KITZINGEN

Gemeinsam mehr schaffen

Eine Vision. Ein Ziel, wo es hingehen soll mit der Stadt. Das ist es, was nach Meinung von Astrid Glos in Kitzingen fehlt. Das ist es, was sie erarbeiten will – gemeinsam mit den Bürgern, mit dem Stadtrat, mit der Verwaltung. Sie will kurz-, mittel- und langfristig eine Stadt haben, die floriert, in der sich etwas bewegt. „Kitzingen kann mehr – gemeinsam geht's“ lautet deshalb auch der Slogan der SPD–Oberbürgermeisterkandidatin.
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Ihr Lieblingsplatz: Astrid Glos sitzt gerne im Wintergarten und liest – allerdings bleibt ihr dafür wenig Zeit. Immer mitten dabei im Familienleben ist Hund Bessi. Foto: Foto: Daniela Röllinger
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Eine Vision. Ein Ziel, wo es hingehen soll mit der Stadt. Das ist es, was nach Meinung von Astrid Glos in Kitzingen fehlt. Das ist es, was sie erarbeiten will – gemeinsam mit den Bürgern, mit dem Stadtrat, mit der Verwaltung. Sie will kurz-, mittel- und langfristig eine Stadt haben, die floriert, in der sich etwas bewegt. „Kitzingen kann mehr – gemeinsam geht's“ lautet deshalb auch der Slogan der SPD–Oberbürgermeisterkandidatin.

Die Kommunalpolitik und das soziale und pädagogische Engagement wurden Astrid Glos quasi in die Wiege gelegt. Geboren wurde sie in Marktbreit „in ein Sozi-Haus“, sagt die 56-Jährige, das hat sie geprägt. Beide Großväter waren Pädagogen, der Vater Diplomhandelslehrer und zudem viele Jahre Mitglied im Marktbreiter Stadtrat. Ursprünglich wollte auch sie Wirtschaftslehrerin werden, begann dafür ein Studium an der FH. Doch dann wurde der bis dahin mögliche Übergang zum Lehramtsstudium gestrichen. Sie entschied sich, das reine BWL-Studium durchzuziehen.

1980 zog sie mit ihrem damaligen Freund und heutigen Mann Paul Glos zusammen, Kitzingen wurde ihre neue Heimat. Im gleichen Jahr begann ihre Tätigkeit bei der Kassenärztlichen Vereinigung, später wechselte sie zur Sparkasse. 1988 begann sie die Hausaufgabenbetreuung für die 9. und 10. Klassen am Internat der Marktbreiter Realschule, die zunächst vor allem von Russlanddeutschen genutzt wurde, dann aber auch andere Schüler wahrnahmen.

„Mir fehlt die Kompetenz und das Wissen der Bürger, wenn ich sie nicht einbinde.“
Astrid Glos

1990 kam Tochter Charlotte zur Welt, 1997 adoptierten sie und ihr Mann den damals drei Monate alten Luca. Vor allem die Zeit nach der Geburt ihrer Tochter hat sie geprägt, das Kind litt unter einer Infektion, sie selbst bekam eine Lungenembolie. „Ich war schon immer sehr sozial eingestellt“, sagt Astrid Glos. „Diese Zeit hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Menschen Mut zu machen, die auf der anderen Seite des Lebens stehen.“ Sich für andere einzusetzen, anderen zu helfen, das wurde nach der Elternzeit auch beruflich ihr Schwerpunkt. Im Jahr 2000 machte sie sich selbstständig, sie unterrichtet bis heute Schüler vor allem in den Fächern Rechnungswesen, Deutsch und Englisch, manchmal auch Mathematik. Treffpunkt ist meist der Esstisch der Familie Glos, „die Kommunikationszentrale“, wie sie lachend sagt. Der Tisch, an dem sich die Familie bespricht, an dem sie mit ihren Schülern gemeinsam Lösungen erarbeitet.

