KITZINGEN

Der Plan steht, doch die Auslegung muss warten

Einen Schritt weiter, aber doch noch nicht am Ziel: Zwar haben die Kitzinger Stadträte am Donnerstag den Bebauungsplan ConneKT Technologiepark Kitzingen und den Entwurf für die Flächennutzungsplanänderung gebilligt, öffentlich ausgelegt werden kann der Entwurf aber noch nicht. Hintergrund: Der Kreisverkehr wurde in der geplanten Form in nichtöffentlicher Sitzung abgelehnt. Jetzt wird nochmals mit dem Straßenbauamt verhandelt. Das Ziel: Der Auslegungsbeschluss soll „so schnell wie möglich“ gefasst werden, voraussichtlich am 10. April.
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Große Chance für die Stadt: Die Entwicklung im ConneKT Technologiepark Kitzingen sehen alle Stadträte positiv. Weil es Kontroversen über den Kreisverkehr gab, kann der Bebauungsplan aber immer noch nicht ausgelegt werden. Foto: Foto: lsc Kitzingen

Einen Schritt weiter, aber doch noch nicht am Ziel: Zwar haben die Kitzinger Stadträte am Donnerstag den Bebauungsplan ConneKT Technologiepark Kitzingen und den Entwurf für die Flächennutzungsplanänderung gebilligt, öffentlich ausgelegt werden kann der Entwurf aber noch nicht. Hintergrund: Der Kreisverkehr wurde in der geplanten Form in nichtöffentlicher Sitzung abgelehnt. Jetzt wird nochmals mit dem Straßenbauamt verhandelt. Das Ziel: Der Auslegungsbeschluss soll „so schnell wie möglich“ gefasst werden, voraussichtlich am 10. April.

Schon im Vorfeld stand fest, dass die öffentliche Sitzung am Donnerstag deutlich später beginnen sollte als sonst. 19 Uhr stand auf der Tagesordnung und bis sich die Türen zum Sitzungssaal dann öffneten, waren noch einmal knapp 15 Minuten vergangen. Und beim Betreten des Saales wurde gleich deutlich: Da herrscht dicke Luft. Zerknirschte Gesichter, unzufriedene Mienen, Getuschel in Grüppchen, OB und Verwaltung standen zur Beratung beisammen. Die Stadträte hatten sich zuvor hinter verschlossenen Türen am Kreisverkehr festgebissen, der auf Höhe des Richthofen Circles als Zufahrt zum Gebiet ConneKT auf der ehemaligen Flugplatz-Kaserne dienen soll. Sie kamen längst nicht dazu, alle Themen abzuarbeiten, die auf der nichtöffentlichen Tagesordnung standen. Das Wort „Wahnsinn“ fiel, „Wahlkampf pur“, sagte jemand anderes kopfschüttelnd. Wahlkampf in nichtöffentlicher Sitzung? Das zeigt, wo das Gremium momentan steht.

Öffentlich gab es nur knappe Informationen: Bei der Abstimmung im nichtöffentlichen Teil sei der Kreisverkehr mit Kostenbeteiligung abgelehnt worden, sagte Oberbürgermeister Siegfried Müller (UsW). Damit war ein Beschluss über eine öffentliche Auslegung nicht möglich, es konnte nur mehr um die Billigung des Bebauungsplans ConneKT, die Änderung des Bebauungsplans Großlangheimer Straße und den Entwurf des Flächennutzungsplans gehen. Als Stadträte im öffentlichen Teil auf das Thema Kreisverkehr eingehen wollten, wurden sie zurückgepfiffen. Unter anderem kritisierte Andreas Moser (CSU), er könne nicht verstehen, warum die Hälfte der Stadträte den Kreisverkehr abgelehnt habe.

Auf Nachfrage sagte OB Müller gestern gegenüber dieser Zeitung, es habe unter anderem Anregungen zur Gestaltung des Kreisverkehrs gegeben. Es geht um die Anordnung der Einfahrten, die im Normalfall gegenüber liegen sollen, was wohl einige gerne anders gesehen hätten. Nun soll versucht werden, den Kreisverkehr ein kleines Stück in Richtung Bahngleise zu verschieben. Eine auf den Plänen zu sehende Biegung der Straße direkt vor dem Kreisverkehr wäre damit zu vermeiden.

