KITZINGEN

Glücksmomente am laufenden Band

Es ist geschafft. Die Grenze ist überschritten. Am Sonntag, 20. November, konnte in der Klinik Kitzinger Land die 500. Geburt in diesem Jahr gefeiert werden. Milo sei Dank.
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Sonntags- und Jubiläumskind: Kristina und Tobias Klingl mit ihrem Sohn Milo, der am 20. November das Licht der Welt erblickte – als 500. Geburt in diesem Jahr in der Klinik Kitzinger Land. Mit den Eltern freuen sich Hebamme Barbara Amtmann (links) und Fachärztin Katharina Hampe-Weydt. Foto: Foto: Ralf Dieter
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Drei Tage später auf der Station 1b: Kristina und Tobias Klingl sind überglücklich. Mit Milo ist bereits ihr zweites Kind in der Kitzinger Klinik entbunden worden. Schwester Zoe kam vor vier Jahren auf die Welt. „Wir waren schon damals sehr zufrieden“, sagt Vater Tobias. Keine Frage, dass Zoes kleiner Bruder auch in Kitzingen das Licht der Welt erblicken sollte.

„Wir werden damit zunehmend zu einer Alternative für größere Kliniken.“
Chefarzt Dr. Jan Zupaniec in der Klinik Kitzinger Land

Zwischen 380 und 430 Geburten haben die Kitzinger Hebammen in den vergangenen Jahren durchschnittlich begleitet. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl schon auf rund 450. Heuer werden es nach Schätzung von Chefarzt Dr. Jan Zupaniec knapp 550. Als er vor sechseinhalb Jahren seinen Dienst in Kitzingen antrat, hatte er eine ähnliche Entwicklung prophezeit. „Der damalige Vorstand wollte mir nicht glauben“, erinnert er sich. Umso erfreuter ist er über die neuesten Zahlen – auch wenn sie noch lange keinen Kitzinger Rekord darstellen.

Barbara Amtmann kann sich an Zeiten erinnern, an denen mehr als 700 Kinder pro Jahr in der Kitzinger Klinik geboren wurden. „Da hatten wir aber auch noch die Amerikaner hier stationiert“, erklärt die Hebamme. Warum die Zahl erstmals seit langem wieder über die 500-Grenze gestiegen ist? Fachärztin Katharina Hampe-Weydt hat mehrere Erklärungen. Zum einen sei deutschlandweit ein Trend hin zu mehr Geburten zu erkennen. Zum anderen schlagen sich die Flüchtlingszahlen auch in der Kitzinger Geburtenstatistik nieder.

Und dann kann die Kitzinger Geburtsstation etwas bieten, das größere Kliniken kaum haben: Ruhe und Gemütlichkeit. „Bei uns gibt es immer noch genügend Tage, an denen die frisch gebackenen Mütter in Einzelzimmern untergebracht sind“, sagt sie. Eine Garantie gibt es aber nicht. Tage ohne eine einzige Geburt wechseln sich mit geburtenreichen Zeiten ab – so wie der 2. November diesen Jahres. „Innerhalb von 24 Stunden sind hier fünf Kinder auf die Welt gekommen“, erinnert sich Barbara Amtmann.

Auch das Familienzimmer ist ein Angebot, das es nicht in jeder Klinik gibt. Väter können sich hier für ein paar Tage und Nächte einmieten und das neue Familienglück zusammen mit ihrer Partnerin und dem Neugeborenen genießen.

„Wir haben uns etabliert und werden von der Bevölkerung akzeptiert“, freut sich Dr. Zupaniec. „Wir werden damit zunehmend zu einer Alternative für größere Kliniken.“ Die meisten Schwangeren, die in der Kitzinger Klinik entbinden, kommen aus Stadt und Landkreis Kitzingen. Manche werdenden Eltern reisen aber auch aus dem Ochsenfurter Gau oder dem östlichen Landkreis Würzburg an.

Ab der 36. Schwangerschaftswoche kann die Kitzinger Klinik werdende Mütter aufnehmen. Frühgeburten sind in Würzburg besser aufgehoben. „Dort gibt es eine extra Kinderklinik“, erklärt Hampe-Weydt. Dadurch gehen der Kitzinger Geburtsstation pro Jahr einige potenzielle Patientinnen verloren.

„Innerhalb von 24 Stunden sind hier fünf Kinder auf die Welt gekommen.“
Hebamme Barbara Amtmann über den 2. November

Dr. Zupaniec schätzt die Zahl der Geburten von Kitzinger Landkreisbewohnerinnen, die aus verschiedenen Erwägungen Jahr für Jahr lieber nach Würzburg gehen, auf rund zehn Prozent. „Einen Teil dieser Frauen hätten wir natürlich auch gerne hier in der Klinik gehabt“, sagt der Chefarzt. Ein logistisches Problem sei das nicht. Auch wenn der Fachkräftemangel nicht vor der Geburtstation Halt macht, könne das Kitzinger Team auch 600 und mehr Geburten pro Jahr bewältigen – ohne dass die Ruhe und Gemütlichkeit darunter leiden müssten.

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