur ÖDP, deren Kreisvorsitzender er seit nunmehr 15 Jahren ist. 2002 scheiterte er bei der Wahl zum Stadtrat denkbar knapp, die Ökodemokraten errangen nur einen Sitz, der ging an Andrea Schmidt.

Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Seit 2008 sitzt er nun gemeinsam mit Schmidt im Gremium, hebt oft die Hand, fragt auch dann mal in der öffentlichen Sitzung hartnäckig nach, wenn es von OB, Verwaltung und Kollegen nicht so gerne gesehen wird. Die Bezahlung der Mitarbeiter im Aqua-Sole ist so ein Thema, das seiner Meinung nach unbedingt geklärt werden muss.

Die Kommunalpolitik in Kitzingen macht ihm Spaß: „Es lohnt sich, sich dafür einzusetzen. Hier kann man etwas bewegen.“ Für seinen Geschmack aber bewegt sich in Kitzingen seit einigen Jahren viel zu wenig. Viel werde angestoßen, aber mit der Umsetzung hapere es gewaltig. So sei schon vor zwei Jahren über den Übergang zur Alten Mainbrücke diskutiert worden und es habe sich immer noch nichts getan. Auch über das Markt-Café sei viel gesprochen worden, nun müsse endlich auch eine Entscheidung her.

„Wenn ich mein eigenes Kapital schlecht rede, dann habe ich schon verloren.“
Jens Pauluhn

„Beim Bahnhof ist es das gleiche Thema“, zählt Pauluhn weiter auf. Die vorgelegten Planungen seien eine gute Basis für eine Entscheidung gewesen. Die Mehrzweckhalle nennt er etwas, „was wir gerne hätten, aber jeder weiß, dass wir es uns nicht leisten können“.

Ein Oberbürgermeister, findet Jens Pauluhn, muss eine Vorstellung haben, was er selbst möchte. Seine Aufgabe sei es, Entscheidungen herbeizuführen. „Eine knappe Entscheidung ist besser, als nichts zu tun.“ Im Stadtrat, so kritisiert er außerdem, werde zu viel Kleinzeug behandelt, das auch die Verwaltung entscheiden könnte. Die wirklich wichtigen Themen aber blieben offen.

Als „großen Fehler des letzten Jahrzehnts“ nennt Pauluhn, dass die Fähigkeiten der einzelnen Stadträte nicht eingebunden worden seien. Konversionsmanager Karl-Heinz Schmidt fühlte sich nicht eingebunden, trat zurück. Andrea Schmidt sei bei der Entscheidung über das Stadtteilzentrum in der Siedlung nicht mitgenommen worden. „Man stößt Leute vor den Kopf, die helfen wollen.“ Auch die Bürger würden sich einbringen, wenn man sie denn ließe. Das habe sich beim Bahnhofsumfeld gezeigt: „Die Bürgerdialoge sind ein guter Einstieg. Aber dann muss man auch zeitnah etwas machen“.

„Kitzingen ist schön, wir sind gern hier“, sagt Jens Pauluhn. Ein Satz, den er gerne öfter auch von anderen Leuten hören würde. Die Realität sieht anders aus. „Wir haben ein Imageproblem – Stadtrat, Oberbürgermeister, Verwaltung, innerstädtischer Handel“, sagt der OB–Kandidat. Sie alle müssten positiver von Kitzingen reden. „Wenn ich mein eigenes Kapital schlecht rede, dann habe ich schon verloren.“

OB-Kandidat Jens Pauluhn

Geburtstag: 30.10.1964 In Hanerau-Hademarschen

Familienstand: verheiratet mit Brigitte, vier Kinder (Lukas, Lena, Jannik und Felix)

Ausbildung: war als Zeitsoldat zehneinhalb Jahre bei der Bundeswehr, studierte dort Bauingenieurwesen (FH)

Hobbys: Fußball, Joggen, Mountain- Biken mit seiner Frau Brigitte, Open-Air-Konzerte. Zudem engagiert er sich bei Anti-Genmais-Demos.

Politik: schon in Jugendjahren in der Kommunalpolitik engagiert. Seit 15 Jahren Kreisvorsitzender der ÖDP Kitzingen, seit 2008 Mitglied im Stadtrat und im Kreistag.

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