WASHINGTON/KITZINGEN

Für die Rechtschreibung von Vorteil

Ralf Trump über seine Namensgleichheit mit dem derzeit berühmtesten Menschen des Planeten.
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Gestatten: „Trump, wie Trump, bloß intelligenter.“ Ralf Trump von der gleichnamigen Kitzinger Fahrschule nimmt die Wahl seines umstrittenen Namensvetters zum US-Präsidenten mit Humor. Foto: Foto: Ralf Dieter

Wer Trump heißt, hat es in diesen Tagen nicht leicht. Ralf Trump kann davon ein Lied singen. Immer wieder wird der 46-jährige Fahrlehrer aus Kitzingen auf seinen Namensvetter in den USA angesprochen. Ein nicht ganz ernst gemeintes Gespräch über Vor- und Nachteile, den gleichen Nachnamen wie der 45. Präsident der USA zu haben.

Frage: Wie oft werden Sie auf die Namensgleichheit angesprochen?

Ralf Trump: Vor der Wahl ist mir das sehr häufig passiert. Vor allem meine Freunde haben mir gratuliert, so nach dem Motto: Bald bist du Präsident. Geglaubt hat es aber niemand.

Sie schon?

Trump: Irgendwie schon! Ich habe immer gesagt: Wartet es nur ab, der macht das Rennen.

Und so ist es gekommen. Sind Sie ein Hellseher?

Trump: Nein, aber ein politisch interessierter Mensch. Wir haben Verwandte in den USA, die haben im-mer geklagt, wie schrecklich negativ der Donald Trump dargestellt wird. Das war hier ja auch nicht anders.

Das heißt, wir sollten ihm eine Chance geben?

Trump: Auf jeden Fall. Viel mehr falsch als Obama kann er ja nicht machen.

Was war denn so schlecht an der Regierung Obama?

Trump: Denken Sie nur an den Libyen-Krieg. Das war ein Angriffskrieg gegen die UN-Charta. Auch bei ihm ging es letztendlich nur um wirtschaftliche Interessen.

Klingt nicht gerade, als wären Sie ein USA-Fan.

Trump: Ich bin kein Fan der Regierungsoligarchie der USA.

Aber ab morgen heißt der Präsident so wie Sie.

Trump: Das hat schon was.

Sehen Sie irgendwelche Vorteile auf sich zukommen?

Trump: Die Rechtschreibung vereinfacht sich. Ich muss jetzt nur noch sagen: „Ich heiße Trump, wie der Präsident“. Und jeder weiß, wie es geschrieben wird. Vor seiner Kandidatur habe ich gesagt: „Trump wie Trump, nur nicht so reich.“ Das haben allerdings nicht alle verstanden. Jetzt hilft auch: „Trump wie Trump, bloß intelligenter.“ (lacht)

In Deutschland ist Donald Trump nicht gerade beliebt. Hat es schon Anfeindungen gegeben?

Trump: Bisher ist alles friedlich verlaufen, obwohl ich oft auf meinen Namen angesprochen werde.

Was wollen die Leute denn wissen?

Trump: Die erste Frage lautet immer, ob wir verwandt sind.

Und?

Trump: Keine Ahnung. Donald Trump hat ja deutsche Ahnen in Rheinland-Pfalz. Mein Vater hat mal gemeint, dass sein Urgroßvater auch aus der Gegend stammt.

Wollen Sie nicht mal nachforschen?

Trump: Erst mal schaue ich, ob er ein guter Präsident wird.

Wie viele Trumps gibt es in unserer Gegend?

Trump: So viel ich weiß, nur uns. Im Münchner Telefonbuch werden auch nur vier Trumps aufgelistet.

Haben Sie schon mal überlegt, Kontakt mit Donald aufzunehmen?

Trump: Das haben wir schon gemacht.

Wie bitte?

Trump: Mein Bruder hat vor Jahren eine Weltreise gemacht und war auch in New York. Am Trump-Tower hat er sich mit dem Portier unterhalten. Der hat versprochen, Donald Trump Grüße von uns auszurichten. Naja, ob er es wirklich gemacht hat, wissen wir natürlich nicht.

Sie könnten ja mal nachfragen.

Trump: Ich hab tatsächlich überlegt, ein Bild von uns mit unseren Fahrschulautos zu schicken. Aber im Moment hat er sicher anderes zu tun, als sich mit Bildern aus Kitzingen zu beschäftigen.

Ist Donald Trump ein ständiges Thema in Ihrer Familie?

Trump: Nein, ab und zu reden wir natürlich über ihn. So wie alle. Die Boulevardpresse ist ja voll mit Geschichten über ihn und seine Familie. Irgendwie ist es schon grausam, dass in Amerika nur Superreiche Präsident werden können. Kein Geld, keine Chance. So schaut es leider aus.

Vielleicht werden Sie dank der Namensgleichheit auch mal berühmt oder reich. Gab es bisher schon einen positiven Werbeeffekt?

Trump: Nein, wenn überhaupt, dann war es ein negativer Effekt. Besonders Muslime betrachten unser Auto argwöhnisch. Da steht ja nur der Name Trump drauf. Die denken wahrscheinlich, wir machen Werbung für den US-Präsidenten.

Wäre ja auch eine Idee.

Trump: Stimmt. Wenn die Dotierung passt (lacht).

Vielleicht werden Sie ja auch sein Nachfolger. In den USA ist es ja kein Nachteil, im politischen Geschäft einen berühmten Namen zu haben.

Trump: Keine schlechte Idee. Obwohl die Chancen natürlich eher gering sind. Wobei: Wenn es ein Schauspieler schafft, dann habe ich vielleicht auch eine Möglichkeit.

Gibt es denn irgendwelche Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen beiden?

Trump: Das kann ich abschließend noch nicht einschätzen. Wenn er sich für den Frieden einsetzt, dann ist er mein Mann. Als Kriegstreiber nicht.

Was würden Sie denn als US-Präsident als Erstes ändern?

Trump: Ich würde endlich mit den Kriegen aufhören und mit den Interventionen in anderen Ländern.

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