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KITZINGEN

Er hat Spaß an der Arbeit

Es ist nicht zu übersehen. In diesem Haus wohnt der Kandidat der UsW. Zwei Plakate an der Wand zeigen den amtierenden Oberbürgermeister Siegfried Müller. Der macht dann auch selber die Tür auf. Freitagnachmittag, 15 Uhr. Die Woche ist gelaufen. Die Arbeit ruht aber noch lange nicht. Am Wochenende stehen neue Termine an.
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Lieblingsplatz: Siegfried Müller im Wintergarten seines Hauses in der Siedlung. Hier kann er entspannen. Foto: Fotos: Ralf Dieter
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Es ist nicht zu übersehen. In diesem Haus wohnt der Kandidat der UsW. Zwei Plakate an der Wand zeigen den amtierenden Oberbürgermeister Siegfried Müller. Der macht dann auch selber die Tür auf. Freitagnachmittag, 15 Uhr. Die Woche ist gelaufen. Die Arbeit ruht aber noch lange nicht. Am Wochenende stehen neue Termine an.

Vor sechs Jahren ist Siegfried Müller zum Oberbürgermeister der Stadt Kitzingen gewählt worden. Ein klarer Sieg in der Stichwahl gegen seine Herausforderin von der CSU, Angelika Küspert. Dazu neun Plätze für die UsW. So etwas wie ein lokalpolitischer Erdrutsch. Seither hat sich vieles verändert. Die sechs Jahre sind nicht spurlos an der UsW vorbei gegangen.

Die Stadträte Karl-Heinz Schmidt , Rosmarie Richter und Klaus Günther haben sich abgespalten, ihre eigene Gruppierung gebildet. Werner May ist erst aus- und dann wieder eingetreten. „Alles verarbeitet“, sagt Siegfried Müller. „Wir stehen stärker da als je zuvor.“ Der 58-Jährige rechnet sich gute Chancen aus, das Amt des Oberbürgermeisters weitere sechs Jahre zu begleiten. „Alles andere als eine Stichwahl wäre eine Überraschung“, sagt er. Die Stichwahl ist sein Zwischenziel. „Dann werden die Karten neu gemischt.“

„Kitzingen hat genau die richtige Größe, außerdem habe ich hier meine Familie und Freunde.“
Siegfried Müller

Seit 1990 sitzt Müller im Stadtrat. Damals noch für die SPD. Klaus Heisel hatte ihn angesprochen. Ein paar Tage Bedenkzeit, dann hat er seine Frau Elisabeth gefragt. „Es ist Deine Entscheidung“, hatte sie geantwortet. „Du musst die Arbeit machen.“

Viel arbeiten, sich engagieren. Für Siegfried Müller eine Selbstverständlichkeit. Er war selbst noch keine 18 Jahre alt, da hat er die E-Jugend von Bayern Kitzingen übernommen. Die erste E-Jugend des Vereins überhaupt. Sein Vorbild in Sachen Ehrenamt: Der damalige Jugendleiter Klaus Rügamer. „Von ihm habe ich viel gelernt.“

Müller wechselte zum SSV Kitzingen, und als seine aktive Zeit langsam zu Ende ging, übernahm er Verantwortung als Vereinsvorsitzender. Damit nicht genug: Im Kindergarten war er Elternbeiratsvorsitzender, zur ersten Besprechung in der Grundschule schickte er lieber seine Frau. „Damit ich nicht wieder mit einem Posten heimkomme.“ Das Ende vom Lied: Elisabeth Müller wurde zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Das Ehrenamt ist Siegfried Müller wichtig, der Kontakt zu den Menschen erst recht.

In der Siedlung ist Müller aufgewachsen, mehr noch: Hier ist er auf die Welt gekommen. Hausgeburt. Und in der Siedlung wohnt er immer noch mit seiner Frau. Im Obergeschoss haben sie sich die Wohnung eingerichtet, einen Wintergarten angebaut. Müllers Lieblingsplatz in den wenigen ruhigen Momenten, die er hat. Verständlich: Weiter Blick über die Sickershäuser Weinberge und bis hinab ins Maintal, Sonne bis zum Nachmittag.

Im Erdgeschoss wohnt Müllers Sohn Manuel mit Frau und Sohn. Der vierjährige Maximilian ist Siegfried Müllers ganzer Stolz. Und die beste Ablenkung vom Amt des Oberbürgermeisters. „Im Spielzimmer geht es manchmal ganz schön rund“, erzählt Elisabeth Müller und lacht.

„Es bringt nichts, wenn wir uns gegenseitig zerfleischen.“
Siegfried Müller (UsW)

Es ist nicht zu überhören: Die Familie ist den Müllers wichtig. Mit jeweils vier Geschwistern sind Siegfried und Elisabeth aufgewachsen. Im Umkreis von 25 Kilometern sind alle sesshaft geworden, haben ihre eigene Familie gegründet. Die Stadt Kitzingen verlassen? Kam für Siegfried Müller nie in Frage. „Kitzingen hat genau die richtige Größe“, sagt er. „Außerdem habe ich hier meine Familie und Freunde.“ Und seit sechs Jahren besetzt er das höchste Amt im Rathaus.

Mehr als 250 Mitarbeiter sind im Rathaus beschäftigt. Welche Fähigkeiten ein Mitarbeiter auf jeden Fall mitbringen sollte? Müller muss nicht lange überlegen: „Noten sind nicht alles“, sagt er. Teamplayer will er. Menschen, die engagiert sind und mit Spaß an die Arbeit rangehen. Er selber hat den Spaß an der Arbeit nicht verloren. Auch wenn er immer wieder mit Kritik im Stadtrat konfrontiert wird. „Angriffe gehören dazu“, sagt er. „Allerdings verlangen die Bürger zu Recht eine Sachpolitik. Es bringt also nichts, wenn wir uns gegenseitig zerfleischen.“

Acht Gruppierungen sind im aktuellen Stadtrat vertreten. Viele Meinungen. Müller hätte nichts dagegen, wenn der neue Stadtrat mit weniger Fraktionen besetzt wäre. Dann ließe sich manches leichter durchsetzen. „Ich habe nichts gegen Diskussionen“, sagt er. „Aber wenn eine mehrheitliche Entscheidung gefallen ist, dann muss man dazu stehen und nicht immer wieder nachkarten. Das nervt und blockiert die Verwaltung.“

Die wichtigsten Ziele für eine weitere Amtsperiode sind bereits im Haushalt enthalten. Das Stadtteilzentrum in der Siedlung liegt ihm am Herzen, genau so wie die Erweiterung der Grundschule Siedlung und die Umgestaltung des Bahnhofs mitsamt Umfeld. Und eine Mehrzweckhalle möchte Müller ebenfalls realisiert wissen. Sollte er wiedergewählt werden, ist ihm eines jetzt schon klar: Langeweile wird auch in den kommenden sechs Jahren nicht aufkommen.

OB-Kandidat Siegfried Müller

Geburtstag: 11.11.1955 in Kitzingen. Familienstand: Seit 1977 verheiratet mit Elisabeth, zwei Söhne Manuel und Christian. Ausbildung: Sparkassenbetriebswirt Hobbies: Fußball, mit Freunden feiern. Politik: Seit 1990 aktiv in der Kommunalpolitik -Stadtrat, Kreisrat, Gewerbe- u. Industriereferent (bis 2008), UsW-Fraktionsvorsitzender (bis 2008). Seit 2013 Vorsitzender der UsW. Seit 1. Mai 2008 Oberbürgermeister der Stadt Kitzingen.

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