Gemeinsam – das ist der Weg, auf den Astrid Glos viel Wert legt. Der Weg, den sie auch im Politischen einschlägt. Der Weg, den sie auch auf ihren Plakaten zitiert. 2002 kandidierte sie erstmals für den Stadtrat, 2008 zog sie in das Gremium ein. Jetzt ist das Amt der Oberbürgermeisterin ihr Ziel.

Ganz wichtig ist Glos dabei das Gespräch mit den Bürgern, um die wesentliche Frage zu beantworten: „Wo wollen wir hin?“ Diesen Weg könne nicht einer alleine festlegen, sagt sie, das gehe auch nicht am grünen Tisch. „Mir fehlt die Kompetenz und das Wissen der Bürger, wenn ich sie nicht einbinde.“ Glos sieht hier deutlichen Verbesserungsbedarf. Als wichtigstes Ziel nennt Astrid Glos die Belebung der Innenstadt, und das dürfe man nicht nur auf den Leerstand beziehen. Attraktiver Wohnraum gehöre genauso dazu, Grünflächen, ein gut begehbares Pflaster. „Vor allem brauchen wir einen Nahversorger in der Innenstadt.“ Sie stellt sich einen Stadtladen vor, nach dem Konzept, wie es in Rödelsee oder Buchbrunn läuft. Ein Geschäft, einem Tante-Emma-Laden ähnlich, nicht überdimensioniert.

Viele Leute, mit denen sie spreche, hätten das Gefühl, in Kitzingen bewege sich nichts, sagt Glos. Sie nennt das Marktcafé als Beispiel, oder den Eingangsbereich zur Altstadt am Übergang der Alten Mainbrücke. Vielfach werde diskutiert, oft auch entschieden, aber es tue sich nichts.

„Wenn ich nur abgewartet hätte, dass jemand kommt, säße ich heute noch da.“
Astrid Glos, Referentin für Integration

Sie habe Visionen, sagt die SPD-Kandidatin, aber die wolle sie gemeinsam mit den Bürgern erarbeiten. Derzeit gebe es zu wenig Gespräche mit den Bürgern, die hätten zu wenig Möglichkeiten, ihre Meinung einzubringen. Sie zieht den Vergleich zu ihrem Posten als Referentin für Integration, der zu Beginn ihrer Stadtratszeit neu geschaffen wurde: „Wenn ich nur abgewartet hätte, dass jemand kommt, säße ich heute noch da.“

Wichtig ist ihr außerdem eine globale Sicht auf die Stadt – die fehle bei der Konversion. Die Flächen gehören zu Kitzingen, sie müssten integriert werden. Eine Möglichkeit dazu sieht sie in der Nutzung einer Halle auf den ehemaligen Kasernen-Geländen. Denn bei der derzeitigen Hallen-Diskussion plädiert sie für den Neubau einer Zweifeld-Sporthalle am alten Standort im Deusterpark. „Eine Mehrzweckhalle im Deusterpark sehe ich nicht“, sagt Glos. Ein Thema, das dazugehört zur Vision von der Stadt am Main.

OB-Kandidatin Astrid Glos

Geburtstag: 5.6.1957 in Marktbreit.

Familienstand: Verheiratet mit Paul Glos, zwei Kinder (Charlotte und Luca).

Ausbildung: BWL-Studium an der FH Würzburg.

Hobbys: Lesen, wenn dafür Zeit bleibt. Zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten, unter anderem Vorsitzende in den Fördervereinen Grundschule St. Hedwig und Freunde am AKG, Ansprechpartnerin für das Arbeitslosenfrühstück, Mitglied im Team der Kinderakademie sowie im erweiterten evangelischen Kirchenvorstand.

Politik: Erste Kandidatur für den Stadtrat 2002, seit 2008 Stadträtin, Referentin für Integration. Vorstandsmitglied im SPD-Ortsverband und im Unterbezirk, stellvertretende Vorsitzende im SPD-Kreisverband.

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