Die Stadt wird nun mit dem Staatlichen Bauamt Kontakt aufnehmen und versuchen, eine Lösung zu finden. Zudem sei man, so Müller, weiterhin in der Endabstimmung mit dem Investor Markus Blum über den Städtebaulichen Vertrag. Am Dienstag steht wieder ein Gesprächstermin an. „Wir sind mit Power an dieser Angelegenheit dran.“ Bau- und Verwaltungsausschuss wurden vorverlegt, so schnell wie möglich soll es weitergehen. Müller nennt als Termin für die Entscheidung über die Auslegung den 10. April.

Bis auf die Gestaltung des Kreisverkehrs an der nördlichen Zufahrt sind sich die Stadträte über den Bebauungsplan einig. 29:1 Stimmen hieß das Ergebnis am Ende, lediglich Rosmarie Richter (UKB) stimmte dagegen.

Die Innenstadt mal zwei

Stadtplaner Torsten Fischer hatte zuvor die wesentlichen Punkte noch einmal anschaulich erklärt. 75 Hektar groß ist das Gebiet, die Innenstadt mit ihren 33 Hektar würde zweimal reinpassen, sagte Fischer. Im westlichen Bereich sind Büros und Dienstleistungsbetriebe geplant, im östlichen Bereich produzierendes Gewerbe und Logistik. Die Baufläche umfasst 63 Hektar, die Verkehrsflächen 5,5 Hektar, die Grünflächen 5,4 Hektar, die Ausgleichsflächen im FFH-Gebiet betragen 11,5 Hektar. Warum an zwei Stellen in bestehende FFH-Gebiete eingegriffen wird, wollte Andrea Schmidt (ÖDP) wissen. Fischer sagte dazu, der Vorhabenplaner habe eine größtmögliche zusammenhängende Fläche für den Logistikbereich haben wollen, deshalb einen Teil überplant und an anderer Stelle einen Ausgleich vorgesehen. Schmidt sah das kritisch: „Anderen mögen diese Gräser nichts bedeuten. Mir bedeuten sie sehr viel“, sagte sie.

4800 Arbeitsplätze sollen in ConneKT entstehen und diese Zahl ist auch die Grundlage für Gutachten. An ihr ist beispielsweise auch die Zufahrt festgemacht – ab 1500 Arbeitsplätzen reicht zur Verkehrsbewältigung eine Abbiegespur nicht mehr aus. Eine Ampelanlage oder eben ein Kreisverkehr sind nötig. An der Zufahrt Ost soll es aus Richtung Großlangheim eine Linksabbiegespur geben, die südliche Zufahrt von der Panzerstraße kommend besteht bereits.

Für Raunen in den Reihen der Stadträte sorgte Fischer mit einer Aussage zum Denkmalschutz. Ein Gebäude ist bereits geschützt und das Landesamt beabsichtige, weitere unter Schutz zu stellen – unter anderem den Flugzeughangar.

Stadt übernimmt die Straßen

In ihren Stellungnahmen äußerten sich alle Fraktionen zustimmend zum Bebauungsplan. Vom Schlüssel für Kitzingen, um in der Champions-League mitspielen zu könne, sprach Andreas Moser (CSU). Er kritisierte, dass der Bund Geld kassiert habe für die Liegenschaften, Stadt und Investor jetzt aber die Rechnung begleichen und die Probleme lösen müssten. Die SPD stimmte ebenfalls zu, hat aber nach Worten von Dr. Brigitte Endres-Paul „Bauchweh“, was den Immissionsschutz angeht. Auch Jutta Wallrapp (FW-FBW) erklärte, alle Vereinbarungen seien so abzustimmen, dass der Bestand der vorhandenen Betriebe wie beispielsweise Frankenguss berücksichtigt wird. „Wir müssen die Arbeitsplätze sichern, die da sind, und neue schaffen.“ Die Zahl von 4800 neuen Arbeitsplätzen scheint Karl-Heinz Schmidt (UKB) etwas hoch angesetzt: „Da ist wohl der Wunsch der Vater des Gedankens.“ Er wies zudem auf die Erschließung und die Qualität von Straße, Kanal und Beleuchtung hin. Laut Bebauungsplan werden die Verkehrswege zu öffentlichen Straßen – die Stadt wird sie übernehmen.

Auch wenn der Bebauungsplan abgesegnet ist, heißt das noch nicht, dass alles entschieden ist. „Im Rahmen der Auslegung besteht ja die Möglichkeit, noch Änderungen anzustoßen“, sagte Klaus Christof (KIK). Und Andrea Schmidt wies auf den Städtebaulichen Vertrag hin, der momentan ausgehandelt wird: „Da wird es noch mal Kämpfe geben.“

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